Sportwoche unter der Lupe: Sehnsucht

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Die Volleyballer beendeten die Saison auf Hessenebene bereits vor einigen Wochen. Vorgestern legten die Tischtennisspieler den Schläger beiseite. Die Handballer und Basketballer ziehen in den kommenden Tagen wohl oder übel nach. Hallensport und Corona - das passt (leider) immer noch nicht zusammen. Selbst die Hoffnung auf einen Re-Start der Fußballsaison unter freiem Himmel schwindet mit jedem weiteren Tag im Lockdown.

Dafür steigt bei den Amateursportlern die Sehnsucht. Die Sehnsucht nach Training, Wettkämpfen und Jubelgesängen.Immerhin: An Möglichkeiten mangelt es den "Bewegungswütigen" in der Corona-Pause nicht. Einige lassen ihre Hüften kreisen, nehmen an der Hula-Hoop-Challenge des Hessischen Turnverbandes teil. Andere nehmen ihre Füße in die Hand, spulen unzählige Kilometer auf dem Asphalt oder im Feld ab. So legten 40 Fußballer des Büdinger A-Ligisten SG Wallernhausen/Fauerbach in den vergangenen elf Wochen knapp 15 000 Kilometer laufend oder auf dem Rad zurück. Mit gutem Beispiel voran "ging" Spielertrainer Christian Haardt (Foto). Der 46-Jährige brachte es auf 1285 Kilometer. "Die größte Distanz legte ich zu Fuß zurück, da das Radfahren bei unserem festgelegten Wertungsparameter zu zeitaufwendig gewesen wäre. Sieben Kilometer auf dem Rad entsprachen einem Kilometer zu Fuß", erklärt Haardt, der auch bei schlechtem Wetter täglich morgens und abends seine Runde lief. Haardt gewann die Einzelwertung und führte sein Team "Energie Kopfnuss" (3 297 Kilometer) zum großen Siegerpokal, gestiftet von "Graviertechnik Seibert". Ebenfalls am Start waren "Kenias letzte Reserve", "Die Seitenstecher", "Die Hühnerbein-Fraktion" und "Stiftung Wadentest". Wobei das Test-Urteil für "Stiftung Wadentest" bei 2222,22 zurückgelegten Kilometern nicht im Einser-Bereich liegen dürfte. Die Strafe: Die "müden Waden" vom Wertungsletzten müssen einen Mannschaftsabend finanzieren und dürfen nicht in die von "Identica Andreas Hain" zur Verfügung gestellten Mini-Busse steigen, die die Gewinner und Teamkapitäne der Challenge irgendwann nach Corona zu einem Bundesliga-Fußballspiel bringen. Viel wichtiger ist aber, dass die SG-Kicker parallel zur Corona-Challenge Geld sammelten - und sammeln. Über 2 000 Euro sind schon zusammengekommen, 130 Euro steuerte Haardt bei. Bis Ende Februar kann für die Büdinger Hochwasseropfer und eine noch festzulegende wohltätige Organisation gespendet werden. Hut ab - eine starke Idee.Der Kreis-Anzeiger berichtet natürlich gerne über solche Aktionen. Oder ruft Serien wie "Meine Traumelf" oder "Verlorene Plätze" ins Leben, um den Lesern auch in Corona-Zeiten interessante Texte aus der heimischen Sportwelt präsentieren zu können. Aber: Ehrlich gesagt wächst auch in der Redaktion die Sehnsucht nach einem Fußballspiel auf dem Sportplatz in Gedern, Nidda oder Büdingen. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.nEinen Wechsel hinter den Kulissen gibt es in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Jana Duderstadt legt - passend zur fünften Jahreszeit - den Dreizack und die Teufels-Hörner ab und verkleidet sich neu. Die Medien-Beauftragte gibt just zur Weiberfastnacht bekannt, dass sie die Roten Teufel des EC Bad Nauheim nach drei Jahren verlässt und zum Monatswechsel beim großen hessischen Rivalen aus Frankfurt die Leitung Kommunikation und Medien übernimmt. Mal schauen, wie sich Jana Duderstadt im neuen Löwen-Kostüm macht...

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