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E-Autos: Bundesnetzagentur will das Laden rationieren

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Von: Lisa Mayerhofer

Die Bundesnetzagentur will bei hoher Netzauslastung temporär den Strom für E-Autos und Wärmepumpen rationieren. Auto- und Wärmepumpenhersteller schlagen Alarm.

Bonn – Die steigende Zahl privater Elektroauto-Ladestationen und strombetriebener Wärmepumpen könnte in Deutschland zu einer Überlastung des Stromnetzes führen, warnte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, erst im Januar. „Wenn weiter sehr viele neue Wärmepumpen und Ladestationen installiert werden, dann sind Überlastungsprobleme und lokale Stromausfälle im Verteilnetz zu befürchten, falls wir nicht handeln“, sagte Müller der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS).

Bundesnetzagentur will bei hoher Netzauslastung den Strom für E-Autos und Wärmepumpen rationieren

Die Behörde hält dem Zeitungsbericht zufolge vor allem die lokalen Niedrigvolt-Ortsnetze für störanfällig. Die Netzagentur habe deshalb ein Eckpunktepapier veröffentlicht, das in Zeiten hoher Netzauslastung eine temporäre Stromrationierung für Wärmepumpen und Elektroauto-Ladestationen vorsieht. Netzbetreiber sollen dann laut der Zeitung zwangsweise und zentral koordiniert die Stromversorgung der Anlagen drosseln. Die Pläne zur Stromrationierung sollen laut dem Bericht zum 1. Januar 2024 in Kraft treten.

Ganz von der Stromversorgung getrennt werden sollen die Heizungen und Ladegeräte in kritischen Phasen jedoch nicht, sagte Müller der FAS. „Wir wollen eine Mindestversorgung jederzeit garantieren.“

E-Auto laden
Die Bundesnetzagentur will bei hoher Netzauslastung temporär den Strom für E-Autos und Wärmepumpen rationieren. (Symbolfoto) © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Auch bei einer Stromrationierung würden private Ladestationen genügend Strom beziehen können, damit sie die Batterie eines E-Autos binnen drei Stunden für eine Reichweite von 50 Kilometern aufladen können. Zudem soll dem Bericht zufolge „für eine Vielzahl von Wärmepumpen ein nahezu störungsfreier Weiterbetrieb“ möglich bleiben.

E-Autobauer Tesla und Wärmepumpenhersteller Viessmann gegen „Stromrationierung“

Auto- und Wärmepumpenhersteller schlagen trotz der Beschwichtigungen Alarm. In einem aktuellen Brief warnen E-Autobauer Tesla und Wärmepumpenhersteller Viessmann gemeinsam mit acht weiteren Unternehmen die Bundesnetzagentur. Eingriffe in die Stromversorgung gefährdeten „die Akzeptanz und die Kundenzufriedenheit für Schlüsseltechnologien der Energiewende“. Sie befürchten, dass eine „Stromrationierung“ teilweise für eine längere Zeit zum Normalzustand werden könnte. „Statt Verteilnetzbetreiber zum Abregeln zu ermächtigen“, müssten demnach Lösungen gefunden werden, die für eine Flexibilisierung der Stromnachfrage sorgten.

Auch Hildegard Müller, Präsidentin des Branchenverbands VDA und Cheflobbyistin der deutschen Autohersteller, zeigt sich empört: „Wir setzen darauf, dass die Bundesnetzagentur von der verbraucherfeindlichen Idee einer zentral gesteuerten Drosselung der Stromversorgung durch die Netzbetreiber Abstand nimmt“, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Der Vorstand des Düsseldorfer Energiekonzerns Eon, Thomas König, weist auf die Wurzel des Problems hin: Er fordert in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung einen stark beschleunigten Ausbau und die Modernisierung der lokalen und regionalen Stromnetze. Dabei verwies er auf zahlreiche Anträge für den Anschluss neuer Anlagen und Wartezeiten von bis zu acht Monaten für den Anschluss der Anlagen ans Stromnetz. Investitionen würden jedoch durch langwierige Genehmigungsverfahren für Baumaßnahmen mit einer Dauer von bis zu zwölf Jahren gebremst. „Das ist völlig indiskutabel“, sagte König. (lma/AFP)

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