Sportwoche unter der Lupe: Lockerungen und Absagen

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Endlich gute Nachrichten vom Hessischen Fußball-Verband (HFV). Verbandsmitarbeiter Frank Illing verschickte in den vergangenen Tagen das Hygienekonzept 2.0, das den leidgeprüften Ehrenamtlern der heimischen Vereine im Kampf gegen Corona viele Erleichterungen bringt. Unter anderem gehört die Kontakt-Nachverfolgung der Vergangenheit an. Vor allem an Spieltagen, als sich Zuschauer in Listen eintragen oder per Luca App registrieren mussten, kostete dieses Prozedere Zeit sowie Nerven.

Das alles fällt laut der neuen Coronaschutzverordnung offiziell weg. Wobei der HFV weiterhin die "unkomplizierte Nutzung der Luca App" empfiehlt, da so Ansteckungsketten schnell unterbrochen werden könnten. Es läuft jetzt aber auf freiwilliger Basis. Niemand darf gezwungen werden. Zudem müssen die Vereine nicht mehr darauf achten, dass sich auf dem Sportgelände jeder in seiner für ihn vorgesehenen Zone aufhält. Spieler, Zuschauer und Funktionäre können sich wieder freier bewegen. Absperrbänder kommen weg, ab sofort genügen farbige Schilder für die grüne Zone, rote Zone und die neue gelbe Zone. Grün ist für alle zugänglich, während der rote Bereich nur für aktiv am Spiel beteiligte Personen vorgesehen ist. Das betrifft eigentlich nur noch das Spielfeld und die Umkleidekabine. Die gelbe Zone ist neu. "Beispielsweise kann dies das Sportheim sein, wenn dort die 2G-Regel angewendet wird. In der gelben Zone kann auch ein abweichendes Hygienekonzept gelten. Die Einrichtung einer gelben Zone ist optional", heißt es in der Mitteilung des HFV. Damit haben die Vereine die Möglichkeit, ihre Vereinsheimtüre unter bestimmten Bedingungen zu öffnen. Das kommt bei dem schmuddeligen Herbstwetter zur rechten Zeit.nNicht so gut sieht es für den Budenzauber aus. Spieler und Zuschauer müssen zum zweiten Mal in Folge auf den allseits beliebten Sparkassen-Futsal-Cup verzichten. "Aufgrund der immer noch vorherrschenden Lage und zu vielen Unwägbarkeiten beziehungsweise Maßnahmen, die durch die Verordnung für Sportveranstaltungen in der Halle vorgegeben werden, möchten wir den beteiligten Mannschaften, den ausrichtenden Vereinen und auch uns vom Kreisfußballausschuss diese Aufgabe nicht aufbürden", erklärt Büdingens Kreisfußballwart Jörg Hinterseher. Verständlich, denkt man beispielsweise an ein normales Zwischen- und Endrunden-Wochenende in Nidda mit 450 Zuschauern und bis zu 16 Mannschaften unterm Hallendach. Da würden die Veranstalter schon beim Thema "Umkleidemöglichkeiten für alle Teams" an ihre Grenzen stoßen. Das heißt aber nicht, dass der Winter ganz ohne Hallenfußball auskommen muss. Turniere in einem kleineren Rahmen, mit weniger Clubs und nicht so vielen Zuschauern, könnten durchaus stattfinden. Freiwillige Vereine vor! nVor Wochen berichtete ich an dieser Stelle, dass die Auswirkungen der Corona-Krise auch im heimischen Altherrenfußball-Bereich angekommen sind. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) sagte im September den Hessencup für Ü40-, Ü50- und Ü60-Mannschaften mangels Masse ab. Manfred Bohl, der für die Oldies zuständige Referent für Freizeit- und Breitensport im Fußballkreis Büdingen, sah zuletzt eine ähnliche Entwicklung "vor der eigenen Haustüre". Seine Begründung für einige Kampfloswertungen im Kreispokal: "In erster Linie fehlt den Altherren der Nachwuchs, weil viele Akteure noch in der ersten oder zweiten Mannschaft ihres Heimatclubs aktiv sind." Nach dem Re-Start fehle die Bereitschaft, die Doppelbelastung auf sich zu nehmen. Der nächste Dämpfer folgte vor wenigen Tagen. Die für den 19. und 20. Februar 2022 in Grünberg geplanten Ü35- und Ü50-Futsal-Hallencups fallen ebenfalls aus. Ü-Turniere in der bisherigen Größenordnung seien nach Einschätzung des HFV aktuell nicht möglich. Der Verband gehe nicht davon aus, dass sich dies bis Februar ändern könnte. Und wenn es keinen Vergleich der besten Kreisclubs auf Hessenebene gibt, sind auch die Kreistitelkämpfe sinnlos. "Es wird im Fußballkreis Büdingen keine Ü35-Kreismeisterschaft in der Halle geben", bestätigte Bohl.Bleibt die Hoffnung aufs neue Jahr, wenn Bohl beispielsweise im Mai die Ü40-Kreismeisterschaft austragen möchte. Denn: Sollte die Wettkampfpause noch länger anhalten, gewöhnen sich die Altherren-Kicker an ihren Fußball-Vorruhestand und kehren womöglich gar nicht mehr aufs Spielfeld zurück.

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