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Stolpersteine

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Nicolas Schubert (Oberau II) trifft per Kopf zum 1:0 Tor in der Heimpartie gegen Rudingshain. Das Duell gewinnt Oberau II bekanntlich 4:2. © Ralph Lehmberg

Kreis Büdingen (pem). Überraschend - und dann doch wieder nicht - steht vor dem 22. Spieltag bereits der erste Absteiger in der Fußball-Kreisliga A Büdingen fest. Dabei handelt es sich (wie berichtet) um den SV Blau-Weiß Schotten II. Die Schottener konnten am Vorwochenende bei der SG Geiß-Nidda/Steinberg/Glashütten zum dritten Mal keine komplette Mannschaft stellen und der Klassenleitung blieb keine andere Wahl, als sie vom Spielbetrieb auszuschließen.

Der frühe Zeitpunkt mag überraschen, ist aber wenigstens zum Teil die Konsequenz der unvorhersehbar hohen Zahl an Krankheitsfällen im Zuge der Corona-Welle in dieser und vielen anderen Ligen. Es waren zwar nicht so viele Spieler an Corona erkrankt, dass das Spiel hätte verlegt werden müssen. Aber, wie Schottens Spielertrainer Niko Doll darlegt, seien einige Akteure noch nicht wieder fit gewesen nach einer Erkrankung, auch habe es einige Verletzte gegeben. »Das ist historisch in der Vereinsgeschichte und sehr enttäuschend für mich,« sagt Doll, »mir war klar, dass wir bis zum Schluss gegen den Abstieg spielen würden, aber ich hatte noch dran geglaubt.« Allerdings hätte er vermutlich auch für dieses Wochenende keine Mannschaft zusammen bekommen. Es sei aktuell noch offen, ob die Blau-Weißen in der kommenden Saison ein zweites Team zusammen bekommen. Doll weiter: »Es tut mir für die sechs bis sieben Spieler leid, die regelmäßig in der Reserve dabei waren, zumal unter diesen talentierte Akteure dabei waren.« Doll selbst bleibt in die laufende Saison involviert, da er auch Co-Trainer der ersten Mannschaft ist. Abschließend sagt er zum Rückzug: »Ich bedanke mich bei allen Verantwortlichen. Aber ich danke auch Klassenleiter Gerhard Schröder, der sich dafür eingesetzt hat, noch mal eine Verlegung des Spiels hinzubekommen.« Die Schottener sind bereits in der Tabelle auf null Punkte gesetzt und somit automatisch Tabellenletzter. Der SV war engagiert, aber schwach in der Offensive, und es fehlte auch die Fortune - sechs Mal verloren die Schottener nur mit einem Tor Abstand.

Die untere Hälfte der Liga kämpft weiter gegen den Abstieg. Zwei Teams können einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt gehen, insofern sie ihre Spiele gewinnen. Die SG Usenborn/Bergheim hält den achten Platz und tritt gegen die SG Ulfa/Langd an. Unter der Ägide von Mario Anthis, der die Mannschaft seit der Winterpause trainiert, holten die Usenborner bereits viele Punkte gegen den Abstieg. Besonders starke Abwehrleistungen trugen dazu bei, während die Offensive bisher eher schwach blieb. Den Tor-Minimalismus erhob die SG zur Kunst, holte mit nur 23 Treffern 24 Punkte. Mit einem Sieg hätten die Usenborner wohl mindestens neun Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone - das wäre dann schon fast vorentscheidend. Gegen die Ulfaer sind sie wohl favorisiert. Als einziges Team haben die Ulfaer in der Rückrunde noch nicht gepunktet. Beim 4:5 in Geiß-Nidda und dem 2:4 in Gedern zeigte sich die Elf immerhin etwas torgefährlicher. Aber besonders positiv blickt Interimstrainer Manuel Sparwald nicht auf die aktuelle Lage: »Wir müssen fast jeden Sonntag mit einer anderen Truppe spielen. Auch am Wochenende sieht es wieder äußerst dünn aus, ob wir zwei Mannschaften stellen können. Wir wären froh, überhaupt mal wieder was Zählbares zu holen.« Die Spielgemeinschaft wird sich nach der Saison trennen (wie berichtet), und der VfR Ulfa, wie Sparwald mitteilt, wolle auf jeden Fall den Neuanfang in der Kreisliga B starten. In den restlichen Spielen gehe es noch darum, »sich sportlich anständig zu präsentieren.«

Im zweiten Kellerduell stehen sich der VfR Rudingshain und die SG Nieder-Mockstadt/Stammheim II gegenüber. Der VfR kann wie die Usenborner hier einen entscheidenden Stich mit einem Sieg machen. »Es ist ein Sechs-Punkte-Spiel, vielleicht das wichtigste der Saison,« sagt Trainer Michael Krause. Die Rudingshainer waren eigentlich bereits gut in die Rückrunde gestartet, erlebte doch zwei Rückschläge gegen Büdingen (2:6) und Oberau II (2:4). »Die Personallage war durch Corona und Verletzungen eher negativ,« sagt Krause; auch er selbst sei in Quarantäne gewesen. Etliche Stammspieler wie Andre Sittner, Philipp Reissky oder Dennis Öchler hätten in den letzten Wochen gefehlt,« da fielen bis zu acht Stammspieler aus, eigentlich die ganze Achse.« Dabei habe der VfR ohnehin nicht so einen großen Kader. Dass gegen die Nieder-Mockstädter drei Punkte her sollen, sei aber außerhalb jeder »Diskussion«. Die Nieder-Mockstädter landeten zwar vor zwei Wochen einen 3:1-Sieg in Gedern, doch solche Überraschungen sind selten. Auch die Nieder-Mockstädter müssen quasi von Woche zu Woche die Mannschaft wechseln, daher wird es schwer, die Klasse zu halten.

An der Tabellenspitze kann Tabellenführer SG Wallernhausen/Fauerbach gegen den VfR Hainchen seinen engen Vorsprung ausbauen, denn Verfolger SV Rainrod ist spielfrei. Die Wallernhäuser ließen zuletzt nichts anbrennen, bekamen in den letzten vier Spielen sogar kein Gegentor. Doch in einem Titelrennen, indem wahrscheinlich der erste Fehler bestraft wird, ist der VfR ein potentieller Stolperstein.

Der Abstiegskandidat überrascht oft gegen vermeintlich starke Gegner. Auch wenn der VfR weit entfernt ist von den früheren, besseren Jahren, ist die Offensive - bestückt mit Spielern wie Anton Krasniqi und Lukas Klein - doch stets gefährlich. Allerdings gewannen die Wallernhäuser im Hinspiel mit 7:0.

Die SG Geiß-Nidda/Steinberg/Glashütten tritt gegen die SG Rohrbach/Büches an. Die Geiß-Niddaer kamen nach einem schwachen Start in der Rückrunde zuletzt wieder zu Siegen, allerdings auch gegen Abstiegskandidaten wie Ulfa oder Nieder-Mockstadt. Die Rohrbacher sind nun der erste Prüfstein, ob die Platzherren vielleicht noch ein bis zwei Plätze nach vorne stoßen kann. Seit kurzem steht auch fest, dass einer der beiden Geiß-Niddaer Trainer - nämlich Sven Schaumburg - nach der Saison zu Germania Ortenberg wechseln wird. Die Rohrbacher reisen allerdings auch als favorisiertes Team an. Der Tabellenvierte findet nach ebenfalls zeitweise etlichen Ausfällen wieder zu seiner Form. Besonders Neuzugang Finn Schäfer erwies sich zuletzt als Volltreffer und traf in den beiden letzten Spielen sechs Mal.

Der FC Alemannia Gedern II spielt gegen die SG Büdingen . Die Gederner - einst zum Favoritenkreis gehörend - landeten nach einem völlig verkorksten Rückrundenstart am vorigen Wochenende gegen Ulfa-Langd den ersten Sieg im neuen Jahr (4:2). Noch immer kann Trainer Tino Schmitt hier nicht aus dem Vollen Schöpfen. Viele Liga-Experten bescheinigen den Büdingern, dass sie deutlich verstärkt aus der Rückrunde kamen. Besonders der zurückgekehrte Stürmer Almin Karalic ist nun Aktivposten bei der SG. Aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Büdinger haben noch Chancen auf den Klassenerhalt, aber zwei Siege sind noch zu wenig.

Schließlich stehen sich noch die Sportfreunde Oberau II und der FC Rommelhausen im Derby gegenüber. Die Sportfreunde befinden sich im Höhenflug, sind die drittbeste Rückrundenmannschaft. In diesem Spiel treffen die beiden besten Sturmreihen der Liga aufeinander: die Oberauer Enis Gjoshi (20 Tore) und David Juschzak (14) haben leicht die Nase vorne gegenüber den FCR-Stürmern Andrei Butiu (19) und Gheorghe Anghel (13). Die Rommelhäuser sind längst nicht in der Form, die sie zu Saisonbeginn hatten, spielen aber solide und können durchaus Chancen beim Nachbarn anmelden.

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