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Traumelf mit einem Olympioniken im Tor

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Kai Möllers Aufstiegskapitän in Ober-Mockstadt: Max Jakob (vorne). © Ralph Lehmberg

Kai Möller aus Eschenrod stellt seine »Traumelf« zusammen. Unter anderem steht ein Zehnkampf-Olympionike im Tor.

Von Torben Frieborg

Keine Frage: Kai Möller hat während seiner Fußballer-Laufbahn einiges erlebt. Ist in all den Jahren auf etliche Mit- und Gegenspieler getroffen. Mit vier Jahren trat er für seinen Heimatverein KSV Eschenrod das erste Mal gegen das runde Leder. »Als der KSV in der C-Jugend keine Mannschaft mehr stellen konnte, schloss ich mich dem FC Alemannia Gedern an«, erinnert sich der Projektleiter bei Medion.

Es sollte nicht sein letzter Wechsel bleiben. In den Jahren danach streifte Möller noch einige Trikots über, spielte unter anderem für den TSV Grebenhain in der Verbandsliga und für den FV Bad Vilbel in der Hessenliga.

Als Trainer (oder Spielertrainer) war er für den KSV Eschenrod, die SG Ober-Mockstadt, den TV Kefenrod, die TSG Ober-Wöllstadt, den FC Nieder-Florstadt und Germania Ockstadt aktiv. Bis zum Ende dieser Runde steht Möller bei der SpVgg Mücke (Kreisliga A Alsfeld) an der Außenlinie. Danach geht es für ihn zurück in den Fußballkreis Büdingen: Ab Sommer übernimmt der DFB-Stützpunkttrainer Kreisoberligist SG Nieder-Mockstadt/Stammheim.

Bevor Möller seine neue Aufgabe angeht, blickt er bei der Zusammenstellung seiner »Traumelf« auf die vergangenen 40 Jahre zurück. Denkt an den Aufstieg als Trainer mit Eintracht Ober-Mockstadt. Oder an die Meisterschaft als Spieler mit Ober-Wöllstadt. Aber auch an die »geniale« Hallenkreismeisterschaft mit Teutonia Staden und an das eine oder andere kuriose Tor.

»Weil es so viele schöne Momente gab, wollte ich unbedingt Akteure auswählen, die mir in der Vergangenheit mehrmals über den Weg gelaufen oder aus anderen Gründen zu speziellen Weggefährten geworden sind. Ich hätte locker 40 Spieler nennen können. Am Ende des Tages habe ich eine bunte Truppe mit Akteuren aus verschiedensten Abschnitten meiner Laufbahn zusammengestellt«, erklärt der 44-Jährige.

So charakterisiert Kai Möller die nominierten Spieler seiner Traumelf (in Klammern stehen die Vereine, für die diese Akteure damals aktiv waren, als Möller gegen oder sie oder mit ihnen spielte):

Tor

Thorsten Dauth (TSG Ober Wöllstadt): »Toto« durfte ich als Gegenspieler und Mitspieler erleben. Er war einfach eine Maschine - und das nicht nur als Fußballer: Er nahm als Zehnkämpfer an den Olympischen Spielen teil und stand als Fußballer unter anderem bei Kickers Offenbach im Tor. Als Mitspieler durfte ich mit ihm den Aufstieg feiern und als Gegenspieler erinnere ich mich noch an eine besondere Begegnung: Ich war eigentlich ein relativ sicherer Elfmeterschütze, hatte bis zu jenem Match - glaube ich - neun in Serie verwandelt. Als ich gegen Toto einen Elfer schießen musste und er mit ausgebreiteten Armen vor mir stand, wirkte das Gehäuse klein wie ein Handball-Tor. Leider hielt er den Elfer. Auch außerhalb des Platzes ein toller Typ.

Abwehr

Markus Husterer (FSV Frankfurt): »Husti« holte mich damals zur vom FSV Frankfurt organisierten FFH-Fußballschule. Ein super Typ und Ex-Profi. Wenn er etwas macht, dann immer zu hundert Prozent. Sehr bodenständiger und lustiger Typ, mit ihm hat man immer Spaß. Er war als Profi mit Eintracht- und Bayern-Vergangenheit ein eisenharter Innenverteidiger. Jetzt Kollege als DFB-Stützpunkttrainer.

Marc Ortwein (TSV Grebenhain): Marc ist einer der besten Verteidiger, mit dem ich zusammengespielt habe. Zweikampfstark, gutes Stellungsspiel - auf ihn war immer Verlass. Offensiv erzielte er sogar oft wichtige Tore. Besonderheiten: Er musste immer die Rückennummer 15 tragen und ist glühender Bayern-Fan.

Thomas Stoll (Teutonia Staden): Tommy war die Zuverlässigkeit in Person. Absoluter Ruhepol der Mannschaft. Als Ex-Profi bei Wattenscheid und Spieler bei der Eintracht, man merkte ihm natürlich die große Erfahrung an. Habe sehr viel von ihm lernen dürfen. Er hatte leider zum Ende seiner Karriere mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Heute beim Sportkreis Wetterau aktiv.

Mittelfeld

Jochen Eckl (KSV Eschenrod): Mit Jochen absolvierte ich als Vierjähriger mein allererstes Fußballspiel. Es gibt heute noch ein legendäres Foto davon. Auf die Wiederholung im Seniorenbereich mussten wir aber warten, bis wir über 40 Jahre alt waren. Super linker Fuß und genialer Standardspezialist. Hat aber nur einen »linken Fuß«.

Tim Schlosser (Sportfreunde Oberau / SV Reichelsheim): Tim ist ein langjähriger Weggefährte und sehr angenehmer Zeitgenosse. Wir standen uns schon sehr oft in direkten Duellen gegenüber, trafen im zentralen Mittelfeld direkt aufeinander. Leider spielten wir nie zusammen. Tim war immer sehr ballsicher und hatte eine super Übersicht. In der Halle spielte er auch gerne mal durch…

Mustafa Belge (Sportfreunde Oberau / SV Nieder Wöllstadt): Mit »Muschel« habe ich heute noch regelmäßig Kontakt. Wir kannten uns schon aus der Jugend, wo er bei den Sportfreunden Oberau spielte. Extrem zweikampfstarker Sechser, den sich jeder in der Mannschaft wünscht. Für die Gegner dagegen sehr unangenehm, zumal er immer für eine gelbe Karte gut war. Früher mein Mit- und Gegenspieler, heute trainiere ich seinen Sohn in den Auswahlmannschaften - so ist das manchmal.

Max Jakob (SG Eintracht Ober-Mockstadt): Mein Kapitän bei der SG Eintracht Ober Mockstadt. Absoluter Vereinsmensch und Führungsspieler. Auf Max ist immer Verlass, egal ob auf dem Platz oder beim Kabinen-Anstrich. Er geht immer voran und kann ein Team mitreißen, Wahrer Kapitän, den sich jeder Trainer wünscht. Die Mannschaft hat ihm damals sogar ein eigenes Lied «komponiert«.

Sturm

Sascha Bingel (SG Niedermockstadt/Stammheim / Teutonia Staden): Sascha war einfach ein Torgarant, in jeder Saison immer für 20 Tore und mehr gut. Extrem abgezockt vor dem Kasten, mit einem begnadeten linken Fuß. Bei Freistößen 18 bis 25 Meter vor dem Tor wusste man schon, dass der Ball sitzt. Spielte leider nie mit ihm zusammen. In Staden lernten wir uns damals kennen, er als A-Jugend-Spieler und ich als Senioren-Spieler. Auch ein langjähriger Weggefährte als Spieler und Trainer. Haben heute auch noch regelmäßig Kontakt und tauschen uns aus.

Thorsten Braun (Blau-Weiß Schotten / Teutonia Staden): »Toto« holte mich damals als Spieler nach Staden. War eine super Zeit, leider war er nur ein halbes Jahr mein Spielertrainer, da er sich beruflich veränderte und das Traineramt nicht mehr ausüben konnte. Mega ehrgeizig und sehr professionell. Als Spieler war er ein Topstürmer mit einem Schuss wie ein Pferd - und oft waren die Plätze zu klein für seine Geschwindigkeit. Hatte leider auch zu oft mit schweren Verletzungen zu kämpfen.

Christian Adler (SV Nieder Wöllstadt / Teutonia Staden): Mit dem »Langen« spielte ich in Staden und in Nieder-Wöllstadt. Sehr unangenehmer Gegenspieler für alle Abwehrspieler, arbeitete mit allen Tricks und setzte seinen Körper ideal ein. Extrem kopfballstark, wir waren immer ein sehr gutes Tandem. Ich war nicht der schlechteste Standardschütze - Christian wusste, wo das Tor steht und wo der Ball hinkam. So haben wir nach Eckbällen oder Freistößen sehr viele Tore produziert. Auch für die dritte Halbzeit sehr gut zu gebrauchen. Christian war immer ein Sprachrohr in der Mannschaft.

Joker

Andi Fleischer (Teutonia Staden): »Der Fliggo« war ein super Strafraumstürmer und ein mega Hallenspieler. In Staden wurden wir gemeinsam Hallenkreismeister. Zusammen auf dem Parkett mit Andi und Oli Eckl in der Halle - das war Hallenfußball vom Feinsten. Andi war auch auf dem Feld vor dem Tor eiskalt und immer sehr mannschaftsdienlich. Menschlich auch eine Rakete. Musste seine Karriere wegen Verletzungen relativ früh beenden.

Martin Böcher (SG Eintracht Ober-Mockstadt): Martin ist zusammen mit Ralf »Fiffi« Grauling Mr. Eintracht Ober-Mockstadt. Martin ist immer da, wenn man ihn braucht - ob als Torwart, Spieler, Spielausschuss, Platzwart oder Thekendienst. Einen wie ihn braucht jeder Verein. Ein absolutes Vorbild. Mit ihm bin ich ebenfalls Hallenkreismeister mit Staden geworden, Wie sollte es auch sein: Martin wurde kurzfristig gebraucht, da sich unser Torhüter sich hatte. Er sprang ein und spielte eine überragende Endrunde. Typisch Martin.

Udo Gerlach (FV Bad Vilbel): Udo Gerlach ist kein Joker auf der Ersatzbank, sondern mein Joker-Trainer. Er war mein erster Senioren-Coach beim FV Bad Vilbel. Er hatte damals schon sehr gute Ansätze bezüglich der neuen Trainingsmethoden. Machte immer sehr viel Spaß mit ihm. Auch außerhalb des Platzes hatten wir immer viel Spaß.

Trainer

Martin Hohmann (TSV Grebenhain): Martin war ein super Trainer. Hat zu Recht den FSV Frankfurt und Borussia Fulda trainiert. Sehr professionell und ein super Training. Man versucht zwar als Trainer seinen eigenen Weg einzuschlagen und von jedem Coach, den man in seiner Karriere hatte, etwas mitzunehmen. Aber ich denke, Martin hat mich am meisten geprägt.

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