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Zweikampf um Platz eins

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Justin Luft (links; Alemannia Gedern II) und Bastian Aletter von der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim II sind am Wochenende wieder gefordert. © Ralph Lehmberg

Kreis Büdingen (pem). Spätestens seit dem letzten Wochenende kämpfen in der Fußball-Kreisliga A Büdingen nur noch Tabellenführer SG Wallernhausen/Fauerbach und der SV Rainrod um den Aufstieg. Derzeit liegt nur ein Punkt Abstand zwischen den beiden Teams, sodass sich jedes Remis in der Schlussbilanz rächen kann. Die SG Wallernhausen/Fauerbach empfängt an diesem Wochenende die SG Eintracht Ober-Mockstadt (alle Termine auf dieser Seite).

Bis auf die Auftaktniederlage gegen Rainrod gewann die SG bisher alle Rückrundenpartien. »Spielerisch bin ich noch nicht so völlig zufrieden«, sagt Trainer Christian Haardt, «die Plätze sind allerdings auch schwer bespielbar, was unserer Spielanlage nicht so liegt. Allerdings ist das bei einer Torbilanz von 15:0 aus den letzten drei Spielen Jammern auf hohem Niveau.« In ähnlichem Lichte ist wohl auch ein anderes Problem zu sehen, das Haardt anspricht: »Die gute Kameradschaft ist Fluch und Segen zugleich.« Damit spielt er darauf an, dass die gute Stimmung die Spieler beflügelt, aber manche samstägliche Aktivität im Mannschaftskreis der sonntäglichen Fitness abträglich ist. Ansonsten sei seine Mannschaft - wie viele andere auch - von einigen coronabedingten Ausfällen geplagt, während die Spieler Kevin Braun und Nils Rinker mit schwerwiegenderen Verletzungen ausfallen. Haardt denkt, »dass Rainrod und wir den Aufstieg verdient hätten.« Der Haken: Es gibt nur einen Aufsteiger. Die Partie gegen die Ober-Mockstädter nimmt Haardt nicht auf »die leichte Schulter. »Bereits im Hinspiel beim 3:2 haben wir uns schwergetan.« Für die SGE geht es auch noch um viel: Nur zwei Punkte trennen die Elf von den Abstiegsrängen.

Der SV Rainrod tritt gegen die SG Büdingen an. Eine leichter Vorteil für den SVR könnte im Schlussspurt sein, dass er, mehr noch als die Wallernhäuser, gegen fast alle Teams aus der Spitzengruppe zum Rückrundenbeginn bereits erfolgreich gespielt hat. Allerdings fehlt bei den Rainrödern auch Routinier Raphael Reiß verletzt und es gibt immer noch Ausfälle, sodass zum Beispiel gegen den VfR Hainchen ein eher glanzloser 2:1-Sieg heraussprang. Gegen Büdingen ist Rainrod Favorit, ein Selbstläufer ist jedoch nicht garantiert. Die Büdinger sind personell deutlich stärker besetzt als in der Vorrunde, besonders seit der frühere Spielertrainer Almir Karalic wieder mitmischt. Dennoch gelang es der SG nicht immer, diese neuen Stärken auszuspielen. Am Sonntag klappte es: 6:2 fertigte die SG den VfR Rudingshain ab. Nur vier Punkte fehlen aktuell zum rettenden Ufer - die Aufholjagd könnte noch gelingen.

Die untere Tabellenzone ist enger zusammengerückt, allerdings tobt vor allem der Kampf um Platz zehn. Zwei Teams haben gute Chancen auf einen frühzeitigen Klassenerhalt. Davon ist die SG Usenborn/Bergheim allerdings spielfrei. Der VfR Rudingshain tritt bei den Sportfreunden Oberau II an. Nachdem Trainer Michael Krause nach seinem Amtsantritt im Oktober die Mannschaft wieder ins Mittelfeld geführt hatte, gab es zuletzt Rückschläge. Der Niederlage in Büdingen gingen bereits zwei sieglose Spiele voraus. In Oberau was zu holen, dürfte auch nicht leicht sein - bis dato zählt die Sportfreunde-Reserve zu den besten Rückrundenteams. Bis auf die 2:3-Niederlage bei Schotten II ist Trainer Michael Dorn hochzufrieden mit den Leistungen seines Teams. »Bei der einen Niederlage in Schotten hatten wir einen ganz dünnen Kader, auch wenn die personelle Situation nicht so extrem war wie in der Vorrunde. Ansonsten habe ich viele junge Spieler, die sehr gut kicken können und das alles sehr gut umsetzen.« Aktuell fehlten nur Andreas Walther und Jonah Loos verletzt, wobei natürlich immer mal ein Spieler zur ersten Mannschaft abgestellt werden müsse. Außerdem kann Dorn auf das zuletzt erfolgreichste Sturmduo der Liga setzten - Enis Gjoshi (20 Tore) und David Juschzak (14 Tore) haben zusammen 34 Treffer auf dem Konto. Zuletzt konnten sich die Sportfreunde bis auf den dritten Platz vorspielen, wobei im Spielplan noch einige knackige Aufgaben bevorstehen.

Im Abstiegskampf im Fokus steht auch der VfR Hainchen , er steht im Derby dem FC Rommelhausen gegenüber. Nach zahlreichen Corona-Ausfällen im März und damit verbundenen krankheitsbedingten Fitnessproblemen überzeugte der VfR bei den Favoriten in Gedern (3:3) und Rainrod (1:2) durchaus kämpferisch. Aber es fehlen noch die »Big Points« - und die Mannschaft spielt oft sehr uneinheitlich. Derbygegner FC Rommelhausen ist nach dem Trainerwechsel zu Frank Lohschmidt wieder auf einem guten Weg. Im letzten Spiel gegen Rohrbach/Büches lag der FCR überraschend 3:0 vorne, verspielte allerdings in den letzten zehn Minuten den Sieg.

Die SG Geiß-Nidda/Steinberg/Glashütten tritt gegen den SV Blau-Weiß Schotten II an. Zuletzt spielten sich die Geiß-Niddaer mit zwei Siegen wieder etwas nach vorne, auch wenn es defensiv noch nicht so gut klappt. »Beim 5:4 gegen Ulfa wollten wir aber auch mehr riskieren, um endlich wieder zu gewinnen«, so Trainer Sven Schaumburg. Die Siege beflügeln die Mannschaft. Schaumburg: »Wir wollen schon noch versuchen, zwei Plätze gutzumachen. Das halte ich auch für realistisch.« Die Schottener hielten sich mit dem Sieg gegen Oberau kürzlich Optionen auf den Klassenerhalt offen, trotzdem bleibt es freilich schwer für die Elf von Spielertrainer Niko Doll.

Der FC Alemannia Gedern II bekommt es mit der SG Ulfa/Langd zu tun. In der Vorrunde wäre ein Heimspiel gegen das Schlusslicht vielleicht noch eine klare Sache gewesen. Doch die Elf von Spielertrainer Tino Schmitt erlebte letzte Woche ihren Tiefpunkt - ein 1:3 gab es zu Hause gegen die SG Nieder-Mockstadt/Stammheim II. Die Gederner sind mit nur zwei Punkten aus bisher fünf Spielen die zweitschlechteste Rückrundenmannschaft. Zum Teil war dies durch viele Krankheitsfälle bedingt, welche dazu führten, dass der FCA vor zwei Wochen das Spiel gegen Rommelhausen kampflos verloren geben musste. Weniger Punkte holte nur der Gegner, der am vergangenen Wochenende die »rote Laterne« erhielt. Aber ausgerechnet im Spiel gegen Geiß-Nidda entdeckten die Ulfaer ihren Kampfgeist wieder. Beim 4:5 wäre vielleicht sogar ein Punkt drin gewesen, auf jeden Fall gab sich die Mannschaft der Interimstrainer Manuel Sparwald/Tobias Wolf nicht auf.

Schließlich trifft noch die SG Rohrbach/Büches auf die SG Nieder-Mockstadt/Stammheim II . Für die Rohrbacher verläuft die Rückrunde zwar nicht so schlecht wie für den FCA - im Gegenteil, acht Punkte sicherte sich das Team von Spielertrainer Ali Haiahem in fünf Spielen. Doch es reicht nicht, um noch einmal ganz vorne anzugreifen - zwölf Punkte fehlen auf den ersten Platz. Besonders bitter war dabei sicherlich, dass die Mannschaft vor zwei Wochen krankheitsbedingt nicht antreten durfte. Auf jeden Fall verzeichnen die Rohrbacher sicher einen der auffälligsten Neuzugänge in der Rückrunde. Der Ex-Oberauer Finn Schäfer war bereits seit dem ersten Spiel der Rückrunde gesetzt. Mit seinen drei Toren innerhalb von zehn Minuten beim 3:3 in Rommelhausen setzte er aber nun ein richtig dickes Ausrufezeichen. Nach dem Sieg der Nieder-Mockstädter in Gedern müssen auch die Rohrbacher gewarnt sein. Freilich half es der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim II, dass gegen den FCA Gedern die Routiniers Stefan Heller und Marcel Longerich mitwirkten und auch die entscheidenden Tore beisteuerten.

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