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Zeichen stehen auf Abstiegsrunde

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Dynamisch hat sich Emely Nau durchgesetzt und erzielt einen Treffer für ihre HSG Gedern/Nidda (die Szene entstammt dem letzten Heimspiel der Wetterauerinnen gegen den 1. FC Köln). © Ralph Lehmberg

Frechen/Nidda (flo). Die Zeichen stehen auf Abstiegsrunde. Denn die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda haben im Kampf um den Klassenerhalt den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Beim TuS Königsdorf verlor die Mannschaft von Trainer Christian Breiler mit 25:27 (12:14). Damit rutschten die Wetterauerinnen auf den achten Platz ab.

Nein, so wirklich viel schlechter hätte dieses Wochenende für die Spielgemeinschaft nicht laufen können. Während sie selbst die elfte Niederlage dieser Saison kassierte, sammelten die direkten Konkurrenten Punkte. Der 1. FC Köln setzte sich gegen die HSG Kleenheim-Langgöns mit 27:18 durch. Der 1. FSV Mainz 05 II besiegte samstags die HSG Rodgau Nieder-Roden mit 23:18 und verlor gestern beim TB Wülfrath mit 27:29. Sowohl Köln als auch Mainz II, die übrigens am Mittwoch im direkten Duell aufeinandertreffen, zogen so an den Ballwerferinnen aus Gedern und Nidda vorbei - denen beim Auswärtsauftritt in Frechen Lea Friderike Albers die letzte Minimalhoffnung auf Zählbares raubte. Während die Breiler-Truppe angesichts eines Ein-Tor-Rückstands mit einer offensiven Deckung auf einen Ballgewinn hinarbeitete, nutzte die Königsdorfer Kreisläuferin den entstandenen Raum und warf wenige Sekunden vor der Schlusssirene zum 29:27 für die Gastgeberinnen ein.

Nach einem Knackpunkt für die achte Auswärtspleite im zehnten Auswärtsspiel musste freilich nicht sonderlich lange gesucht werden: Es war die sechseinhalbminütige Phase im ersten Spielabschnitt, in der aus einem 3:3-Zwischenstand (6.) für die Gäste ein 3:10-Rückstand (12.) wurde.

Ein 0:7-Lauf als Resultat eines Blackouts. »So ins Spiel zu starten, das ist schon ernüchternd«, befand hernach HSG-Coach Breiler. Der mitansehen musste, wie seine Mannschaft in diesen Minuten nicht nur aufgrund von Fehlwürfen und Ballverlusten ein um den anderen Angriff verschenkte, sondern obendrein auch noch einen Gegenstoß nach dem nächsten kassierte. Die Folge: Eine Hypothek, die es in sich hatte.

Immerhin: Die zwischenzeitliche Umstellung auf eine 5:1-Abwehr bewirkte, dass die Spielgemeinschaft einen Fuß in die Tür bekam, dass sie sich mit viel Mühe überhaupt erst wieder in diese Begegnung hineinarbeitete. Bis zur Pause reduzierten die Gäste den Rückstand so zumindest auf 12:14.

Obwohl die Wetterauerinnen in diesem Duell, das getrost als Abstiegskrampf etikettiert werden durfte, im zweiten Durchgang stets dranblieben, obwohl sie sage und schreibe acht Mal auf ein Tor Differenz verkürzten: Sie vermochten es schlichtweg nicht, auch nur ein einziges Mal auszugleichen. »Wir hatten so viele Chancen, doch mal den Ausgleich zu erzielen. Aber wir haben es einfach nicht geschafft, wir haben uns selbst im Weg gestanden mit verworfenen freien Bällen und vielen technischen Fehlern«, haderte der Trainer. Und weiter: »Wir haben eine junge Mannschaft, die sich natürlich Gedanken macht. Alle wussten um die Bedeutung dieses Spiels. Man hat gemerkt, dass wir nicht befreit aufgespielt haben.«

Rückraumspielerin Kirsten Schindler, mit sieben Treffern (davon ein Siebenmeter) beste Werferin ihrer Farben, war es, die das Breiler-Team in der Schlussminute erst auf 24:25 und dann auf 25:26 heranbrachte. Mehr war nicht auszurichten. Trotz aller Bemühungen: Schlussendlich leuchtete eine 25:27-Niederlage auf der Anzeigetafel.

Und nun? Das Szenario, dass die HSG Gedern/Nidda in die Abstiegsrunde muss, gewinnt zusehends an Wahrscheinlichkeit. Die Wetterauerinnen taumeln, sie versprühen dieser Tage kaum Zuversicht, doch noch das rettende Ufer zu erklimmen. »Wir dürfen nicht aufgeben, bevor es endgültig vorbei ist. Aber es ist klar, dass es jetzt unheimlich schwer wird. Wir müssten alle drei ausstehenden Spiele gewinnen«, meint Breiler. Der Gegner am nächsten Samstag: Tabellenführer SG Mainz-Bretzenheim.

HSG Gedern/Nidda - TuS Königsdorf 27:25 (14:12). TuS Königsdorf: Lange, Hergarten; Hage, Franz (3), Mrugas (3), Timurdas (1), Albers (6), Welsch (7/4), Wunderling, Ott (1), Slusarczyk, Clauberg (4/1), Seipp (2).

HSG Gedern/Nidda: Petek, Elisath, Heß; Patz, H. Niebergall (3), Engel (1), Pfaff (2), Hutin, Wäscher (5), Amos (3/1), E. Niebergall, Schindler (7/1), Krauß, Nau (1), Schäfer (3).

Schiedsrichter: Bittner/Casselmann (Offenbach/Frankfurt) - Zuschauer: 75 .

Zeitstrafen: 6:6 Minuten (Franz, Wunderling, Clauberg - Engel, Hutin, Nau) .

Siebenmeter : 6/4:3/2 - Spielfilm: 3:3 (6.), 10:3 (12.), 11:7 (20.), 14:12 (30.), 17:14 (40.), 20:19 (51.), 27:25 (60.).

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