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Starker Auftritt, frustrierendes Ende

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Kassel (mn). 0:1 in der Serie - und alles ist völlig offen. In einem Playoff-Viertelfinale auf Augenhöhe hat der Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim am Mittwoch eine bittere 1:2 (1:1, 0:0, 0:0/0:1)-Niederlage nach Verlängerung akzeptieren müssen. In der 65. Minute fand ein Schlenzer von Oliver Granz den Weg ins Tor von Felix Bick. Den 2626 Zuschauern in der Eissporthalle am Auepark - darunter etwa 250 Fans aus der Wetterau - war fesselnde Abendunterhaltung geboten worden, die Appetit auf mehr wecken konnte.

Den Treffer für die Gäste zum zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Jordan Hickmott markiert. Weiter geht’s am Freitag (20 Uhr), dann in Bad Nauheim.

Trainer Harry Lange hat - wie nach dem Abschlusstraining spekuliert - den vier Kontingentspielern das Vertrauen geschenkt, die den Klub in die Playoffs geführt hatten. Der nachverpflichtete kanadische Verteidiger Joel Messner blieb draußen, obwohl mit Huba Sekesi und Leo Hafenrichter zwei Defensivspieler die Ausfallliste ergänzt hatten. Zudem verschob sich das erhoffte Comeback von Stürmer Andreas Pauli, auch fehlte Robin van Calster.

Bad Nauheim startete energiegeladen in die Partie, versteckte sich nicht und hatte in den ersten zehn Minuten sogar drei Hochkaräter in Form von Solos und Zwei-gegen-eins-Situationen. Fabian Herrmann scheiterte aber ebenso wie Taylor Vause und später auch Tristan Keck an Jerry Kuhn im Tor der Gastgeber. Diese lagen in Minute vier in Führung. Nach 40 Sekunden im ersten Powerplay reagierte Jake Weidner am schnellsten und traf zum 1:0. Die Roten Teufel zeigten sich unbeeindruckt, ließen vor der ersten Pause - auch in der zweiten Unterzahl-Situation - keine klaren Huskies-Chancen zu und belohnten sich 33 Sekunden vor der ersten Pause mit dem Ausgleich. Tomas Schmidt hatte diesen mit einem langen Pass eingeleitet, und Jordan Hickmott traf.

Ein Break hier, ein Solo dort, ein Pfostenschuss hier, eine Torwart-Parade dort - die zweiten 20 Minuten haben keine Zeit zum Durchschnaufen gegeben. Beide Mannschaften gingen ein hohes Tempo, haben sich in intensiven Zweikämpfen aufgearbeitet, leidenschaftlich Schüsse geblockt und mehrfach das Torgestänge getroffen.

Und was dann noch durchkam, nahmen die Schlussleute Kuhn und Bick aus dem Spiel. Immer wieder wechselte das Momentum, teils binnen Sekunden. Was den Gästen fehlte: das Scheibenglück bei Rebounds. Gerade vor dem Huskies-Tor sprang die Scheibe immer wieder den Hausherren auf die Schläger. Für Kassel hatten Weidner und Mitch Wahl die besten Möglichkeiten, auf der Gegenseite zog Keck einmal das Tempo an, Kuhn bekam aber noch die Fanghand dazwischen.

Einen offenen Schlagabtausch lieferten sich beide Mannschaften auch im Schlussabschnitt. Da kratzte Bick einen Wahl-Nachschuss regelrecht im Gewühl von der Torlinie (42.), da lief Keck zum dritten Mal an diesem Abend auf Kuhn zu - und konnte die Scheibe erneut nicht über die Linie bringen (55.).

Bad Nauheim bot sich zwölf Minuten vor Schluss zum zweiten Mal die Powerplay-Möglichkeit - sie verstrich. Luft anhalten hieß es dann in den Schlussminuten. Da verteidigten die Gäste mit Herz und Leidenschaft ihr Tor in Unterzahl.

Turbulent begann die Overtime. Jamie MacQueen auf der einen und Stefan Reiter auf der anderen Seite hatten die ersten Möglichkeiten. Dann entschied Oliver Granz die Partie.

Kassel Huskies: Kuhn - Granz, Tramm, Orendorz, Keussen, Ribnitzsky, Rutkowski, Rausch - Denis Shevyrin, Trivino, MacQueen, Laub, Wahl, Cameron, Krüger, Weidner, Detsch, Kranz, Müller.

EC Bad Nauheim: Bick - Kevin Schmidt, Mick köhler, Stephan, Seifert, Tomas Schmidt, Ketter - Keck, Vause, Wörle, Pollastrone, Hickmott, Bires, Herrmann, El-Sayed, Reiter, Leon Köhler, Mark Shevyrin.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (4.) Weidner (Cameron, Trivino - PP1), 1:1 (20.) Hickmott (Bires, Tomas Schmidt); 2:1 (64.) Granz. - Schiedsrichter: Apel/Neutzer. - Strafminuten: Kassel 4, Bad Nauheim 6. - Zuschauer: 2626.

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