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Trainerwechsel in Rommelhausen

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Spitzenspiel: Tim Müller (links) gastiert mit Tabellenführer SG Wallernhausen/Fauerbach bei Tim Bausch (Mitte) und Verfolger SV Rainrod. © Ralph Lehmberg

Kreis Büdingen (pem). Nach einer fast dreimonatigen Winterpause geht die Fußball-Kreisliga A Büdingen in ihre Rückrunde. Und der Start hat es mit zwei Spitzenspielen gleich in sich. Die ersten vier Mannschaften der Tabelle sind unter sich (alle Termine auf Seite 13).

Nur ein Aufstiegsplatz ist in dieser Saison zu vergeben. Darum kämpfen im wesentlichen drei Teams. Am ersten Spieltag der Rückrunde treffen zwei davon - Tabellenführer SG Wallernhausen/Fauerbach und Verfolger SV Rainrod - direkt aufeinander. Da diese weit überlegen das Feld anführen, könnte schon dieses Spiel wegweisend sein. SG-Trainer Christian Haardt spricht »witterungstechnisch« von einer schwierigen Vorbereitung. Dafür sehe es personelle ordentlich aus. Angeschlagen sind Nils Rinker und Robin Lang. Aber die Wallernhäuser verfügen ohnehin über einen guten und ausgeglichenen Kader.

Das Hinspiel zu Hause gewann die Haardt-Elf denkbar knapp mit 1:0. Kein Wunder, dass die Rainröder nun zu Hause auf Revanche sinnen. »An diesem Tag hätten wir ein Remis verdient gehabt, waren aber nicht so durchschlagskräftig vorne«, sagt SVR-Spielertrainer Sven Diedrich. Die Vorbereitung sei gut gelaufen, alle Spieler seien fit. Aktuell nicht zur Verfügung stehe allerdings Patrick Kempel, der in der Vorrunde meist das Tor hütete. Für ihn spielt Routinier Björn Lingner. Ibrahim Aldada verließ den Verein. Aus Ober-Schmitten kam Philipp Reutzel. Diedrich glaubt nicht, dass der Aufstiegsstress zu groß ist: »Wir spielen in der Kreisliga A. Weder vom Verein noch von mir wird Druck aufgebaut. Es soll Spaß machen, alle sind relativ entspannt.«

Die beiden Mannschaften spielten in der Vorrunde so überlegen, dass es nur jeweils eine Niederlage gab. Die einzige Elf, die bisher auf diesem Niveau mithielt, war der FC Alemannia Gedern II . Die Elf von Spielertrainer Tino Schmitt hat ebenfalls noch Chancen auf die Meisterschaft. Allerdings musste die Mannschaft stärker als im ersten A-Liga-Jahr Spieler durchwechseln. So konnte die Mannschaft in der Vorrunde nicht so konstant agieren wie die Rainröder und Wallernhäusern.

Auf dem vierten Platz steht die SG Rohrbach/Büches . Es steht schon jetzt fest, dass die Rohrbacher im Sommer eine neue Partnerschaft mit dem KSV Aulendiebach eingehen wollen. Die Trennung vom bisherigen Partner SV Büches verläuft nicht harmonisch. Von dort kam der Vorwurf, die Rohrbacher Seite hätte den SVB vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Konsequenz ist, dass schon jetzt viele Bücheser Akteure der Spielgemeinschaft den Rücken kehren. Sportlich seien die Abgänge zu bewältigen, so Heiko Schneider aus dem Rohrbacher Spielausschuss. Aus dem Stamm würden lediglich Sascha Lang und Moritz Kahlert der SG nicht mehr zur Verfügung stehen; Stürmer Louis Göckel, der prominenteste Neuzugang im Vorjahr, spiele hingegen weiter. »Wir sind zwar mit acht Punkten Abstanden relativ weit weg vom ersten Platz, aber noch ist es möglich,« so Schneider, der mit Finn Schäfer (Sportfreunde Oberau) einen Neuzugang begrüßt.

Gedern II und Rohrbach/Büches treffen ebenfalls schon im ersten Rückrundenspiel aufeinander - die Weichen für die Restsaison werden also auch bei diesen Mannschaften früh gestellt werden.

Die Sportfreunde Oberau II führen das obere Tabellenmittelfeld an. Mit einer neuen Spielergeneration konnte die Mannschaft sich wieder leicht verbessern. Dabei haderte Trainer Michael Dorn im Oktober und November noch mit einer Verletzungsserie bei beiden Teams. Doch diese Phase ist nun vorbei. »In jedem Training hatten wir über 20 Mann dabei«, so Dorn. Vor allem Jonah Loos und Niklas Sachs würden nun wieder zur Verfügung stehen. In der Winterpause habe sein Team vor allem Fitness trainiert. Um die ewige Routine der Dauerläufe zu unterbrechen, fielen den Sportfreunden auch ungewöhnliche Trainingsmethoden ein. »Wir waren unter anderem auch mehrfach beim Boxtraining«, so Dorn.

Der neuen Spielgemeinschaft SG Geiß-Nidda/Steinberg/Glashütten steht ein Trainerwechsel bevor: Sven Schaumburg, der zusammen mit Deniz Türk das Team trainiert, hat seinen Abschied für den Sommer bekannt gegeben. »Konkrete Pläne habe ich noch nicht, aber für neue sportliche Herausforderungen bin ich offen«, so Schaumburg. In seiner letzten Halbserie nimmt er sich vor, die Defensive zu verbessern: »Aufgrund unserer Spielertypen spielen wir sehr offen. Dabei haben wir das ein oder andere Gegentor zu viel bekommen.« Die SG muss ab sofort auf Torwart Marcel Faust verzichten, der zum TV Kefenrod wechselte. Kurz vor der Winterpause spielte aber ohnehin meist Moritz Linkmann im Tor. Schaumburgs Ziel: Platz fünf.

Im oberen Tabellenmittelfeld steht auch noch der FC Rommelhausen . Zu Beginn der Vorrunde spielte der FC noch in der Spitzengruppe mit. Doch Vorsitzender Karl-Heinz Höflich dämpft alle Erwartungen: »Es geht um den Klassenerhalt, mehr wollen wir nicht.« Der FC wechselte während der Winterpause den Trainer. Aufgrund von »Unruhen« in der Mannschaft habe der Verein sich entschieden, Alin Carp durch Frank Lohschmidt zu ersetzen. Carp stieg als Kapitän der Mannschaft in der Rückrunde 2018 zum Spielertrainer auf. Der FCR spielte unter seiner Ägide recht erfolgreich und nahm 2019 an der Relegationsrunde zur Kreisoberliga teil. Dauerhaft reichte es nicht, um in der Spitzengruppe der Liga mitzuhalten - dazu fehlte dem Team der zweite Anzug. Carp, der in der Defensive des FCR vielseitig einsetzbar ist und auch häufig im Tor stand, werde der Mannschaft erhalten bleiben. Neu-Trainer Lohschmidt gehörte dem Vorstand. Vor zehn Jahren trainierte er den FC schon einmal in der Kreisliga B Büdingen. Schwierig sei die Lage im Kader, so Höflich. Zahlreiche verletzte Stammspieler habe der Verein aufzuweisen, darunter Stürmer Andrei Butiu, Carp oder Agon Hyseni. Der Verein habe sich sogar dazu entschlossen, das B-Team für den Rest der Saison aus dem Spielbetrieb zu nehmen

Praktisch alle Mannschaften hinter Rommelhausen - also ab dem achten Platz - haben aktuell ernsthafte Abstiegssorgen. Denn: Es kann bis zu fünf Absteiger geben. Diese Zahl ist noch nicht in Stein gemeißelt, kann durch die neu gegründeten Spielgemeinschaften oder weniger Absteiger aus der Kreisoberliga noch reduziert werden. Der VfR Rudingshain hat die beste Ausgangsposition. Nach verkorkstem Start kam unter Trainer Michael Krause im Oktober wieder Schwung ins Spiel des VfR. Besonders die Abwehrleistungen konnten deutlich gesteigert werden. Rudingshain hat einen kleinen, aber erfahrenen Kader - und gleich ein wichtiges Spiel bei der SG Ulfa/Langd vor sich.

Neu-Trainer Mario Anthis soll die SG Usenborn/Bergheim in sichere Tabellengefilde führen. »Das sind wirklich junge Burschen, generell sind hier gute Jungs dabei«, so Anthis. Schwachpunkt der SG war in der Vorrunde die geringe Abschlussquote. Außerdem muss Anthis künftig zwei Stammverteidiger ersetzen: Neben Ex-Trainer Finkernagel ging auch Kai Schneider, der zur FSG Altenstadt wechselte.

Die SG Eintracht Ober-Mockstadt geht auf Abschiedstour, bildet in der kommenden Saison eine Spielgemeinschaft mit Kreisoberligist FSV Dauernheim. Auf keinen Fall werde die SGE die Saison abschenken. Pressewart Florian Deis stellt klar: »Wir haben den Anspruch, die Klasse im 100. Jahr des Bestehens auch sportlich zu halten.« Zudem soll Trainer Ralf Eberhardt ein schöner Abschied beschert werden. Deis: »Er hat die Mannschaft in einer undankbaren Lage trainiert, sich extrem reingehängt und viel investiert.« Eberhardt wird den Verein zum Saisonende verlassen. Der Dauernheimer Michael Dietrich trainiert die neue Spielgemeinschaft.

Bereits auf einem Abstiegsplatz steht der VfR Hainchen . Wie Rene Lotze mitteilt, muss der Verein sogar noch ein paar Abgänge verkraften: Luca Clauss und Matija Lepcin gehen nach Höchst, Robin Lehr nach Heegheim. »Wir müssen mit dem was wir haben Vollgas geben«, sagt Lotze, der die Mannschaft im vierten Jahr trainiert - noch nie war die Abstiegsgefahr dabei so groß.

Der SG Ulfa/Langd fehlen aktuell fünf Punkte zum rettenden Ufer. Doch oben drauf kommen weitere Probleme, welche dem Interimstrainer-Duo Manuel Sparwald/Tobias Wolf den Fußball-Alltag erschweren. Wie Sparwald berichtet, hätten sich die Ausfälle in der Winterpause extrem gehäuft - Mark Reutzel werde in dieser Saison etwa wohl gar nicht mehr spielen, aber auch andere wie Julian Bach oder Thim Fritz, fielen aus. Außerdem wechselten Chris Thonig und Maurizio Zinner nach Ober-Schmitten. »Zurzeit ist etwa die komplette Abwehr weggebrochen,« sagt Sparwald. So stehe die Mannschaft vor dem ersten Rückrundenspiel bereits am Rande der Spielfähigkeit. Die Klasse zu halten, werde sehr schwer. Sparwald: »Wir setzen eher auf einen Neuanfang in der Kreisliga B Büdingen.«

Hinter Ulfa folgt ein Trio, das bis dato noch nicht mal eine zweistellige Punktezahl vorweist. Dazu zählt die SG Nieder-Mockstadt/Stammheim II . Auch bei der SG-Reserve gab es einen Trainerwechsel, aber mit positiven Vorzeichen: Die SG beförderte Reserve-Trainer Mario Rucco zum Cheftrainer anstelle des scheidenden Albert Repp. Die Reserve werde nun, so legt Nieder-Mockstadt Vorsitzender Mirko Rösch dar, von den aktiven Spielern Daniel Balzer und Felix Müller geleitet. Rösch sagt: »Die Hoffnung stirbt zuletzt, wir werden uns mit Sicherheit nicht aufgeben. Wir müssen hinten wieder sicherer stehen, vorne das Quäntchen Glück haben.«

In einer ähnlichen Lage steckt der SV Blau-Weiß Schotten II . Die Mannschaft von Spielertrainer Niko Doll agierte etwas unglücklich; Sehr oft war die Mannschaft dran am Punktgewinn, doch die geringe Torgefahr machte dem SV einen Strich durch die Rechnung. »Rechnerisch ist die Hoffnung noch da«, sagt Doll. Er schöpft aber noch aus anderen Gründen Hoffnung. Das Engagement in der Vorbereitung sei gut gewesen. Außerdem glaubt er, dass einige der Offensivspieler wie Nick Pfeiffer, Tim Meilinger oder Vincent Hain jetzt eingespielter seien. Allerdings verliert der SV auch einen Spieler: Mit Danny Schäfer wechselte ein überdurchschnittlich guter Spieler nach Kefenrod. Für ihn rückt Eigengewächs Nico Blößer nach.

Die rote Laterne hält die SG Büdingen . Die Elf von Spielertrainer Akin Kirsan befindet sich in einer schwierigen Lage. Zwar hat die Mannschaft einen intakten jungen Kader. Gelegentlich sorgte die SG sogar mal für eine Überraschung. Doch fehlen der Mannschaft vielleicht noch zwei bis drei weitere erfahrene Akteure, um eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.

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