Sportwoche unter der Lupe: Spekulativ

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GENÜGEND VORLAUF, KEIN NONSTOPMODUS: DER AMATEUR-FUSSBALL LIEGT AUF EIS/UND DAS AUF EINE SCHIER BELASTEND (NOCH) UNBESTIMMTE ZEIT/DIE HEIMISCHEN JUGEND-, FRAUEN- UND MÄNNERTEAMS HATTEN IMMERHIN DIE MÖGLICHKEIT, IN DIE SPIELZEIT 2020/21 ZU STARTEN UND BIS - Genügend Vorlauf, kein Nonstopmodus:Der Amateur-Fußball liegt auf Eis. Und das auf eine schier belastend (noch) unbestimmte Zeit.

Die heimischen Jugend-, Frauen- und Männerteams hatten immerhin die Möglichkeit, in die Spielzeit 2020/21 zu starten und bis zur neuerlichen Unterbrechung Ende Oktober 2020 bereits eine ordentliche Wegstrecke von zehn bis zwölf Meisterschaftsspieltagen zurückzulegen. Jetzt verlangt die erwartete Verlängerung des Lockdowns auch von ihnen weiter Geduld. "Was wäre denn gewonnen, wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt sagen würden: Wir brechen die Saison ab - und dann geht im März ein Fenster auf?", führt Jürgen Radeck an, im Hessischen Fußball-Verband (HFV) Vorsitzender des Ausschusses für Spielbetrieb und Fußballentwicklung - auch Verbandsfußballwart genannt. Man habe einen Zeitstrahl erarbeitet, jeweils mit den Möglichkeiten, die sich in dem tatsächlichen Monat des Re-Starts noch bieten würden, erläutert der Ortenberger gegenüber der Kreis-Anzeiger-Schwester-Zeitung Wiesbadener Kurier: "Wenn etwa im April wieder gestartet werden kann, bekommen wir vielleicht noch die Hinrunde zu Ende. Das ist der erste sportliche Ansatz, dass jeder einmal gegen jeden gespielt hat." Man habe in den Berechnungen - hessenweit weisen die Ligen große Unterschiede bei der Zahl der absolvierten Spiele aus - nur Wochenendspieltage berücksichtigt. Denn eine ähnlich hohe Belastung wie in der Phase der ständigen Wochentagsspiele im Herbst vergangenen Jahres, sei von allen Beteiligten - einschließlich der ehrenamtlichen Helfer in Verbindung mit Familie, Arbeit und Studium - kaum mehr zu stemmen. Angesichts der zweiten langen Spielpause müsse man von einem Vorlauf von etwa vier Wochen ausgehen, bevor der Ligabetrieb wieder anlaufen könne, findet Radeck: "Das gilt es aber mit allen abzustimmen. Doch alles bleibt spekulativ. Wir sollten warten, bis es wirklich Sinn macht. Zumindest im Rahmen verschiedener Zeitschienen sind wir vorbereitet. Nach meiner persönlichen Meinung sollten wir versuchen, es hinzubekommen, dass wir am 1. August zur Saison 2021/22 vielleicht wieder in die Normalität übergehen können." Sollte erst im Mai Kontaktsport unter Wettbewerbsbedingungen möglich werden, dürfte es kaum möglich sein, flächendeckend noch eine Halbserie zu komplettieren. Das HFV-Präsidium berät nächste Woche, die erste Videokonferenz mit den Kreisfußballwarten folgt am 23. Januar. Bekommt der Verband die restlichen Spieltage bis zum Ende der Hinserie irgendwie absolviert, dürften auch in diesem Sommer Aufstiege gefeiert und Abstiege betrauert werden. Nur: Bis zum 30. Juni, dem traditionellen Ende des Fußballjahres, muss das passiert sein. Eine Nachspielzeit über diesen Stichtag hinaus wird es nicht geben. In der Praxis stellt sich auch dieses abgespeckte Vorhaben gelinde gesagt schwierig dar. In der Frankfurter Gruppenliga Ost beispielsweise, dem coronageplagten Sorgenkind unter den hessischen Ligen, müssten allein zum Beenden der Hinrunde noch 19 Spieltermine angesetzt und absolviert werden, wie Radeck vorrechnet. Eine ordentliche Vorbereitung von wohl vier Wochen nicht eingerechnet.nQuirlig, pfiffig, wendig, spielaufbauend und mit einer großen Portion Offensivgeist ausgestattet, wirbelt Yohannes Nega (Foto unten) auf dem Schottener "Bockzahl". All diese Attribute machen den kompakten Fußballer zu einem festen und verlässlichen Bestandteil der zweiten Garnitur des Fußball-Kreisoberligisten, die mittlerweile in der A-Liga-angekommen ist und während der aktuellen Corona-Pause auf Rang 14 überwintert. Was lange währt, wird endlich wahr: Yohannes Nega hatte in der vergangenen Saison maßgeblichen Anteil daran, dass die Vogelsberger die B-Liga hinter sich ließen, denn er traf zehnmal ins Schwarze. Dafür wurde er aufgrund von Corona- und Termin-Wirrwarr (sehr) verspätet mit dem blinkenden silber/blauen Kreis-Anzeiger-Torjäger-Pokal der Kreisliga B Büdingen II belohnt. Der 21-jährige ist auf dem afrikanischen Kontinent in Eritrea geboren und kam 2014 völlig aus sich alleine gestellt nach Deutschland, um schließlich in Schotten eine neue Heimat zu finden. Der Linksfuß, der in der B- und A-Jugend für Nidda/Rainrod und Schotten aktiv war, absolviert bei der Firma Prebena erfolgreich die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer und erlernt dort zurzeit noch seinen zweiten Beruf als Zerspanungsmechaniker. Die Glückwünsche des Vereins überbrachte Schottens Vorstandsmitglied Thorsten Braun und freute sich darüber, dass Yohannes Nega eine Blau-Weiß-Tradition fortführe und nicht als echter Strafraumstürmer agiere, sondern sich die Bälle hole, mannschaftsdienlich sei und eher als hängende Spitze und auf der Außenbahn überaus erfolgreich unterwegs sei.

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