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Schalke nimmt auch Hürde Darmstadt

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Darmstadts Patric Pfeiffer (r.) ist dem Schalker Marius Bülte entwischt, am Ende setzt es dennoch eine 2:5-Heimniederlage für die Hessen. © DPA

(sid). Fünf Spiele, fünf Siege, Spitzenreiter - den Traumstart von Interimstrainer Mike Büskens im Rennen um den sofortigen Wiederaufstieg feierten Fans und Spieler von Schalke 04 überschwänglich. Doch der »Eurofighter« blieb auf dem Boden. »Alles in allem okay«, nannte der UEFA-Cup-Held von 1997 den spektakulären 5:2 (3:2)-Sieg im Spitzenspiel bei Darmstadt 98:

»Wir konnten den Vorsprung ausbauen, aber wir wissen auch, dass wir noch gar nichts erreicht haben.«

»Gar nichts« bedeutet vier Runden vor Schluss: Der so brutal aus der Bundesliga gestürzte Altmeister, im vergangenen Sommer inmitten größter wirtschaftlicher Probleme komplett umgekrempelt, geht als Tabellenführer in den Saisonendspurt - mit drei Punkten Abstand zum Relegationsplatz und der Bestform im entscheidenden Moment. Und am Samstag (13.30 Uhr/Sky) ist der Tabellenzweite Werder Bremen in der wohl erstmals seit 781 Tagen wieder ausverkauften Veltins Arena zu Gast.

»Wir mussten viel investieren, um in diese Rolle zu schlüpfen. Das war ein langer, langer Weg«, gab Büskens zu, der am 7. März zum Nachfolger des gefeuerten Dimitrios Grammozis befördert worden war, und betonte: »Wir haben eine vollkommen neu zusammengestellte Mannschaft, der die wenigsten diese Entwicklung zugetraut hätten.«

Dieses Team ist vom neuen Sportdirektor Rouven Schröder trotz leerer Kassen extrem klug und stimmig zusammengestellt worden. Rekordtorjäger Simon Terodde steuerte in Darmstadt seine Saisontreffer 23 und 24 (14./29.) bei. Sein Sturmpartner Marius Bülter glänzte gar mit einem ersten Dreierpack als Profi (43./48./62.). Im offensiven Mittelfeld kommen Dominick Drexler und Rodrigo Zalazar immer besser in Schwung. In der Zentrale beweist der Japaner Ko Itakura seit Wochen, dass er für die zweite Liga eigentlich zu gut ist, und in der Abwehr unterstreicht der 20-Jährige Malick Thiaw immer mehr, warum er mit einem Marktwert von fünf Millionen Euro der wertvollste Spieler im Unterhaus ist. Hinzu kommt mit dem in Darmstadt angeschlagen fehlenden Linksverteidiger Thomas Ouwejan der stärkste Flankengeber der Liga. Für die Darmstädter traf Phillip Tietz in der elften und 34. Minute.

Die Möglichkeiten, die der wohl am besten besetzte Kader bietet, hatte Grammozis nicht richtig entfalten können. Sein Co-Trainer Büskens, seit dem Europacupsieg vor 25 Jahren eine Klubikone, löste mit seiner emotionalen Art die Bremse. Denn Qualität allein reicht nicht im Aufstiegskampf, betonte Schröder: »Die richtigen Tugenden sind, dass du in der Birne klar bleibst und dir nichts vormachst. Entscheidend ist ja, dass wir Woche für Woche richtig liefern müssen, um da oben zu bleiben. Das ist unser Auftrag.«

Nach dem Duell mit dem Mitabsteiger Bremen, der nur eine der letzten fünf Partien gewann und mit dem 1:1 (0:1) gegen den 1. FC Nürnberg enttäuschte, stehen noch weitere Endspiele auf dem Programm. Nach dem Gastspiel beim SV Sandhausen sind der Tabellendritte FC St. Pauli und der Fünfte Nürnberg die letzten Gegner.

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