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Zuversicht nach Turbulenzen

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Christoph Pilch (vorne) hat das Traineramt beim SC Viktoria Nidda bis zum Saisonende übernommen. © Ralph Lehmberg

Gruppenliga: Schlusslicht SC Viktoria Nidda geht motiviert und mit Neuzgängen in die Konsolidierungsphase.

Nidda (jore). Die Rückkehr in die Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost hatte man sich im Lager des SC Viktoria Nidda natürlich ganz anders vorgestellt. Neun Punkte aus 20 Spielen, so lautet die bisher eher ernüchternde Bilanz des fast 110 Jahre alten Traditionsklubs. Als Träger der »roten Laterne« hat sich die Gänsweid-Elf Ende November letzten Jahres in die Winterpause verabschiedet.

Mit Ferdi Özcan, der wegen mangelnder Einstellung einiger Spieler schon Ende September sein Amt zur Verfügung stellte und Adrian Becker, der wegen angeblicher Grüppchenbildung innerhalb des Kaders Ende November von seinem Amt zurückgetreten ist, haben im bisherigen Saisonverlauf schon zwei Trainer vergeblich versucht, den Verein sportlich voranzubringen. Routinier Christoph Pilch hat sich zwischenzeitlich bereit erklärt, das Traineramt interimsweise bis zum Ende der Saison zu übernehmen. Es hat natürlich auch etwas mit Verbundenheit zum Verein zu tun, weshalb Pilch in einer sportlich nicht einfachen Situation Verantwortung übernommen hat. Pilch selbst teilte mit: »Ich denke, dass ein externer Trainer der Mannschaft in der jetzigen Situation nicht unbedingt gutgetan hätte«.

Die Saison begann für die Viktoria mit einem 2:2-Heimremis gegen die SG Nieder-Roden, doch schon im ersten Auswärtsspiel beim VfB Oberndorf (1:7) wurde der noch damaligen Özcan-Elf sehr schnell aufgezeigt, dass in der neuen Liga ein anderer Wind weht. Gegen das bis dato noch punktlose Tabellenschlusslicht FC Hanau 93 II gelang der Viktoria Mitte September beim 4:1-Erfolg der erste von nur zwei Siegen im bisherigen Saisonverlauf. Dieser Dreier erwies sich sehr schnell als Muster ohne Wert, denn nur vier Tage später erlebte man gegen den aktuellen Tabellenführer und Meisterschaftstopfavoriten Sportfreunde Seligenstadt ein 1:10-Heimdebakel. Nach der 1:5-Heimschlappe gegen den FC Germania Dörnigheim verkündete Coach Ferdi Özcan sein Aus und die Viktoria-Verantwortlichen präsentierten mit Adrian Becker sehr schnell einen Nachfolger auf dem Trainerstuhl. Der Einstand des neuen Trainers ging dann aber auch mächtig in die Hosen, denn im Wochenspiel beim FC 03 Gelnhausen (0:6) kassierte man erneut eine am Ende doch recht deutliche Niederlage.

Der SC Viktoria Nidda hatte zwischenzeitlich längst den Ruf »Schießbude der Liga« erworben, doch sollte in diesem Punkt Besserung eintreten. Erfolgserlebnisse zwar auch unter neuer sportlicher Leitung zunächst Fehlanzeige, doch die Niederlagen fielen in den Folgewochen knapper aus. Corona und der Ausfall vieler verletzter Spieler machten das Arbeiten für den neuen Trainer dann auch nicht einfacher. Bei einigen Spielen standen auf dem Niddaer Spielberichtsbogen nur ein oder zwei Ersatzspieler.

Einziger Lichtblick aus Sicht der Viktoria ist die bisherige Derbybilanz gegen die beiden anderen Büdinger Kreisvertreter. In Oberau (1:1) holte man immerhin einen Punkt und beim FCA Gedern (2:1) sogar den zweiten und bis dato letzten Dreier in der Anfang März fortlaufenden Saison. Bei aktuell 14 Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz dürfte selbst der größte Optimist im Niddaer Lager nicht ernsthaft noch auf einen Ligaverbleib hoffen. Die Worte von Spielausschussmitglied Manfred Dorstewitz (»Wir wollen die Saison ordentlich zu Ende spielen«) verdeutlicht einmal mehr, dass auch die Niddaer Verantwortlichen die aktuelle Tabellensituation durchaus realistisch einschätzen.

Breiterer Kader

Was Hoffnung auf eine erfolgreichere Restsaison macht, ist die im neuen Jahr doch deutlich bessere Personalsituation, denn einige zuletzt langzeitverletzte Spieler wie Matheis, Rauch oder auch Berting werden dann wieder zur Verfügung stehen. Drei neue Spieler, die nach Aussage des neuen Coachs Christoph Pilch den anstehenden Umbruch bereits einleiten, werden der Viktoria schon in der verbleibenden Gruppenliga-Saison weiterhelfen. Die Rede ist unter anderem von Keeper Andre Schmid, der vom Kreisoberligisten FSV Dauernheim (wie berichtet) zwischenzeitlich zur »Gänsweid-Elf« gewechselt ist. Hinzu gesellen sich noch David Kurdjan vom aktuellen B-Liga-Spitzenreiter FC Lorbach, der beim West-Vertreter Olympia Fauerbach schon Gruppenligaluft geschnuppert hat und Maysen Razin vom Kreisoberligisten SV Blau-Weiß Schotten, auf den Pilch große Stücke hält. »Maysen ist ein ganz feiner Junge, ausgestattet mit viel Dynamik in seinem Spiel«, teilte Pilch mit.

Bei einem Wechsel in der Winterpause gestalten sich die Ablöseverhandlungen zwischen den Beteiligten oftmals nicht ganz einfach. Was die Personalie Razin betrifft, so hofft Pilch, »dass der Junge so schnell wie möglich spielen kann und es eine vernünftige Lösung geben wird«. Für den weiteren Saisonverlauf wünscht sich der neue (alte) Niddaer Coach vornehmlich, »dass die Jungs wieder Spaß am Fußballspielen haben und wir uns in den verbleibenden Spielen immer so teuer wie möglich verkaufen werden«.

Am letzten Samstag startete die Viktoria in die Vorbereitung auf die Restsaison. Obgleich der eine oder andere Spieler beruflich verhindert war, begrüßte Christoph Pilch 18 Spieler zum Trainingsauftakt. Schon mal eine gute Grundlage für den angestrebten Neuanfang.

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Luka Berting (rechts) kehrt nach Verletzungspause als einer der Leistungsträger wieder ins Niddaer Team zurück. © Achim Senzel

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