Sportwoche unter der Lupe: Neue Freunde

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Kicken mit Kumpels? Völlig ausgeschlossen! Aktuell sind die Fußballer im Kreis Büdingen vom Re-Start der Runde noch weiter entfernt als gegen Ende des vergangenen Jahres. Es fällt schwer, an Mannschaftssport zu denken, wenn man sich seit Montag nur noch mit einer nicht zum eigenen Hausstand zählenden Person treffen darf.Deshalb müssen sich die heimischen Ballartisten wohl oder übel neue Verbündete suchen, um wieder einmal das "Elf-Freunde-Gefühl" erleben zu dürfen.

Spontane Idee: Eine "Gasttrainingsgenehmigung" beim FC Gießen, FC Bayern Alzenau oder bei Eintracht Stadtallendorf ergattern. Die Feierabendkicker dieser Vereine dürfen sich nämlich weiterhin nach getaner Arbeit treffen und gemeinsam gegen die Murmel treten, während der Ball im Kreis Büdingen bis auf Weiteres ruht. Warum das so ist? Weil selbst Regionalliga-Vereine ohne Berufssportler, hauptamtliche Trainer und professionelle Strukturen seit Dezember politisch gesehen zur Profifußballwelt zählen und somit andere Regeln gelten. So einfach geht das - nur verstehen kann es keiner. nDer Vorstoß von Jürgen Kölsch rundet das insgesamt skurrile Bild ab, das die Regionalliga Südwest in diesen Tagen abgibt. Der Vorsitzende des FK Pirmasens hatte einen Antrag gestellt, wonach die Spieler der Regionalliga-Klubs bei den Corona-Impfungen in die höchste Prioritätskategorie eingestuft werden sollten. Die Folge: Ein riesiger Shitstorm, weshalb Kölsch auf der Vereinsseite folgendes Statement veröffentlichte: "Es tut mir leid, wenn meine Gedanken bezüglich der Corona-Schutz-Impfung negativ bei Euch angekommen sind. Es ist mir persönlich fremd, Menschen, denen eine Impfung zusteht, diese zu verwehren oder zeitlich zu verzögern. Ich kann die Ängste, Sorgen, aber auch die mit der Impfung verbundenen Hoffnungen dieser Personen verstehen, da ich selbst zu einer Risikogruppe gehöre. Ich möchte mich bei allen, die sich von meinen Aussagen verletzt fühlen, entschuldigen. Ich bitte aber auch um Verständnis, dass ich als Präsident eine Fürsorgepflicht für unsere Spieler, Betreuer und Trainer habe, unter denen sich übrigens auch Risikopatienten befinden." Diesen Schreiben zeigt einmal mehr, dass Regionalliga-Fußball und Corona zumindest aktuell nicht zusammenpassen. nNicht mehr spielen dürfen - oder vielleicht sogar müssen - die heimischen Volleyballer. Weil durch die andauernden Einschränkungen bis mindestens Ende Januar kein Mannschaftstraining möglich ist, zudem einige Sporthallen zu Impfzentren umfunktioniert wurden und eine rasche Entspannung der Infektionslage kaum in Sicht ist, hielt der Landesverband nicht länger an der Option einer verkürzten Saison fest. Die Runde ist ab sofort beendet, Auf- und Abstieg entfällt logischerweise. (Noch) nicht ganz so weit ist der Hessische Handball-Verband. Obwohl die Situation mit der der Volleyballer vergleichbar ist, spielen die Handballer auf Zeit und pausieren erstmal bis Ende Februar. Erst dann wird der Verband (wohl) das Saison-Aus ohne Auf- und Absteiger verkünden, weil diese Entscheidung angesichts des aktuellen Pandemie-Verlaufs alternativlos erscheint. Zumal der Terminkalender selbst die Austragung einer Einfachrunde mit beispielsweise zehn Spielen kaum hergibt, weil Klubs wie die HSG Oberhessen in der Frauen-Bezirksoberliga bislang nicht eine Saisonpartie absolviert haben.

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