Fußball

Wunschziel rettendes Ufer

Der bisherige Saisonverlauf in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost verlief aus Sicht der drei Büdinger Kreisvereine nicht unbedingt optimal.

Oberau/Gedern (jore). Der bisherige Saisonverlauf in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost verlief aus Sicht der drei Büdinger Kreisvereine nicht unbedingt optimal. Alle drei Klubs überwintern aktuell auf einem Abstiegsplatz. Während sich die Sportfreunde Oberau mit fünf Zählern Rückstand und einem weniger ausgetragenen Spiel noch auf Schlagdistanz zum rettenden Ufer befinden, sieht es für den FC Alemannia Gedern (elf Punkte aus 19 Spielen) und vor allem für Tabellenschlusslicht SC Viktoria Nidda (9 Zähler aus 20 Spielen) alles andere als gut aus. Ab dem 5. März soll der Spielreigen in dieser Liga offiziell wieder fortgesetzt werden .

Gut möglich aber auch, dass die Ende November und Anfang Dezember ausgefallenen Partien vorher noch nachgeholt werden. Kurz nach der Jahreswende blickt der Kreis-Anzeiger noch einmal auf das bisher Geschehene zurück und hat zunächst bei den beiden Vereinen Sportfreunde Oberau und FC Alemannia Gedern auch schon einmal in punkto personellen Veränderungen nachgehakt (separater Bericht über Viktoria Nidda folgt).

Neu-Coach Mario Anthis feierte bei seinem neuen Klub Sportfreunde Oberau einen Top-Einstand und gewann mit den Grün-Weißen knapp zwei Wochen vor dem offiziellen Startschuss in die neue Saison den Büdinger Kreispokal. Der Ligastart verlief dann weniger verheißungsvoll. Alles begann mit einer total unnötigen 0:1-Heimniederlage gegen die SG Marköbel. Im ersten Auswärtsspiel beim FCA Gedern sah man nach einer überzeugenden ersten Halbzeit und einer 2:0-Führung bereits wie der sichere Sieger aus, musste sich am Ende aber mit einem 2:2-Remis zufrieden geben. »Wir haben zum Teil sehr unglücklich Punkte abgegeben«, blickte Oberaus Vorsitzender Thomas Haas auf die letzten fünf Monate zurück. Der Auftritt in Gedern war da nur ein Beispiel. Der erste Heimsieg gegen die lange Wochen lang punktlose zweite Formation des FC Hanau 93 (4:1) erwies sich als Muster ohne Wert, denn es folgten drei klare Niederlagen in Folge und das Aus für Coach Mario Anthis, dessen Co Christoph Werner das Zepter übernahm und im ersten Spiel als neuer Chefcoach auch beim FSV Bad Orb (2:1) gleich dreifach punktete. In der Folge glich der weitere Saisonverlauf dann einer kleinen Achterbahnfahrt. Licht (5:2 gegen Bruchköbel) und Schatten (0:4 zu Hause gegen Langen) wechselten. Die zahlreichen englischen Wochen hinterließen in der Folge so starke Spuren, dass man das Heimspiel gegen Ligaprimus Sportfreunde Seligenstadt wegen Personalmangel kampflos abgeben musste.

Weitere Saisonhighlights waren sicherlich die erfolgreiche Aufholjagd im Heimspiel gegen Klein-Krotzenburg, als man nach einem 1:4-Rückstand noch einen Punkt zu Hause behielt, oder aber auch der so wichtige 5:3-Auswärtssieg im bisher letzten Punktspiel bei Türk Gücü Hanau. »Ich denke, dass die Jungs es gerade in der letzten Phase der bisherigen Saison gut gemacht haben«, teilte Haas mit und auch, »dass die Mannschaft das Potential hat, den Klassenerhalt zu schaffen«.

Nicht mehr mithelfen das erklärte Saisonziel zu erreichen wird Finn Schäfer, der sich zwischenzeitlich bei den Sportfreunden abgemeldet hat und zum A-Ligisten SG Büches/Rohrbach gewechselt ist. Gleiches gilt auch für Christian May, der zur FSG Altenstadt zurückkehrt. Von jener FSG hat sich zwischenzeitlich Björn Gniot den Sportfreunden angeschlossen. Haas freut sich über den Neuzugang, stellt Gniot nach dem längerfristigen Ausfall von Felix Kern (Kreuzbandriss) für den Defensivbereich doch eine zusätzliche Alternative da. Vom FC Erlensee hat zudem Torben Becker den Weg nach Oberau gefunden. Der offensive Mittelfeldspieler war verletzungsbedingt einige Monate nicht mehr aktiv, vor seiner unfreiwilligen Auszeit jedoch ein fester Bestandteil der früheren Erlenseer Verbandsliga-Elf.

Nach vier Punkten aus den ersten drei Spielen, durfte man den Saisonstart des FCA als durchaus gelungen bezeichnen. Doch schon ziemlich schnell machte sich Ernüchterung breit, denn die folgenden drei Partien wurden allesamt verloren. Der 5:2-Auswärtserfolg beim VfB Offenbach und das folgende 1:1-Heimremis gegen Bad Orb erwiesen sich als kurze Strohfeuer, denn es folgte kein goldener, sondern ein eher ernüchternde Monat Oktober und ein noch tristerer November. Der FCA, durch zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle wochenlang stark gehandicapt, verlor neun Spiele am Stück und auch das Kreisderby zu Hause gegen Schlusslicht SC Viktoria Nidda. In punkto körperliche Belastung wurde den Spielern in den ersten fünf Monaten der Saison schon unglaubliches abverlangt. Es ist nach Ansicht von FCA-Coach Jannik Jung kein Zufall, »dass gerade die kleineren Büdinger Vereine das verlangte Pensum nicht stemmen können«. Nach der 1:7-Auswärtsschlappe in Dörnigheim musste Jung dann auch erst einmal ein wenig Frust ablassen. »Für einen Verein wie den FCA ist die aktuelle Situation wirklich schwer zu ertragen. Wir haben bereits 22 Pflichtspiele absolviert und es werden noch einige Spiele folgen. Im Prinzip haben wir in fünf Monaten so viele Spiele zu absolvieren, wie in einer fast kompletten KOL-Saison.

Der November mit vier englischen Wochen ist dann noch die absolute Krönung«, teilte Jung damals mit und auch, »dass der Spielplan in der Gruppenliga mit Amateursport meines Erachtens nichts mehr zu tun hat«. Der FCA-Coach legte trotz der sehr lang anhaltenden Negativserie immer wieder Wert auf die Feststellung, »dass ich trotz der fehlenden Ergebnisse großen Respekt vor der Leistung vieler Jungs in meiner Mannschaft habe, die den Rhythmus mitgegangen sind und auch vor den Vereinsfunktionären, die extrem viel arbeiten und dabei die nötige Ruhe und den Realitätssinn behalten haben«. Wichtig: Im letzten Spiel des zu Ende gegangenen Jahres gab der FCA dann noch einmal ein Lebenszeichen von sich. Der 5:1-Auswärtscoup bei Türk Gücü Hanau ein Beweis dafür, dass die Moral innerhalb der Truppe intakt ist. Auch wenn dieser Dreier die Tabellensituation der Alemannia nur unwesentlich verschönert hat, so bleibt das Gefühl, mit einem Erfolgserlebnis das Fußballjahr 2021 beendet zu haben. Am 16. Januar beginnt beim FCA die Vorbereitung auf die Restsaison. Die Alemannia muss den Abgang von Paul Harmann verkraften, der zur FG Seckbach (Gruppenliga Frankfurt-West) gewechselt ist.

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