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»Trainer raus«-Rufe beim OFC

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Offenbach (jm). Nach einem Viertel der Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest ist die Stimmung bei den Offenbacher Kickers endgültig im Keller. Nach dem 1:2 (0:0) gegen den FC Homburg waren überdeutliche »Trainer raus«-Rufe zu hören. Im Spiel noch auffälliger war die Schockstarre nach den beiden späten Gegentoren auf den Rängen. Dass der OFC dabei kräftig mithalf, ist symptomatisch für die Situation, aber eben auch nicht alleine mit Pech zu erklären.

Kickers Offenbach - FC Homburg 1:2 (0:0). Trainer Alexander Schmidt, Zielscheibe der Enttäuschung des OFC-Anhangs, registrierte die Reaktionen von den Tribünen ernüchtert. »Wer hört so was schon gerne«, meinte der 53-Jährige. Der Bayer, vor der Saison als Nachfolger von Sreto Ristic verpflichtet, der den OFC auf Platz drei und zum Hessenpokalsieg geführt hatte, ist noch immer ein Suchender: in Sachen Taktik, Mannschaftsaufstellung und -einstellung. Zudem steht er wegen der schwachen Auswärtsbilanz (zwei Punkte aus vier Spielen) und missglückter Personalentscheidungen unter kritischer Beobachtung.

OFC-Geschäftsführer Matthias Georg wollte sich zur im Umfeld längst leidenschaftlich geführten Trainerdiskussion am Sonntag nicht äußern, verwies stattdessen darauf, dass am Montag Gespräche anstünden. »Wir werden das aufarbeiten«, betonte er. Auch in der turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung am Abend dürfte die völlig in die falsche Richtung laufende sportliche Entwicklung Thema sein. Elf Punkte aus acht Spielen (Schnitt: 1,375 Punkte) sind eine Bilanz, die Sorgen bereitet. Der Blick beim OFC wird in den kommenden Wochen nach unten gerichtet werden müssen. Der Tabellenkeller ist deutlich näher als die Spitze, an der der SSV Ulm 1846 bereits elf Punkte enteilt ist. »Wir laufen den eigenen Ansprüchen hinterher«, räumte Georg ein und forderte für die kommenden Wochen: »Wir müssen deutlich stabiler werden.«

Gegen Homburg veränderte Schmidt seine Startelf zum wiederholten Male sowohl taktisch als auch personell: Shako Onangolo rückte für Semir Saric (Bank) nach rechts hinten, wo Schmidt die Rückkehr zur Viererkette angeordnet hatte. Für Jost Mairose (Bank) und Dominik Wanner (fehlte wegen vereitertem Zahn) rückten gegenüber dem 1:1 bei der TSG Balingen Philipp Hosiner und Törles Knöll ins Team. Und Knöll hatte nach fünf Minuten die erste Topchance, zögerte aber nach Lemmers Zuspiel zu lange mit dem Abschluss. Anschließend hatte Schmidt ein »ausgeglichenes Spiel« gesehen. Allerdings mit klarem Chancenplus für Homburg. Fabian Eisele (12.) und Thomas Gösweiner (13.) scheiterten an David Richter, Markus Mendler verzog nach 40-Meter-Sprint (12.). Die Kickers kamen über Ansätze nicht hinaus.

Auch im zweiten Durchgang tat sich der OFC enorm schwer, offensiv zu Chancen zu kommen - und durfte sich bei Richter bedanken, der mit einer Glanztat gegen Eisele das 0:1 verhinderte (69.). Wenig später führte der OFC. Der eingewechselte Lucas Hermes setzte sich energisch über links durch, passte nach innen und dort jagte Jayson Breitenbach die Kugel ins Tor (73.). »Die Führung haben wir uns in dieser Phase erarbeitet - und die darfst du einfach nicht mehr hergeben«, kritisierte Georg. »Nach der Führung hatten wir gedacht, dass wir Homburg geknackt haben«, meinte Schmidt. Ein Trugschluss. Denn der OFC demonstrierte erneut, weshalb er in dieser Saison noch nie zu null gespielt hat. Nach Perdedajs Freistoßflanke waren sich der bis dahin so starke Richter und Kapitän Sebastian Zieleniecki nicht einig - Jose Matuwila spritzte dazwischen und traf um 1:1 (83.). Drei Minuten später war Gösweiner nach einem von Richter nach vorne abgewehrten Schuss zur Stelle. »Wir waren nach der Führung zu passiv«, ärgerte sich Torschütze Breitenbach. Warum das so ist, wird ebenfalls Teil der anstehenden Aufarbeitung sein.

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