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Wetzlar schlägt sich selbst

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Region (ra/mr). Die HSG Wetzlar hat in der Handball-Bundesliga auf Grund einer Vielzahl an vergebenen Chancen einen Sieg gegen die Füchse Berlin verpasst und musste sich vor 3500 Zuschauern am Ende mit 28:30 (15:12) geschlagen geben.

Wetzlar hat sich für eine lange Zeit starke Vorstellung nicht belohnt. Die Mittelhessen unterlagen am Samstagabend vor 3500 Zuschauern den Füchsen Berlin trotz einer deutlichen 15:12-Halbzeitführung. Die Hauptstädter haben ihre Chance im Kampf um die Qualifikation für die Champions League damit gewahrt. Die HSG Wetzlar bleibt Tabellensechster und empfängt am kommenden Donnerstag den HC Erlangen (19.05 Uhr), gegen den es im Hinblick auf die noch immer mögliche Europa League-Qualifikation auch Revanche für die Niederlage im DHB-Pokal zu nehmen gilt.

Die Grün-Weißen lagen dank einer bärenstarken Abwehrleistung nach 35 Minuten noch mit vier Treffern (17:13) vorne und mussten erst in der 42. Minute den 20:20-Gleichstand hinnehmen. Kurz zuvor noch hatte Berlins Abwehrstratege Viran Morros nach einer Gesichtsattacke gegen Lenny Rubin die rote Karte gesehen und Domen Novak im Anschluss das hoffnungsvolle 20:18 markiert - aber die HSG Wetzlar schaffte es wiederum nicht, das Momentum auf ihre Seite zu bringen und deutlicher davonzuziehen.

Wie schon vor der Pause, nach 20 Minuten, als aus dem 11:9-Vorteil bei vier nacheinander vergebenen Chancen das 12:9, 13:9 oder gar 14:9 fahrlässig weggeworfen worden war. »Heute war einiges mehr drin für Wetzlar. Wir können verdammt froh sein, das wir in er ersten Halbzeit für unsere eigenen Fehler nicht noch schlimmer den Arsch versohlt bekommen haben«, kommentierte Berlins sachlich analysierender Trainer Aaron Siewert die Phase zwischen der 15. und 30. Minute. In dieser übernahm die HSG Wetzlar - spieltaktisch einmal mehr glänzend eingestellt von Trainer Benjamin Matschke - trotz der anfänglich hohen, von Lasse Andersson, Jacob Holm und Milos Vujovic zelebrierten Berliner Spielkunst das Kommando. Die Wetzlarer reizten mithilfe von Kreuzbube Till Klimpke (acht Paraden), Pikbube Stefan Cavor (fünf Treffer) sowie Herzbube Magnus Fredriksen (Assistgeber und Vollstrecker) immer höher als der Champions League-Anwärter. Folglich schmeichelte das Pausen-15:12 den Spree-Athenern - wie Siewert eingestanden hatte - extrem.

In der Folge trauerte die Mannschaft von Trainer Benjamin Matschke aber einem halben Dutzend hochkarätig vergebener Chancen nach. Mit all ihrer Routine, Cleverness und individuellen Qualität drehten die Berliner über das 23:23 (50.) die Partie zum entscheidenden 29:26-Vorteil (58.).

Wetzlar: Till Klimpke, Komok; Srsen, Nyfjäll (1), Boczkowski (n.e.), Ole Klimpke (n.e.), Mirkulovski, Danner (1), Weissgerber (n.e.), Holst, Fredriksen (3), Forsell Schefvert (6), Novak (5), Mellegard (3), Rubin (2), Cavor (7).

Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg rettet im Endspurt mit dem 29:29 (16:15) gegen TSV Bayer Dormagen am einen Punkt ins Ziel. Bangt allerdings vor dem Spiel am Mittwoch bei TuS Ferndorf um Kapitän Dominik Mappes. Als der im zweiten Abschnitt stark auftrumpfende Dormagener Rückraumspieler Mislav Grgic in der 55. Minute zum 28:25 für die Gäste traf, sahen nicht wenige der 750 Zuschauer die Felle für den TV 05/07 Hüttenberg im Zweitliga-Heimspiel wegschwimmen. TVH-Trainer Johannes Wohlrab zückte sofort die grüne Karte für seine letzte Auszeit. »Da habe ich mich aber rausgehalten. Dominik (Mappes) hat die Ansage gemacht, was gespielt wird«, berichtete der 35-jährige nach Spielende, der aber dennoch eine Manndeckung gegen den Dormagener Spielgestalter Ian Hüter anordnete. Und die Maßnahmen griffen. Niklas Theiß traf direkt und der von Corona genesene Rechtsaußen Tristan Kirschner legte zum 27:28-Anschluss nach. Dominik Plaues mittlerweile 12. (!) Parade brachte die Chance zum Ausgleich, die sehenswert genutzt wurde. Denn erneut Theiß verwandelte ein Kempa-Anspiel von Linksaußen Christian Rompf zum umjubelten 29:29-Endstand Seklunden vor Schluss.

Hüttenberg: Plaue, Böhne; Schwarz (1), Kneer (1), Kirschner (1), Theiß (4), Fujita (1), Weber (11/1), Rompf (1), Zörb (1), Mappes (1), Ribeiro, Hahn, Klein, Jockel, Schreiber (7).

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