Sportwoche unter Lupe: Mehr als zwei Trios

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Die mit Abstand klassenhöchste Truppe in der östlichen Wetterau und dem südlichen Vogelsberg ist (und bleibt) die HSG Gedern/Nidda, deren Handballerinen in der 3. Liga beheimatet sind. In der Corona-Starre ist Stillstand aber genauso verwandt mit Rückschritt wie in der hektischen aktiven Meisterschaftssaison mit einer ebenso proppenvollen wie stimmungsgeladenen Niddaer Gymnasiumhalle.

Die Entscheidungsträger rund um Trainer Christian Breiler und dem HSG-Vorsitzenden Martin Schindler stellen erwartungsgemäß mit ihren Zukunftsplanungen in ihren mit Schnittstellen belegten Jobs die Weichen. Der Terminus Trio spielt dieser Tage dabei eine auffällige Rolle im ewig jungen Gesamtkonzept, das nach wie vor lautet "Aus der Region für die Region". Logo, die eine oder andere Protagonistin spult schon einige Kilometer ab, um im grünen Trikot der Kombinierten aufzutrumpfen. Weiterentwickeln, Erfahrung, sammeln und eine handballerische Top-Ausbildung zu genießen, - das sind die Pfunde, mit denen die Handball-Vorzeige-Spielgemeinschaft, die zugegeben geografisch etwas abgelegen von den Hochburgen der ballwerfenden Kunst Gießen/Wetzlar und Südhessen liegt, in hohem Maße wuchern kann. Bestes Beispiel ist die Verpflichtung der erst 17-jährigen Leonie Hutin. Das Talent wird zwar mit einem Zweitspielrecht noch bei der JSG Buchberg (Zusammenschluss des TV Langenselbold und der TGS Niederrodenbach) noch ihre letzte A-Jugend-Saison absolvieren, aber schon einige Übungseinheiten in Nidda absolviert hat. Nicht umsonst unterstreicht Coach Breiler die Willenskraft, Entschlossenheit und Ambitionen des neuen Talents mit der Ankündigung, Leonie Hutin den Übergang von der Jugend rein ins Seniorinnen-Lager zu ermöglichen. Mangels Fahrtmöglichkeiten sei sie schon einmal per Zug zum Training angereist: "So etwas gefällt mir, denn es zeigt, dass sie Ehrgeiz hat." Ein Sonderlob des Trainers, das bei einem Youngster runtergehen muss wie Öl. Somit hat die HSG ein Kreisläuferinnen-Trio, dass sich sehen lassen kann mit Klara Engel, Yeruti Krauß und eben Leonie Hutin. Doch damit in Sachen Trio noch nicht genug, denn mit Sandra Elisath, Anne Heß und Yvonne Petek haben drei Torfrauen der HSG Gedern/Nidda ihr Ja-Wort für die neue Saison gegeben. nAn Fredi kommt keiner vorbei - zumindest, wenn man eine gute Meinung vom Ex- oder Bald-Wieder-Berliner hat: Der Sportvorstand von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat am Main sehr wenige Fehler und sehr viel richtig gemacht, viel Kreativität an den Tag gelegt, mit begrenzten finanziellen Mitteln ein Bundesliga-Spitzenteam gebaut, hat mit Leihmodellen gearbeitet, um auch Spieler an Land zu ziehen, die sich die Eintracht sonst kaum hätte leisten können. Die berühmte Büffelherde in der Offensive mit Sébastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic sind dafür das beste Beispiel. Er überzeugte Kevin-Prince Boateng von Bella Italia ins Hessenland umzusiedeln, er hatte bei der Auswahl der Trainer eine glückliche Hand mit Adi Hütter. Die Eintracht hat die Bayern im DFB-Pokal-Finale geschlagen, sie stand im Europa-League-Semifinale - aus einem Kellerkind ist mittlerweile eine Mannschaft geworden, die auf Champions-League-Plätze schielt. Sie hat damit aber auch vermutlich die Obergrenze erreicht von dem, was im Riederwald möglich ist. Wenn man meint, man solle gehen, wenn es am schönsten ist, dann ist es jetzt ein guter Zeitpunkt für Fredi Bobic.

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