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Zwischen Frust und Stolz

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Einen packendes Kopfballduell liefern sich Bremens Felix Agu (l.) und Darmstadts Matthias Bader, der mit seinem Team eine 0:1-Niederlage an der Weser kassiert. © IMAGO

(dpa). Der Hamburger SV entwickelt sich immer mehr zum Dauergast in der 2. Liga. Werder Bremen und der FC Schalke 04 könnten dagegen nach nur einem Jahr wieder in die Fußball-Bundesliga zurückkehren. »Es ist keine einfache Situation im Moment«, klagte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt nach dem glücklichen 1:1 (0:0) am Samstag bei Fortuna Düsseldorf mit Ex-HSV-Coach Daniel Thioune.

Dass der hoffnungslos unterlegene HSV nach der Corona-Zwangspause durch den späten Ausgleich von Robert Glatzel in der Nachspielzeit überhaupt noch einen Punkt mitnahm, war die beste Nachricht des Tages für die Hamburger. Ihnen droht inzwischen eine fünfte Saison in Serie in der 2. Liga. »Das wir mit so einer Leistung noch einen Punkt mitnehmen, ist glücklich«, bekannte Glatzel. Bereits neun Punkte - bei einem weniger absolvierten Spiel - beträgt der Abstand auf die Aufstiegsplätze.

HSV-Coach Tim Walter gab sich dennoch trotzig. »Wir geben nie auf und das gilt auch weiterhin«, sagte Walter, nachdem seine Mannschaft vom Thioune-Team 90 Minuten an die Wand gespielt worden war. Das alleine dürfte für die restlichen acht HSV-Spiele etwas wenig sein, wenn man sich dagegen die Euphorie bei Werder und auf Schalke anschaut.

Die Bremer feierten beim 1:0 (0:0) im Spitzenspiel gegen den Dritten Darmstadt 98 vor 41 000 Zuschauern einen emotionalen Sieg. Auch auf Schalke ist nach dem 2:1 (1:0) gegen Hannover vor 55 152 Zuschauern wieder Aufstiegs-Euphorie entfacht, von der der HSV nur träumen kann. Schalke steht als Vierter nun auch einen Punkt besser als der 1. FC Nürnberg da, der beim 1:1 (1:1) gegen Dynamo Dresden am Sonntag Punkte liegen ließ. »Nach dem 2:1 war es geil. Da weiß man, was Schalke ist«, sagte S04-Keeper Martin Fraisl am 54. Geburtstag von Coach Mike Büskens, der die Rückkehr der Fan-Massen genoss: »Diese Symbiose von Zuschauern und Spielern ist das, was Schalke ausmacht.«

Früher Platzverweis der Knackpunkt

Noch besser als für die Königsblauen, die noch einen Zähler hinter Darmstadt auf dem Relegationsrang liegen, stehen Werders Chancen auf den direkten Wiederaufstieg. Als Tabellenzweiter liegt Bremen nun punktgleich mit Spitzenreiter St. Pauli drei Zähler vor Darmstadt. »Es gibt noch viele direkte Duelle auf den vorderen Rängen. Ein Blick auf die Tabelle macht erst Sinn, wenn es in die letzten vier Spiele geht«, sagte Werder-Coach Ole Werner fast schon bremsend.

Die Stimmungslage bei den Darmstädtern schwankte nach der Niederlage zwischen Frust und Stolz. »Wenn wir mit einem Punkt nach Hause fahren, wäre es aufgrund der Spielumstände nicht unverdient gewesen«, haderte Trainer Torsten Lieberknecht. »Insgesamt steht aber eine wahnsinnige Energieleistung über allem. Wir können erhobenen Hauptes das Stadion verlassen, weil die Mannschaft ihr komplettes Herz auf dem Platz gelassen hat.« Als Knackpunkt der Partie vor 41 000 Zuschauern machten alle Beteiligten den frühen Feldverweis für Klaus Gjasula in der 23. Minute aus. Schiedsrichter Robert Schröder (Hannover) hatte dem 32-Jährigen nach einem Foul an Romano Schmid zunächst nur Gelb gezeigt, schaute sich das Vergehen während der Behandlungspause für den Werder-Spieler aber noch einmal auf dem Videobildschirm an und zeigte danach Rot. »Das war meiner Meinung nach überzogen«, sagte Lieberknecht. Bis dahin waren die Lilien das bessere Team gewesen, kassierten unter wachsendem Druck aber kurz nach der Pause das entscheidende Gegentor durch Niclas Füllkrug (52.).

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