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Zehn-Stunden-Marke geknackt

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Viel Sonne zeigte sich auf dem Hoherodskopf beim Start der Zwölf-Kilometer-Distanz. © Stefan Weil

Schotten (sw). Das schöne Frühlingswetter bildete einen prächtigen Rahmen für die achte Auflage des Vogelsberger Vulkan-Trails, veranstaltet von der Laufsport-Abteilung des TGV Schotten. Wer den ersten Start miterleben wollte, musste früh aufstehen. Denn bereits um sechs Uhr wurden die Starter des Wettbewerbes über 101 Kilometer am Vulkaneum auf den beschwerlichen Weg geschickt, der mit fast 3000 Höhemeter gespickt war.

Die Strecke berührte viele der markante Landschafts- und Aussichtpunkte des Vogelsberges, wie den Erlebnisberg Hoherodskopf, die Herchenhainer Höhe oder den am anschaulichsten an den Vulkan Vogelsberg erinnerten Bilstein, dessen Basaltmassiv am Rande überwunden werden musste - nach dem steilem Anstieg aus Richtung Busenborn.

Ein beeindruckendes Panorama mit viel Fernblick zeigte sich auch am Sportplatz zwischen Michelbach und Busenborn. Hier kamen die Starter über die 101 und 71 Kilometer langen Distanzen vorbei, und es war zugleich der Startplatz für die 43,5 und 21 Kilometer langen Distanzen. Die klare Sicht erlaubte Blicke bis weit in die Ferne - bis zum Melibokus im Odenwald. Einen fantastischen Weitblick bis zum Taunus und das Marburger Land gab es auch auf dem Hoherodskopf zu genießen, wo am Nachmittag die Teilnehmer über 12 Kilometer, der kürzesten Distanz, starteten.

Streckenchef Armin Buss und sein Markierungsteam hatten vorbildliche Arbeit geleistet und in tagelanger Arbeit dafür gesorgt, dass 250 Teilnehmer den langen Weg zum Ziel fanden. So waren sie nach überwundener »Tortur« auch voll des Lobes. »Perfekt. Die Route, auch bei Richtungsänderungen, war immer gut zu erkennen«, meinte ein zufriedener Finisher im Ziel. »Ein Verlaufen war praktisch nicht möglich.«

Der rund 40-köpfige Helferstab sorgte an insgesamt acht Verpflegungsstellen für die Versorgung unterwegs, denn die rechtzeitige Kalorien- und Getränkeaufnahme hat bei den langen Strecken eine hohe Bedeutung.

In jeder Stunde etwas mehr als zehn Kilometer auf oft beschwerlichem Laufterrain zurückzulegen - das brachte Jonathan Gakstatter fertig. Der Ultraläufer aus der Nähe von Stuttgart ist »Wiederholungstäter«. Schon im vergangenen Jahr war er in Schotten siegreich, verpasste damals aber die Zehn-Stunden-Marke knapp. Diesmal erreichte er am Nachmittag kurz vor 16 Uhr die Zielmatten, in genau 9:53:55 Stunden. Er wirkte so, als wenn er noch einige Kilometer weiterlaufen könnte. »Es war wieder ein herrlicher Lauf, eine tolle Veranstaltung«, sprudelte es aus ihm heraus. Jonathan Gakstatter durfte sich bei der Siegerehrung über die Glückwünsche der beiden Nächstplazierten, Michael Neuser und dem Niederländer Jonathan Koutstaal freuen, die mit respektablen Abstand von mehr als eineinhalb Stunden den strapazenreichen Lauf beendeten. Auch Christian Schüller (7./11:54:07 Stunden/Laufprojekt Büdingen) freute sich: »Ich war fast 20 Minuten schneller als im vergangenen Jahr.«

Eine tolle kämpferische Einstellung zeigte Jennifer Romanowski (TLV-LT Eichenzell). Die einzige Starterin des »Hunderters« kämpfte sich mit einer unterwegs aufgetretenen Fußverletzung in 13:08:28 Stunden bis ins Ziel.

Eine Besonderheit brachte der Zieleinlauf des 71 Kilometer langen Wettbewerbs. Mateusz Kragl (LuT Aschaffenburg) und Marco Tenic (LT Unterreichenbach) durften sich zwar über die beiden ersten Plätze bei den Männern freuen, den Gesamtsieg schnappte ihnen aber Joanna Tallmann weg. Und nicht mit knappen Vorsprung. Als die Läuferin aus Altenahr nach 6:47:51 Stunden am Vulkaneum gestoppt wurde, hatten die schnellsten Vertreter des »starken Geschlechts« noch rund 25 beziehungsweise 35 Minuten an Laufzeit vor sich. Für Lokalmatador Alexander Werwein (9:07:32 Stunden/TGV Schotten) endete die Trail-Herausforderung auf Platz 14.

Der Wettbewerb über 44 Kilometer hatte mit Wyatt Million (3:28:58 Stunden/Gießen) und Nina Schad (4:22:26 Stunden/Melle) zwei überlegene Sieger. Auf der halb so langen Distanz ließen es sich Jörn Harland (SSC Hanau-Rodenbach) und Julian Jung (LGV Marathon Gießen) nach gut 90 Minuten nicht nehmen, gemeinsam über die Zielmatten zu laufen. »Wir haben uns rund fünf Kilometer vor dem Ziel abgesprochen, auf einen finalen Spurt zu verzichten«, so die beiden Sieger im Ziel. Im Feld der Läuferinnen gelang Anne Wagner (2:05:26 Stunden/TV Echzell) als Dritte rund drei Minuten hinter der Siegerin der Sprung aufs Podium. Die schnellsten heimischen Starter kamen fast auf Tuchfühlung zum Vulkaneum zurück. Florian Benischke von der Freiwilligen Feuerwehr Rainrod war auf Platz 26 (2:08:10 Stunden) eine knappe Minute schneller als Markus Riedl (2:08:56 Stunden/LLT Wallernhausen). Erfolgreich finishten auch Markus Horst (2:18:36 Stunden/TGV Schotten) sowie das Wupas-Trio Jochen Weber (2:22:52 Stunden), Karl Lind (2:35:16 Stunden) und Regina Appel (2:38:10 Stunden).

Eine weite Anreise aus Hamburg hatte Stefan Oldenburg (SG Buxtehude-Altkloster/55:32 Minuten), der im Lauf über 12 Kilometer den zweiten Platz hinter Jan Skoupy (53:08 Minuten) belegte. Schon auf dem vierten Gesamtplatz konnte sich Celina Will (58:36 Minuten), die Siegerin bei den Frauen feiern lassen. Annalena Dietz (1:06:07 Stunden) schaffte als Dritte ein Erfolgserlebnis für den gastgebenden TGV. Schnellster heimischer Starter war Andree Möller (LLT Wallernhausen/1:02:32 Stunden) auf Gesamtplatz sechs.

Weitere Ergebnisse: 18. Torsten Rüspeler (1:07:08/LLT Wallernhausen), 28. Patrick Bach (1:11:42/LLT Wallernhausen), 33. Dominique Schüpfer 1:14:00/TV Nidda), 35. Natalie Kempel (1:14:58/TSV Stockheim), 40. Matthias Bernges (1:22:48/Fajuso Schotten), 44. Linda Dietz-Carl (1:25:42/Ranstadt).

Beim erstmals veranstalteten Kids-Trail über 1,2 Kilometer waren Friedrich Looso und Lenia Ruppel die Schnellsten. Auf den weiteren Plätzen folgten bei den Jungen Marlon Marienfeld und Heinrich Looso sowie bei den Mädchen Mirja Eckl und Luana Werner.

Alle Ergebnisse und zahlreiche Fotos sind im Internet zu finden unter https://vulkantrail-2022.racepedia.de beziehungsweise www.tgv-schotten.de.

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Die drei Schnellsten über 101 Kilometer präsentieren sich mit (von links): Jonathan Koutstaal (3./Niederlande), Sieger Jonathan Gakstatter (LG Ultralauf) und Michael Neuser (Rang drei). © Stefan Weil
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Markus Riedl (LLT Wallernhausen) und Anne Wagner (TV Echzell) meistern den Anstieg zum Bilstein. © Stefan Weil

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