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Unter Zugzwang

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Hannah Niebergall (vorne) muss mit der HSG Gedern Nidda um jeden Ball kämpfen. © Ralph Lehmberg

Gedern/Nidda (flo). Schaffen die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda den direkten Klassenerhalt oder müssen sie in die Abstiegsrunde? Der Kampf um den so begehrten sechsten Platz gestaltet sich äußerst dynamisch, die Ausgangslage ändert sich nahezu wöchentlich. Klar ist nun aber: In der eigenen Hand hat es die Mannschaft von Trainer Christian Breiler vier Spiele vor dem Ende der Hauptrunde, nach aktuellem Stand der Dinge, nicht mehr.

Nach der bitteren 24:32-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln sollte am Sonntag (17 Uhr, Sporthalle Herbertskaul) beim Drittletzten TuS Königsdorf unbedingt ein Sieg gelingen.

Eigentlich hätte der Weg die Spielgemeinschaft in die Gerhard-Berger-Halle nach Frechen geführt. Diese jedoch ist seit gestern für den Schul- und Vereinssport geschlossen, dient fortan als Unterkunft für Flüchtlinge des Ukraine-Kriegs. Stattdessen findet die Partie sechs Kilometer entfernt in der Sporthalle Herbertskaul, ebenfalls in Frechen gelegen, und erst um 17 Uhr statt wie ursprünglich geplant um 15.45 Uhr statt.

Für die Handballerinnen aus Gedern und Nidda ist das dieses Mal allenfalls eine Randnotiz. Für sie gilt es vielmehr, nach der Abfuhr gegen Köln, schnell wieder in die Spur zu finden - und mit einem Auswärtserfolg eine realistische Möglichkeit auf den direkten Klassenerhalt zu wahren. »Wenn wir noch eine Chance auf Platz sechs haben wollen, müssen wir dieses Spiel gewinnen«, redet Breiler nicht um den heißen Brei herum. Mit einem Selbstläufer wie beim 29:19-Hinspielsieg rechnen sie bei der Spielgemeinschaft allerdings freilich nicht. Aus gutem Grund: Neun seiner elf Punkte hat Königsdorf zuhause geholt. »Sie hatten insgesamt viele knappe Spiele, aber mussten oft Lehrgeld zahlen. Das ist für einen Aufsteiger ja durchaus typisch«, weiß Breiler.

HSG kann auf Platz acht fallen

Die Tabellensituation kennt er selbstverständlich ganz genau. Der 1. FSV Mainz 05 II, auf den Gedern/Nidda noch treffen wird, ist als Rangsiebter nur einen Punkt hinter der HSG, hat dabei aber zwei Spiele weniger absolviert. Am Wochenende sind die Rheinhessinnen gleich zwei Mal gefordert - samstags gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden, sonntags beim TB Wülfrath. Der 1. FC Köln hat dank seines Erfolgs im direkten Duell in Konradsdorf ebenfalls nur noch einen Zähler weniger als das Breiler-Team, befindet sich aber nur eine Partie in Rückstand.

Am Samstag treffen die Domstädterinnen auf die HSG Kleenheim-Langgöns. Verliert die HSG Gedern/Nidda ihre eigene Partie, könnte sie vom aktuellen sechsten Rang bis auf Platz acht durchgereicht werden.

»Gegen Köln haben wir eine Chance vertan, aber das ist eben so, es geht ja trotzdem weiter. Bisher hat die Mannschaft nach schwachen Spielen immer ein anderes Gesicht gezeigt, das wollen wir auch dieses Mal schaffen«, sagt Breiler. »Wir müssen zusehen, in der Abwehr wieder deutlich stabiler zu stehen und selbst ins Tempospiel zu kommen.« Vielleicht, mutmaßt der HSG-Coach, sei es in diesen Tagen sogar vorteilhaft, auswärts ran zu müssen. »Da werden wir nicht mit den Umständen konfrontiert, nicht in unserer Halle sein zu können.« Ob die zuletzt auf der linken Außenbahn eingesetzte Yeruti Krauß die Dienstreise in den Rhein-Erft-Kreis mit antreten kann, ist krankheitsbedingt noch offen.

Drei Partien stehen nach der Auswärtsaufgabe gegen Königsdorf noch an für die Wetterauerinnen. Am 2. April hat man den Spitzenreiter SG Mainz-Bretzenheim zu Gast. Danach sind noch zwei Nachholspiele auszutragen: Am Mittwoch, den 6. April, wird die Begegnung beim 1. FSV Mainz 05 II nachgeholt. Das Duell gegen Bayer Leverkusen II ist noch nicht terminiert, soll aber dem Vernehmen nach am Wochenende des 9./10. April stattfinden.

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