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Verband beendet Saison in Hessen

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Von: red Redaktion

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Die Punktrunde sowie Meisterschaften sind für diese Saison vorbei. Offene Turniere und die Hoffnung auf Pokalpartien bleiben den Vereinen nach der HTTV-Entscheidung. © pv

Nur die Vorrunde wird gewertet, Auf- und Abstieg bleiben unberührt von der Entscheidung des HTTV. In der Wetterau darf nur die SG Rodheim weiterhin Punktspiele austragen.

(vho/cso). Das Präsidium des Hessischen Tischtennis-Verbandes (HTTV) hat am Dienstag einstimmig beschlossen, dass der Mannschaftsspielbetrieb ab der Hessenliga abwärts abgebrochen wird. Der Stand nach der Vorrunde gilt als Abschlusstabelle. Die Auf- und Abstiegsregelungen bleiben unberührt. Mannschaften, die sich für die Teilnahme an Relegationsspielen qualifiziert haben, erhalten automatisch das Startrecht in der höheren Spielklasse. Mannschaften, die auf dem Relegationsrang nach unten stehen, bleiben in der Klasse.

Die Pokalrunde bleibt weiterhin unterbrochen, soll aber bei einer besseren Pandemie-Lage fortgesetzt werden. Die Hessischen Einzelmeisterschaften der Senioren sowie die Hessischen Mannschaftsmeisterschaften der Senioren werden abgesagt. Offene Turniere dürfen, wenn sie behördlich erlaubt sind, durchgeführt werden.

Das Präsidium begründet den Abbruch der Saison damit, dass die Gesundheit der Spieler Priorität hat. Prognosen über die Dauer des Geschehens seien nicht möglich. Neben den geplanten Weiterführungen der Turniere und des Pokals will der Verband »weitere alternative Angebote« bereitstellen. Dazu zählt unter anderem die Wiederaufnahme der Juniorcups.

Der Spielbetrieb war nicht mehr ohne Nachteile für durch die Pandemie betroffenen Vereine zu gewährleisten, wie der Verband in seiner Pressemitteilung darstellt: »Durch hohe Infektionszahlen, dadurch entstehende Quarantäne, etc. ist der Spielbetrieb angesichts unvollständiger Teams nicht mehr fair auszutragen. Darüber hinaus ist es durch das zeitliche Limit eines trotzdem schon angedachten, bis Ende Mai ausgeweiteten Rahmenterminplans, nicht möglich, eine komplette Rückrunde durchzuführen.« Auch seien Vereine durch Schließung der Hallen in den Osterferien oder an Brückentagen betroffen. Die Zahl der Spiele, in denen sich Teams auf die Austragung geeinigt hatten, war gering.

Der Vergleich mit anderen Sportarten wie beispielsweise Handball oder Fußball sei nur schwer möglich. »Die Grundvoraussetzungen sind völlig anders als im Tischtennis. Diese Sportarten haben in der Regel einen größeren Kader, Ausfälle können leichter kompensiert werden. Außerdem sind die Altersstrukturen der genannten Sportarten nicht vergleichbar«, begründet das Präsidium seine Entscheidung, die ihm sehr schwergefallen sei, »da ein Mitgliederverlust und vor allem die Auswirkungen auf den Nachwuchsspielbetrieb allen Beteiligten bewusst sind«.

Betroffen sind alle Wetterauer Vereine. Lediglich die SG Rodheim, deren erste Damen-Mannschaft um Oberliga-Punkte spielt, kann die Punktrunde fortsetzen, weil der Spielbetrieb in den Oberligen unter dem Dach des Deutschen Tischtennis-Verbands statt stattfindet.

Henrik Jasper betrachtet die Entscheidung des hessischen Verbands mit gemischten Gefühlen. »Ich hätte gerne gesehen, dass man im Rahmenterminplan noch mal zwei Wochen an die Saison dranhängt und uns damit etwas Luft verschafft«, sagt der Wetterauer Kreiswart, ist sich aber auch im Klaren darüber, dass dies hinsichtlich der neuen Saison 2022/23 wieder mit einem »nicht unerheblichen administrativem Aufwand« verbunden gewesen wäre.

Einleuchtend für Jasper ist das Argument der Altersstruktur. »Im Kreis Wetterau sind über 50 Prozent der Spieler über 60 Jahre alt und damit Risikopersonen.« Viele heimische Clubs hätten darüberhinaus bereits im Spätherbst signalisiert, dass sie mit Anwendung der 2G+-Regel keine Wettkämpfe absolvieren wollten. Den Vergleich mit der Outdoor-Sportart Fußball erachtet der Kreiswart derweil als irrelevant.

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