Sportwoche unter der Lupe: Ran an den Speck

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Wenn sage und schreibe 5000 Strohballen in Riesenplastiksäcken verpackt rund um den Kurs im Herzen der Stadt platziert sind, Straßenübergänge in ebenso gewagter wie statisch absolut sicherer Gerüstbauweise hoch droben übers Asphaltband führen, mehrere Hektar Wiesenland plötzlich in eine Art saisonalen Campingplatz umfunktioniert werden, begeisterte Zeitgenossen von voll besetzten Tribünen tosenden Applaus spenden, kulinarische Kostbarkeiten aus der Region von Schlange stehenden Gleichgesinnten in vornehmlich schwarzer Lederkluft genossen werden und waghalsige, behelmte Hauptdarsteller auf chromblinkenden Kostbarkeiten in einem Affenzahn vorbei düsen, dann sind nicht etwa moderne Performance-Künstler am Werk, sondern die größte Motorsportveranstaltung im Hessenland rührt laut die Werbetrommel für ein Spektakel der besonderen Art und ist Musik in den Ohren tausender Fans am Rande der Bande.

Und zur Krönung gibt's auf dem magischen Bockzahl eine Fete in Blau und Weiß. Gute Laune garantiert. Dieses illustre Treiben hat es zumindest 31 Jahre ohne Unterbrechung am ominösen dritten Augustwochenende gegeben. Bis Corona kam. Schon im letzten Jahr machte die Pandemie dem Internationalen Schottenring Grand-Prix für historische Rennmotorräder einen dicken Strich durch die Rechnung. Gleichzeitig glimmte ein Hoffnungsfunke, dass exakt zwölf Monate später wieder 300 Starter kräftig am Gasgriff drehen könnten - doch in dieser letzten Woche des vermeintlichen Wonnemonats Mai kam die Hiobsbotschaft: Zum zweiten Mal hintereinander gibt es keine Rennen. Der Hoffnungsfunke am Fuße des Vulkans ist erloschen. Der Führungsriege des Motorsportclubs (MSC) Rund um Schotten blieb keine andere Wahl, als die Vorzeige-Veranstaltung mit Alleinstellungsmerkmal erneut abzusagen. Vorsitzender Wolfgang Wagner-Sachs musste schweren Herzens konstatieren, dass die Organisationshürden mit großen finanziellen Klimmzügen einfach nicht zu rechtfertigen seien. Zwar seien die Corona-Inzidenzzahlen im Sinkflug, aber ein Grand-Prix mit eventuellen Auflagen bis hin zum Zuschauer-Verbot sei undenkbar. Das pekuniäre Risiko sei zu hoch. Schließlich habe man eine große Verantwortung - auch für die Mitglieder. MSC-Schatzmeister Timo Neumann machte deutlich, dass ein finanzielles Desaster unbedingt zu vermeiden sei. Außerdem bewies er Weitblick: "Ein Corona-Ausbruchsgeschehen aufgrund einer von uns durchgeführten Veranstaltung können wir uns nicht verzeihen." In der Tat, sichere Hygienekonzepte sind rund um den Stadtkurs und im dicht besiedelten Fahrerlager nicht umzusetzen. So liegen zwischen der 31. Auflage und dem 32. Schottenring Classic Grand-Prix zwei Jahre Motorsportabstinenz in Schotten. Sofern Corona im Sommer 2022 nicht mehr das herrschende Thema ist... nDen Huskies aus Hassel ging nach einen super Start bekanntlich die Puste aus, den die stahlharten Bietigheimer stehen als Meister der Deutschen Eishockey-Liga 2 fest. Na ja, der altehrwürdige EC Bad Nauheim war in den spannenden Playoffs zwar nur in der Zuschauerrolle, aber schon jetzt ist klar, dass die Roten Teufel aus der Wetterau schon während des obligatorischen "Sommerschlafs" von der neuen Runde träumen, die am 1. Oktober starten soll. Ein Rahmenterminplan steht bereits, das Ende der Doppelrunde ist für den 6. März 2022 vorgesehen. "Die Clubs haben sich gemeinschaftlich auf den etwas späteren Saisonbeginn verständigt. Zum einen, weil die letzte Saison deutlich länger ging als gewohnt und zum anderen gibt uns der spätere Zeitpunkt die Chance, das Pandemie-Geschehen noch länger zu beobachten, um damit die für den Herbst geltenden Anforderungen an Sportveranstaltungen besser einschätzen zu können. Wir gehen davon aus, dann wieder unsere Fans in den Arenen begrüßen zu dürfen", sagt der DEL2-Geschäftsführer Rene Rudorisch. Bis zum 15. Juni müssen die Vereine ihre Unterlagen abgeben: "Die Lizenzprüfung wird auch diesmal eine gewisse Herausforderung für die DEL2-Clubs sein." Doch Rudorisch wird von Bad Nauheims Geschäftsführer Andreas Ortwein sicher das gewohnt wasserdichte Pamphlet bekommen. Mittendrin in der Dauerkarten-Kampagne "Auf Teufel komm raus" für die neue Spielzeit sind die Kurstädter sowieso. Wer in der ersten Phase des Vorverkaufs zugeschlagen hat, bekommt wie in den vergangenen Jahren einige Gratisleistungen und nimmt zusätzlich an einer Verlosung für attraktive Preise teil. Auserwählten winkt beispielsweise ein Abendessen mit Trainer Harry Lange und Co-Trainer Hugo Boisvert. Man darf gespannt sein, was die Kämpfertypen bevorzugen: Riesen-Tomahawk-Steak mit Chili-Soße, oder vegetarisch - Rapunzelsalat mit Softdrink. Ein Frühstück mit einem Spieler wird ebenfalls ausgelobt. Also ran an den Speck.

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