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Vizemeister EC Wallernhausen

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Das Final-Four-Team des EC Wallernhausen in Darmstadt. © pv

Landesligist unterliegt im Finale dem Gastgeber aus Darmstadt.

Darmstadt/Wallernhausen (tfr/red). Der EC Wallernhausen hat die Eishockey-Landesliga-Saison als Vizemeister abgeschlossen. Im Final-Four-Turnier gewannen die Pirates zunächst das Halbfinale gegen die Frankfurter Eintracht 1b mit 8:6, unterlagen dann aber im Endspiel dem Gastgeber ESC Darmstadt Dukes deutlich mit 3:14.

Halbfinale: EC Wallernhausen - Eintracht Frankfurt 1b 8:6 (4:1, 4:1, 0:4) . In der Landesliga gab es erstmals an einem Wochenende ein großes Finale mit den vier besten Hauptrunden-Mannschaften. Das Team um das Trainergespann Harmert/Günther traf im Halbfinale als Tabellenzweiter auf den Rangdritten aus Frankfurt. Die Schwarz-Gelben erwischten einen Start nach Maß. 21 Sekunden waren gespielt, da erzielte Kapitän Mario Repp bei seinem Comeback nach längerer Verletzungspause das 1:0.

Starkes Spiel in Überzahl

Die Freude währte allerdings nur kurz, denn vier Minuten später erzielte Timon Backes den Ausgleich. Doch die Pirates ließen sich nicht beeindrucken: Mario Willkom brachte Wallernhausen nach einem schönen Solo wieder in Führung (7.). Das Spiel des ECW gewann zusehends an Struktur und Sicherheit - und so war es folgerichtig Frank Guldner, der die Führung nur drei Zeigerumdrehungen später auf 3:1 ausbaute. Die Frankfurter hatten in dieser Phase dem ECW-Angriffswirbel wenig entgegenzusetzen. Erneut in Überzahl fiel 30 Sekunden vor Drittelende das beruhigende 4:1, Simon Platzer hatte für Frank Guldner aufgelegt.

Im zweiten Drittel dominierte Wallernhausen weiter das Spielgeschehen, doch Torerfolge sollten zunächst nicht gelingen. Es dauerte bis zu 29. Spielminute, ehe Mario Willkom auf 5:1 stellte. Die Überzahlformation hatte wieder zugeschlagen - und legte nach: In der 31. Minute das 6:1 durch Mario Repp, kurze Zeit später traf wiederum Frank Guldner zum 7:1. Marcel Kempf im Tor der Wallernhäuser verbrachte in dieser Phase des Spiels einen ruhigen Vormittag. Einen schönen Angriff verwertete Jan Hofmann gar zum 8:1 drei Minuten vor der Drittelpause, während Frankfurt durch Markus Weber zwölf Sekunden vor Drittelschluss noch einmal auf 8:2 verkürzte.

Das letzte Drittel begann mit einem Doppelschlag der Frankfurter. Elias Herschbach und Yannick Dumor verkürzten auf 8:4 und ließen im Lager der Eintracht noch einmal Hoffnung aufkommen. Der ECW ließ indes alle Tugenden der ersten beiden Drittel vermissen. Unkonzentriert in der Verteidigung, schlechter Spielaufbau und die Abschlussschwäche der Stürmer trieben dem Trainergespann Harmert/Günther die Sorgenfalten ins Gesicht. Auch der zwischenzeitlich eingewechselte Alexander Schmidt im Tor machte nicht immer den sichersten Eindruck. Als dann ein erneuter Frankfurter Doppelschlag in der 53. Minute die ECW-Führung auf zwei Tore schmelzen ließ, war das Spiel urplötzlich wieder offen. Coach Volker Harmert reagierte, stellte auf zwei Reihen um und Kempf kehrte zurück ins Tor. Die letzten Minuten waren gekennzeichnet von unnötigen Fouls und Stückwerk, aber auch Glück und Geschick, besonders von Goalie Marcel Kempf der mit seinen Paraden das ECW-Tor sauber hielt.

Endspiel: ESC Darmstadt Dukes - EC Wallernhausen 14:3 (5:0, 3:1, 6:2). Im Finale ging es dann gegen den Top-Favoriten und Gastgeber aus Darmstadt, der sein Halbfinale mit 12:1 gegen die Bad Nauheimer Ice Devils gewonnen hatte. Zwar gelang Wallernhausen zu Saisonbeginn mit dem 3:2-Heimsieg ein Überraschungscoup, doch in den beiden anderen Spielen waren die Dukes deutlich überlegen.

Das Ziel vor dem Match: Die Null sollte so lange wie möglich stehen. Nach einer anfänglichen Überzahl, aus der man keinen Profit schlagen konnte, musste Torhüter Marcel Kempf direkt zweimal hinter sich greifen. Travis Brößler und Moritz Werner brachten in der vierten Spielminute die erste Führung für die Darmstädter. Nach dem ersten Angriffswirbel konnten die Schwarz-Gelben zwar mehr Ordnung in ihr Spiel bringen, an die Leistung des Vortags aber nicht anknüpfen. In der zwölften Spielminute fiel das 3:0 durch Tobias Schmidt, Jan Eubel und Daniel Maier erhöhten bis zur Pause auf 5:0.

Das zweite Drittel war geprägt von zahlreichen kleinen Fouls auf beiden Seiten. Der Darmstädter Top-Sturm Maier/Schmidt erhöhte bis zur 26. Minute auf 7:0, ehe Frank Guldner mit einem schönen Schuss aus spitzem Winkel für den ersten Wallernhäuser Treffer sorgte (35.). Die Freude währte nur kurz, im direkten Gegenzug stellte Tobias Schmidt den alten Abstand wieder her. Im letzten Drittel schwanden die Kräfte beim ECW. Mario Repp traf zum zwischenzeitlichen 8:2, doch Darmstadt ließ nichts anbrennen und zog auf 10:2 davon. Daran konnte auch der eingewechselte Goalie Alexander Schmidt nichts ändern. Erneut Mario Repp verwandelte einen an ihm verschuldeten Penalty zum 10:3, doch postwendend wieder der Darmstädter Gegenschlag durch Dominik Felsmann. In den letzten beiden Spielminuten klingelte es dann noch dreimal im Tor von Schmidt zum insgesamt hochverdienten 14:3-Sieg der Dukes, wenn dieser auch um einige Tore zu hoch ausfiel.

Aufstieg war kein Thema

Die Wallernhäuser wirkten nach der deutlichen Niederlage zwar deprimiert, insgesamt blickten sie jedoch zufrieden auf eine erfolgreiche Saison zurück und feierten den Vizemeister-Titel. Zumal der Aufstieg ohnehin kein Thema gewesen wäre. Trainer Thomas Günther sagte bereits vor dem Final-Turnier: »Die Frage nach der Hessenliga stellt sich für uns nicht. Zweimal schon mussten wir das ›Abenteuer‹ Hessenliga in Angriff nehmen, das Leistungsgefälle ist einfach zu groß, gerade wenn man die zweite Garde der DEL-2-Teams ansieht. Es gibt in Hessen einfach zu wenige Vereine, um eine faire Ligenstruktur hinzubekommen.«

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