1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

WM-Träume mit Selbstkosten-Anteil

Erstellt:

mn_Bei1718_17-B_123120_1_4c
Christian Unger und sechs Teamkollegen der Rhein-Main Patriots spielen für Deutschland bei den World Skate Games in Argentinien. © Red

Neun Mitglieder des Skaterhockey-Bundesligisten Rhein-Main Patriots gehen auf Argentinien-Reise.

(mn). Platz zehn, die Qualifikation zum A-Pool, ist das Ziel. Die Auswahl des Deutschen Rollsport- und Inline-Verbandes (DRIV) spielt vom 1. bis 6. November bei den World Skate Games in Argentinien. Mit Christian Unger, Tobias Etzel, Thibaut Lambert, Dennis Berk, Horka Sekesi, Niklas Lachmann und Marcel Kappes stellen die Rhein-Main Patriots mit sieben Spielern gleich die Hälfte des 14-köpfigen National-Kaders. Zudem ergänzen Assistenz-Trainer Marco Albrecht und Equipment Manager Benjamin Dorn aus Assenheim die deutsche Delegation, die sportlich von Björn Bombis und organisatorisch von Andre Dietzsch, zwei ehemaligen Eishockey-Profis, angeführt wird.

Seit Wochenbeginn und noch bis 13. November werden in Buenos Aires und San Juan die Weltmeister in den Rollen-Sportarten Inline-Alpine, Inline-Downhill, Inline-Freestyle, Inline-Hockey, Roller Derby, Rink Hockey, Roller Freestyle und Skateboard gesucht.

Im sogenannten B-Pool des Inlinehockey-Turniers trifft Deutschland auf Japan (1. November, 14.30 Uhr) und Brasilien (2. November, 16 Uhr), zwei Nationen, die im Ranking hinter Deutschland (Position elf) aufgeführt sind. Mit dem Gruppensieg würde sich die Mannschaft von Bundestrainer Morgan Svensson, der einst für die Eishockey-Nationalmannschaft von Schweden stürmte, für die Teilnahme am A-Pool qualifizieren. Im Vorjahr hatte Deutschland beim Turnier in Italien Rang zwölf erreicht.

Während international Inlinehockey dominiert, steht dieser Sport national im Schatten des artverwandten Skaterhockeys. Einzig mit dem Turnier um die Deutsche Meisterschaft hat Inlinehockey hierzulande an einem Juni-Wochenende einmal für eine öffentliche Wahrnehmung gesorgt; in erster Linie war dies aber der regen Teilnahme von Eishockey-Profis geschuldet. Mit Eindrücken dieses Turniers und zwei Lehrgängen in Assenheim, als rund 50 Spieler gesichtet worden waren, hat der DRIV nun seinen Kader zusammengestellt. Voraussetzungen neben dem sportlichen Talent: die Bereitschaft, Urlaubstage und einen Selbstkosten-Anteil von 450 Euro zu investieren, was bereits die Auswahl einschränkt. Zudem findet zeitgleich im eigenen Land, in Duisburg nämlich, die Skaterhockey-Europameisterschaft statt, zum anderen stehen potenzielle Nationalspieler auf Grund beruflicher Verpflichtungen oder ihrer Verträge bei Eishockey-Klubs nicht zur Verfügung. Und zum dritten sind viele Skaterhockey-Kandidaten parallel beim Inlinehockey nicht offiziell gemeldet.

»Wir haben sportlich aber einen ordentlichen Kader, eine coole Truppe, und aus Assenheim schon eine gute Kameradschaft. Wenn’s gut läuft und wir ein bisschen Spielglück haben, können wir’s in den A-Pool schaffen«, sagt Christian Unger, der wohl erfahrendste Spieler auf Rollen. Im Jahr 2005 hatte er seine erste Inline-WM bestritten, mehr als ein Jahrzehnt lang war er dann aber am Ball statt am Puck aktiv und erst im Vorjahr wieder parallel auch zum Inlinehockey gekommen. »Die Unterschiede sind gering; gerade wenn man über so viele Jahre beide Spielformen kennengelernt hat.«

Kurz- bis mittelfristig strebt der Verband seine Top-Acht-Platzierung an, entsprechend laufen hinter den Kulissen die Bestrebungen, Inlinehockey national wieder eine größere Bedeutung zu verleihen. Mit den Titelkämpfen im Sommer im Assenheim war eine Basis geschaffen worden.

Auch interessant