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Vier Medaillen fürs Treppengeländer

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Kraftvoll: Der Büdinger Juan-Sebastian Kleta (Mitte) sprintet um die Medaillen. © Red

Juan-Sebastian Kleta zieht eine Hallen-Bilanz und will zur U20-WM in seinem Geburtsland.

Büdingen (tfr). Juan-Sebastian Kleta zählt zu den zuverlässigsten Medaillensammlern im Trikot des TV Gelnhausen. Der Leichtathlet aus Büdingen hat mittlerweile eine ganze Sammlung. »Die hängen bei uns über dem Treppengeländer. Wie viele es sind, kann ich nicht sagen«, lacht der 17-Jährige.

Allerdings kann er sofort den schönsten Sieg nennen. »Das war bei den Deutschen U16-Meisterschaften mit der 4x100-Meter-Staffel.« Kleta bekam den Staffelstab als Schlussläufer und sprintete von Platz vier zu Gold. »Ich bekomme noch heute Gänsehaut, wenn ich mir das Video anschaue«, gesteht er.

Hallenfazit fällt positiv aus

In dieser Wintersaison kamen vier weitere Medaillen fürs Treppengeländer dazu. Bei den U20-Hessenmeisterschaften in Hanau räumte er gleich drei ab. Den 60-Meter-Sprint gewann er in 6,97 Sekunden, 6,81 Meter im Weitsprung brachten Silber. Gold holte er dann noch in der 4x200-Meter-Staffel zusammen mit Zwillingsbruder Juan-Esteban Kleta. Der Realschüler sprach im Anschluss von Titelkämpfen mit Licht und Schatten: »Der Höhepunkt war sicherlich Staffel-Gold zusammen mit meinen Bruder. Nicht so zufrieden war ich mit meinen Weitsprüngen. Obwohl die Weite stimmte, fühlten sich die Versuche komisch an. Das kann durchaus daran liegen, dass ich in diesem Winter noch nicht so viel Weitsprungtraining hatte.«

Bei den weniger später stattfindenden Deutschen U20-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen lief es an und in der Sprunggrube besser. Er holte Weitsprung-Bronze, 7,22 Meter bedeuteten zudem Saisonbestleistung für ihn.

Über 60 Meter lief Kleta ebenfalls Saisonbestleistung: 6,89 Sekunden brachten Rang sechs. »Ich hätte nicht gedacht, dass ich nach meinen wenigen Weitsprung-Trainingseinheiten dreimal die Sieben-Meter-Marke knacke und dann noch Saisonbestleistung springe«, bilanzierte der 17-Jährige. Im Sprint sei schon die Qualifikation für den Endlauf gegen die ältere Konkurrenz ein großer Erfolg gewesen. »Dass ich dann noch meine Jahresbestzeit um fast eine Zehntelsekunde verbessern konnte, ist natürlich super.«

Es hätte unter dem Strich sogar die eine oder andere Medaille mehr sein können. Bei den Hessischen Hallenmeisterschaften der Aktiven in Frankfurt-Kalbach verpasste er Bronze um 0,01 Sekunden. Oberschenkelprobleme bremsten ihn aus, weshalb die Uhr bei »nur« 7,00 Sekunden stoppte.

Sein Hallen-Fazit fällt trotzdem positiv aus: »Ich konnte mich von Wettbewerb zu Wettbewerb steigern und kam beispielsweise über die 60 Meter nahe an meine Bestzeit von 6,83 Sekunden heran.«

Aktuell bereitet Kleta sich auf die Freiluftsaison vor. Fünf Trainingseinheiten pro Woche stehen an. Da bleibt nicht viel Zeit für andere Dinge. Wenn doch, zockt er an der PlayStation oder fährt Inliner. »Im Sommer gehe ich noch gerne ins Schwimmbad«, ergänzt er.

Die Wettkämpfe beginnen im Mai. Dann will der Leichtathlet seine Bestzeiten verbessern, beispielsweise 7,52 Meter im Weitsprung überbieten.

Sein großes Ziel ist ein anderes: die Qualifikation für die U20-Weltmeisterschaft in Cali. »Es wäre ein Traum, im August in meinem Geburtsland Kolumbien an den Start gehen zu können.« Die größte Qualifikationschancen rechnet Kleta sich im Weitsprung aus, »weil dort die nationale Konkurrenz nicht so groß ist«. Zudem versucht der TVG-Athlet sein Glück über die 100-Meter-Distanz.

Probleme beim Zwillingsbruder

Für Zwillingsbruder Juan-Esteban Kleta läuft es aktuell nicht ganz nach Plan. Gesundheitliche Probleme vermasselten ihm (fast) die komplette Wintersaison. Nun hofft er auf den Sommer. Von Torben Frieborg

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