Zum Jahresabschluss gegen den Spitzenreiter

Gedern/Nidda (flo). Zeit, die Enttäuschung von Sonntag zu verdauen oder gar aufzuarbeiten, hatten die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda kaum. Denn schon heute Abend (20 Uhr, IGS Sporthalle) steht für die Wetterauerinnen das letzte Spiel des Jahres an. Nach der 22:23-Pleite beim Tabellenletzten HSG Lumdatal muss die Mannschaft von Trainer Christian Breiler nun beim Spitzenreiter SG Mainz-Bretzenheim ran.

3. Liga Frauen: SG Mainz-Bretzenheim - HSG Gedern/Nidda (heute, 20 Uhr). »Manche Sachen mussten wir schon ansprechen, weil ein paar Grundelemente gefehlt haben, bei denen ich uns weiter gewähnt hatte. Das war schon ein Rückfall«, haderte HSG-Coach Breiler. Wohlwissend, dass die überraschende Niederlage beim Schlusslicht nicht nur ein sportlicher Totalausfall war, sondern eben auch die tabellarische Lage verschlechterte.

Schiedsrichterinnen verärgern Breiler

Mit einem Erfolg hätte Gedern/Nidda über dem Strich überwintert, so wird man aller Voraussicht nach auf einem Abstiegsrundenplatz Weihnachten feiern. Im Januar stehen dann drei Heimspiele in Serie an. »Da müssen wir mit aller Macht punkten, um nicht schon den Anschluss zu verlieren«, ahnt Breiler.

Was den HSG-Trainer neben der Performance seines Teams verärgert zurückließ, war auch die Darbietung der Schiedsrichterinnen Ann-Kathrin Stache und Hanna Wegmann. »Ich will nicht sagen, dass wir deshalb verloren haben, aber da wurde über das gesamte Spiel hinweg mit zweierlei Maß gemessen«, so Breiler nach dem Videostudium des vergangenen Spiels. »Sie haben uns zwei glasklare Tore abgepfiffen, wir haben zwei Zeitstrafen aus dem Nichts bekommen, unsere falschen Sperren wurden abgepfiffen, jene von Lumdatal nicht.« Seine Beurteilung hat er an den verantwortlichen Schiedsrichterwart weitergeleitet. »Darüber«, betont Breiler, »will ich schon noch mal sprechen.«

Gründe, warum ausgerechnet die Wetterauerinnen den bis dato verlustpunktfreien Bretzenheimerinnen etwas abknöpfen sollten, drängen sich nicht auf. Schon gar nicht nach der Leistung von Sonntag. »Wenn wir so spielen wie gegen Lumdatal, dann werden wir in Mainz abgeschossen. Wir werden uns in allen Bereichen steigern müssen, um da irgendwie mithalten zu können«, weiß Breiler. Die Krux: Dass am Sonntag nahezu nichts passte, darf zweifelsfrei zumindest in Teilen den coronabedingt widrigen Trainingsverhältnissen der letzten Wochen zugeschrieben werden. Aufzuholen war das in der kurzen Zeit bis zur heutigen Auswärtsaufgabe freilich aber nicht einmal ansatzweise. Die prächtige Stimmung nach drei Siegen in Folge im November ist jedenfalls verflogen. »Aber da müssen wir jetzt eben durch«, sagt der HSG-Coach.

Dazu kommt, dass Spitzenreiter Bretzenheim durchaus gewarnt ist. Gegen die HSG Kleenheim-Langgöns gelang beim Heim-24:20 zwar der elfte Sieg im elften Spiel. Dass ihre Mannschaft unkonzentriert auftrat, gefiel der erfahrenen Trainerin Ildiko Barna aber so gar nicht. »Genau davor hatte ich gewarnt«, sagte die Ungarin der Allgemeinen Zeitung, »dass der Gegner das Gefühl bekommt, dass er hier etwas erreichen kann.« Man darf also getrost davon ausgehen, dass Barna die Sinne ihrer Spielerinnen schärfen wird, der HSG Gedern/Nidda exakt jenes Gefühl in keiner Phase zu geben.

Dass rund zehn bis 15 gute Minuten ausreichten, spricht freilich für die Ausnahmequalität der SG. »Sie haben eine sehr starke 6:0-Abwehr, ein gutes Umschaltspiel, einen wurfstarken Rückraum, viele Spielerinnen, die gut im Eins-gegen-eins sind. Da wird Schwerstarbeit auf uns zukommen«, weiß Christian Breiler.

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