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Traumelf mit Aufstiegshelden

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Mario Anthis kennt Tim Hofmann (rechts) aus gemeinsamen Tagen beim FSV Dauernheim. Hofmann nimmt einen Platz in der Traumelf-Abwehr ein. © Ralph Lehmberg

Mario Anthis, Trainer des Fußball-A-Ligisten SG Usenborn/Bergheim, stellt für den Kreis-Anzeiger seine »Traumelf« zusammen.

Von Torben Frieborg

Mario Anthis hätte auch eine Elf aus ehemaligen Mit- und Gegenspielern »basteln« können. »Ich habe mich aber dafür entschieden, eine Mannschaft aus Spielern zusammenzustellen, die ich in meiner langen Zeit als Trainer oder Spielertrainer betreuen durfte.« Und selbst da fiel ihm die Auswahl nicht leicht, »weil ich bei den meisten Klubs zwischen drei und fünf Jahren war und gerne aus jeder Mannschaft drei, vier Spieler nominiert hätte«. Der in Wolf lebende Produktionsleiter trainierte in den vergangenen 30 Jahren unter anderem schon die Sportfreunde Oberau, SG Ober-Mockstadt, SG Aulendiebach/Wolf, SG Wolferborn/Michelau/Bindsachsen, SG Steinberg/Glashütten den TV Kefenrod, FSV Dauernheim und KSC Volkartshain/Völzberg. Mit diesen Klubs feierte er sechs Aufstiege und stieg nur einmal ab. Einmal schrammte Anthis sogar haarscharf am Aufstieg in die siebthöchste Spielklasse vorbei, als er mit Germania Ortenberg an der Relegationsrunde zur Gruppenliga teilnahm. Zwei Kreispokale heimste Anthis ebenfalls ein. Der letzte Coup liegt erst einige Monate zurück, als er mit Gruppenligist Sportfreunde Oberau einen 1:0-Sieg Finalsieg gegen den FC Alemannia Gedern feierte.

»Meine schönste Zeit«, da ist sich der 54-Jährige sicher, »war meine erste Spielertrainerstation in Volkartshain.« Der damals 25-Jährige wurde »ins kalte Wasser geworfen«. Dank einer tollen Truppe und dank einer sensationellen Kameradschaft standen am Ende der Runde Pokalsieg und Aufstieg in die A-Liga.

In der anstehenden Rückrunde trainiert Anthis den Büdinger A-Ligisten SG Usenborn/Bergheim. »Wir wollen uns so schnell wie möglich von der Abstiegszone entfernen. Zudem will ich die Mannschaft kennenlernen, weil ich mein Engagement bei der SG nicht nach einem halben Jahr beenden möchte«, sagt der neue Coach des Tabellenneunten, der für seine nächste Traumelf bestimmt auch Usenborner nominieren wird. So charakterisiert Mario Anthis die nominierten Spieler seiner Traumelf (damalige Vereine in Klammern):

Tor

Gian-Luca Klahr (Sportfreunde Oberau): Ich muss gestehen, bei der Position des Torwarts fällt es mir sehr schwer, eine spontane Entscheidung zu treffen. Alle Torhüter meiner bisherigen Vereine hatten ihre Stärken und Besonderheiten. Beim Torwart mache ich nun eine Ausnahme und entscheide mich für einen Spieler, den ich nur kurz trainiert habe: Gian-Luca Klahr. Ihm wurden die Torwart-Gene schon in die Wiege gelegt. Er strahlt trotz seines jungen Alters sehr viel Ruhe und Präsenz aus. Gian-Luca besitzt zudem eine enorme Reaktionsfähigkeit. Den gelegentlichen »Bruder Leichtfuß« kann man ihm gerne verzeihen.

Abwehr

Tim Hofmann (FSV Dauernheim): Tim war in Dauernheim einer aus der jungen Garde. Er spielte hauptsächlich auf der rechten Außenbahn und entwickelte sich zu einem der Leistungsträger der Mannschaft. Ein Spielertyp mit »großer Klappe«, auf den man nicht böse sein kann. Wenn er auf sich selbst hören würde, müsste er in der Verbandsliga spielen. Zudem ein Feierbiest.

Patrick Goldmann (TV Kefenrod): Sehr zweikampfstarker Defensivspieler. Kann seine Mitspieler vor und vor allem auch während eines Spiels mitreißen. Patrick ist zu recht Kapitän des TV Kefenrod, er ist das perfekte Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer. Bewundernswert, wie er nach einer durchzechten, feuchtfröhlichen Nacht am nächsten Tag 90 Minuten guten Fußball spielen kann.

Jonas Jacobi (SG Aulendiebach/Wolf): Was soll ich sagen? Jonas ist ein Phänomen. Als junger Bursche schon ein wichtiger Spieler in Aulendiebach. Aktuell in der Gruppenliga immer noch ein absoluter Leistungsträger für die Sportfreunde Oberau. Schnell, wendig, zweikampfstark und trotz seiner eher geringen Körpergröße ein überragender Kopfballspieler.

Benni Röhlig (SG Wolferborbn/Michelau/Bindsachsen): Ich lernte Benni als ganz jungen Spieler bei der SG Wolferborn/Michelau/Bindsachsen kennen. Er ist ein vielseitig einsetzbarer und sehr ehrgeiziger Kicker. Benni wurde von mir, mit Einführung und Umstellung auf Viererkette, vom Offensivspieler zum linken Verteidiger »umgeschult«. Aufgrund seiner physischen Voraussetzungen erfüllte er diese Aufgabe ideal. In Kefenrod spielte er wieder etwas offensiver und wurde zum besten Torschützen innerhalb der Aufstiegsmannschaft. In der aktuellen Runde hat er den Sprung in die Gruppenliga geschafft.

Mittelfeld

Daniel Kristek (SG Aulendiebach/Wolf): Es wird wohl kaum jemanden im Kreis Büdingen geben, der »Dedda« nicht kennt. Ein Schlitzohr auf dem Fußballplatz. Trainings- und lauffaul, aber immer gefährlich und für einige Tore im Aufstiegsjahr in Aulendiebach verantwortlich. Hat das ein oder andere Tor nicht mit dem Fuß oder Kopf erzielt. Was ihn besonders sympathisch macht: Er ist Schalke-Fan.

Felix Tessmann (Germania Ortenberg): Auch wenn Felix für einige Mannschaften vielleicht ein rotes Tuch ist, war ich sehr froh, dass er zu meiner Zeit als Trainer in Ortenberg zur Mannschaft gehörte. Technisch und läuferisch stark und sehr mannschaftsdienlich. Im Spiel oftmals sehr temperamentvoll, entsprechend musste ab und zu im Spiel rechtzeitig reagiert werden. Außerdem ist Felix ein feiner Mensch.

Patrick Müller (SG Steinberg/Glashütten): Patrick war zu seiner aktiven Zeit ein überragender Fußballer. Mit einer für ihn sehr typischen Art Fußball zu spielen, konnte er spontan Dynamik in sein Spiel bringen. In Erinnerung bleibt mir bis heute sein geniales Spiel in Lorbach, das die Grundlage für den Aufstieg in die Kreisoberliga war.

Sascha Hess (FSV Dauernheim): Sascha hat mich damals, gemeinsam mit Frank Horn, nach Dauernheim geholt. Dort habe ich drei sehr schöne und erfolgreiche Jahre, verbunden mit dem Aufstieg in die Kreisoberliga, verbracht. Er hat immer gemurrt, wenn ich ihn auf die Sechser-Position gestellt habe, dort aber ganz starke Leistungen gebracht. Ein Vorbild für die jungen Spieler bezüglich Einsatz und Wille. Wollte Woche für Woche die Fußballschuhe an den Nagel hängen, spielte dann aber doch weiter. Seine größte Schwäche: Bayern-Fan!

Christian Mäser (SG Wolferborn/Michelau/Bindsachsen): »Mäsi« war zu meiner Zeit bei der SG ein sehr wichtiger Spieler im defensiven Mittelfeld. Sehr präsent auf dem Platz, er holte immer das Letzte aus sich heraus. Hat den Sprung in die Gruppenliga gewagt und sich in Marköbel mittlerweile auch seinen Stammplatz erarbeitet. Sorgte für gute Stimmung in der Kabine und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.

Sturm

Wolfgang Peppel (KSC Volkartshain/Völzberg): Wolfgang ist vielleicht nur wenigen Menschen im Kreis Büdingen bekannt. Er wohnte früher in Büdingen, spielte auch kurzfristig bei der SG, hatte seine fußballerischen Wurzeln aber immer im Kreis Lauterbach. Ein Mittelstürmer der alten Schule: groß und stämmig. Seine Heimat war der Strafraum. Er war mit ein Garant dafür, dass wir bei meiner ersten Station als Spielertrainer das Double (Aufstieg und Pokalsieg) mit dem KSC Volkartshain/Völzberg feiern konnten.

Joker

Jan Albus (TV Kefenrod): Wohl dem, der Jan als Spieler kennengelernt hat. Jan ist ein sehr disziplinierter und ehrgeiziger Spieler und kann eigentlich auf fast allen Positionen eingesetzt werden. Trotz seines »hohen« Alters hielt er zu meiner Zeit beim TVK mit vielen jüngeren Spielern problemlos mit. Ich war immer froh, wenn Jan vor einem Spiel von Kefenrod signalisierte, dass er im »Notfall« für das Wochenende zur Verfügung steht.

Tahir Belabidia (Germania Ortenberg): Tahir gehörte in Ortenberg zu den besten Mittelfeldspielern im Kreis Büdingen. Ein technisch starker Fußballer, der aufgrund seiner Dynamik Spiele entscheiden konnte. Zudem war Tahir, genauso wie Kasem Ouhalli und Ömer Ali Bas, ein genialer Hallenspieler und bei den Hallen-Masters für die guten Platzierungen der Germania mitverantwortlich.

Olof Göbel (SG Steinberg/Glashütten): Zu meiner Zeit in Steinberg/Glashütten ein hervorragender Innenverteidiger mit einem sehr guten Kopfballspiel. Olof war im Aufstiegsjahr eine sehr große Stütze in der Defensive. Ging bei jedem Eckball oder Freistoß mit in den gegnerischen Strafraum und sorgte dabei immer für sehr große Gefahr. Auch für die »dritte Halbzeit« ein wichtiger »Spieler«, einfach ein sympathischer Typ.

Trainer

Herrmann Hau (Alemannia Gedern): Da ich schon im Alter von 25 Jahren meine Laufbahn als Spielertrainer begonnen habe, ist eine Auswahl an eigenen Trainern im Seniorenbereich nicht allzu groß. Ein Trainer und Vorbild, von dem ich zu meiner aktiven Zeit als Spieler in Gedern viel gelernt habe, ist Herrmann Hau. Ich freue mich immer, wenn ich ihn auf dem Sportplatz in Schotten treffe. Ein toller Mensch!

Zur Serie

In unserer Lokalsportserie »Meine Traumelf« stellen Fußballer eine Mannschaft aus Spielern zusammen, auf die sie in der Regel während ihrer aktiven Zeit getroffen sind. Dabei muss es sich nicht nur um Mitspieler handeln - es können auch Gegner sein, die in Erinnerung geblieben sind. Heute: Teil 24 mit Mario Anthis. TFR

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Christian Mäser (links) steht in der Traumelf, weil er zu seiner Zeit bei der SG Wolferborn/Michelau/BIndsachsen auf dem Platz und in der Kabine überzeugte. © Ralph Lehmberg

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