1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Zwei beste Freunde für einen Job

Erstellt: Aktualisiert:

kaspor_0704_bvrinderbuege_4c_1
Der Vorstand mit dem neuen Trainer-Duo (von links): Vorsitzender Markus Drotleff, Andreas Spilla, Meiko Becker und Spielausschusschef Jürgen Kühnl. © Torben Frieborg

Sie sind Nachbarn und beste Freunde. Jetzt verfolgen Meiko Becker und Andreas Spilla ein gemeinsames Ziel. Sie wollen den BV Rinderbügen als Trainer-Duo zurück in die Erfolgsspur führen.

Beide treten den Job beim BV Rinderbügen zu Beginn der neuen Fußballsaison an. »Alleine«, stellt Andreas Spilla klar, »hätte ich nie zugesagt.« Den 50-Jährigen und den 46-jährigen Meiko Becker gibt es nur im Doppelpack. Solch ein Job sei aufwendig. Da Spilla (selbstständig in der IT-Branche) sowie Becker (Außendienstmitarbeiter in der Versicherungsbranche) beruflich stark eingespannt sind, »passt das mit der Doppel-Lösung«.

Der Spielausschussvorsitzende Jürgen Kühnl ist jedenfalls froh, »dass wir Meiko und Andreas für unsere Pläne gewinnen konnten«. Der in der Kreisliga B Büdingen Gruppe 1 spielende BVR wolle in Zukunft noch mehr auf Akteure mit Bezug zum Verein setzen. »Da sieht es doch schon einmal ganz gut aus, dass ab Juli zwei Rinderbügener auf der Trainerbank sitzen.«

Becker erlebte vor mehr als 20 Jahren die Hochzeiten des Klubs hautnah mit, stieg mit Rinderbügen als Spieler in die damalige Bezirksliga auf. Zudem kickte Becker unter anderem bei Germania Wächtersbach und dem TV Kefenrod. »Ich war Spieler und Jugendtrainer, bin aktuell Schiedsrichter für den TV Kefenrod. Da fehlte noch der Trainerjob im Seniorenbereich«, erläutert der 46-Jährige seine Beweggründe.

Für Spilla, der wie Becker in Rinderbügen lebt, ist es ebenfalls eine neue Aufgabe. »Und eine verrückte Idee. Weshalb ich erst einmal eine Nacht drüber schlafen und auf Meikos Zusage warten musste.« Spilla trainierte früher jahrelang die Jugend des TV Kefenrod, seit Oktober ist er Jugendleiter in Rinderbügen. »Zudem betreue ich die neu gegründeten G- und F-Juniorenmannschaften.«

Dass der BVR sich wieder um die Nachwuchsarbeit kümmert, war für Becker ein entscheidender Faktor. »Jeder Verein braucht einen Unterbau. Zudem gefällt mir, dass der Klub den Weg mit jungen Einheimischen gehen will«, betont er.

Zwei Transfers stehen schon fest

Aktuell stehen in beiden Seniorenmannschaften circa 16 »Einheimische«. Zur neuen Runde sollen es 25 sein. Zwei Sommer-Transfers mit Rinderbügener Vergangenheit sind bereits perfekt: Jeremy Becker und Davide Vito Buono vom SV Seemental kommen. »Wir sind mit weiteren Akteuren in Gesprächen. Da wird sich noch etwas tun«, verspricht BVR-Vorsitzender Markus Drotleff.

Becker kennt die Namen der potenziellen Neuzugänge und betont, »dass wir in der kommenden Saison unter den besten vier Teams landen könnten«. Das Fernziel sei der Aufstieg in die A-Klasse. »Es wäre doch toll, wenn wir im Jubiläumsjahr 2026 nicht mehr in der B-Liga spielen würden.« Denn Becker weiß: »In der Jugend war ich ein prozessorientierter Trainer, bei den Senioren zählen aber auch die Ergebnisse.«

Die sind in der aktuellen Saison weniger berauschend. Mit 17 Punkten aus 14 Partien belegt Rinderbügen Tabellenplatz acht. Die durchwachsene Bilanz habe aber nichts mit dem zum Rundenende scheidenden Trainer Janos Sarlai zu tun. »Wir sind ihm dankbar, dass er zuletzt nach unseren Trainerwechseln zweimal spontan eingesprungen ist. Der Grund für unsere durchwachsene Saison ist die katastrophale Trainingsbeteiligung«, sagt Drotleff, der hofft, dass Sarlai dem Klub als Spieler und Vorstandsmitglied erhalten bleibt.

Mit Becker und Spilla zum Erfolg

Wobei Kühnl gesteht: »In meinen vier Jahren beim BVR haben wir schon einige Trainer verschlissen und bei der Übungsleiterauswahl kein gutes Händchen bewiesen. Das sorgt nicht unbedingt für Ruhe, weil keine Kontinuität einkehren kann. In der Rückrunde wollen wir ohne den zur SG Hettersroth/Burgbracht abgewanderten Torjäger Thomas Wilke und ohne den zurückgetretenen Co-Spielertrainer Ersin Kalkan noch zwei, drei Plätze in der Tabelle gutmachen. Und dann beginnt mit den beiden Trainern hoffentlich eine bessere Ära, die auch zur Erhaltung des Vereins mit zwei Seniorenmannschaften beiträgt.«

Drotleff ist jedenfalls davon überzeugt. Mit diesen beiden Trainern könne der Verein potenziellen Neuzugängen eine Perspektive bieten. »Das passt einfach.« Und wenn es sportlich wieder läuft, kann der Verein sich anderen Großprojekten wie dem Sportheim-Umbau widmen… Von Torben Frieborg

Auch interessant