Sportwoche unter der Lupe: Im Trüben gefischt

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Mit einem satten Plumps verschwinden die kleinen Flugobjekte im hohen Bogen in den Fluten und sacken auf den Grund, wo sie sich im Laufe des Jahres anreichern und zu einem begehrten Schatz werden. Diese zunächst irritierende Szenerie findet in schöner Regelmäßigkeit an einem bekannten Ort statt, der da heißt: Golfplatz Altenstadt. Noch skurriler wird es allerdings, wenn sich die Froschmänner ihre schwarzen Anzüge überstreifen, um mit Sauerstoffgerät abzutauchen in die Tiefe und aus dem Wasser rund ums Inselgrün auf Bahn 16 fette Beute zu machen.

"Für die einen sind sie eine willkommene Herausforderung, für andere ein Grund, an der eigenen Spielfähigkeit zu (ver)zweifeln. Gemeint sind Wasserhindernisse, die auf vielen Golfplätzen den Spielern in den Weg gelegt werden", so bringt es Rotraut Mielke vom Altenstädter Club auf den Punkt. Recht hat sie, denn rein objektiv ist die Schlagdistanz, die es braucht, um den Ball auf die andere Seite der Wasserfläche zu befördern, meist gar nicht so gewaltig. Wenn da nur nicht die Psyche wäre, die so manchem Golfer einen Streich spielt. Im Kopf beginnt es plötzlich zu arbeiten. Das andere Ufer scheint sehr weit weg zu sein - möglicherweise zu weit? Was an anderer Stelle eine durchaus machbare Schlaglänge ist, erscheint einem hier plötzlich als fast unmöglich. Die hübsch angelegten Teiche auf dem Altenstädter Terrain sind Heimat zahlreicher Fische und Frösche. "An den Uferzonen wächst das Schilf meterhoch, und Libellen umschwirren die leuchtend gelben Blüten der Iris. Es könnte ein wirkliches Idyll sein, wenn - ja wenn nicht so häufig der Ball mit einem höhnischen Platschen in den Tiefen des Wassers verschwinden würde." Kein Idyll, sondern golfballverschlingende Monster sind die Teiche. Und als solche gerade von Anfängern gefürchtet. Eine beliebte (aber verbotene) Strategie ist es, für den kniffligen Schlag den eigenen Golfball gegen einen Rangeball auszutauschen. Viele Golfprofis raten aber genau das Gegenteil zu tun: Für den Schlag übers Wasser solle den besten - und meist auch teuersten - Ball nehmen, den man besitzt. Das fördert die Motivation, sich besonders anzustrengen. Aber wenn der Schlag dann trotzdem misslingt, ist der Ärger umso größer. Übers Jahr summieren sich die misslungenen Schläge und damit die Bälle, die im Wasser landen. Es ist an der Zeit, die sogenannten "Lakeballs" herauszuholen. Dazu ist der Einsatz einer besonderen Tauchergruppe gefragt. Michael Krengel rückt mit Tauchkollegen und Helfern an, um im Trüben zu fischen. Wirklich sehen kann man unter Wasser nichts, dazu ist das Wasser viel zu schlammig. Langsam und systematisch tasten sich die Taucher in dem rund zweieinhalb Meter tiefen Wasser vor und klauben die Golfbälle auf. Das strengt natürlich an, doch der Einsatz lohnt sich. Nach knapp zwei Stunden sind 3500 Bälle eingesammelt, werden in Kisten verpackt und zur Ballwaschanlage transportiert.Ein paar Tage später werden sie als preisgünstige "Bälle mit zweiter Chance" zum Verkauf angeboten. "Wir kommen wieder, denn da unten zwischen den Fischli warten noch viele weitere Bälle, um das Licht des Tages wieder zu sehen", kommentiert Michael Krengel die ungewöhnliche Aktion.nLangsam, aber unwiderstehlich, übernimmt König Fußball das Zepter in Wetterau und Vogelsberg. Die Spielpläne der neuen Runde, die allerorten Mitte August startet, werden festgezurrt. Natürlich nicht ohne Querelen, denn der Mammutspielplan der Gruppenliga Frankfurt Ost mit den drei Büdinger Kreisvertretern Sportfreunde Oberau, FC Alemannia Gedern und SC Viktoria Nidda mit sage und schreibe 38 (!!) Spieltagen erhitzt die Gemüter. Kaum zu schaffen. Wie weggeblasen scheinen die (guten) Vorsätze aufgrund der hohen Belastungen und vermutlicher Corona-Hürden eine Ligenteilung durchzusetzen und Wochenspieltage zu vermeiden. Nun sollen sogar acht Englische Wochen eingestreut werden. Momentan näher und wichtiger ist die frohe Botschaft, dass die mögliche Zuschauerzahl beim Kreispokalfinale zwischen Oberau und Gedern nächsten Samstag (31. Juli) ab 18 Uhr auf dem Terrain des TSV Geiß-Nidda auf sage und schreibe 1000 Fans aufgestockt wurde und somit das Spektakel des Kreises Büdingen wieder eine Sonderstellung einnehmen wird. Mit den Staffeln der Kreisoberliga, der A- und den beiden B-Ligen ist der heimische Beritt in schwierigen Zeiten quantitativ noch gut aufgestellt. Unglaubliche Routine und einen sehr guten Draht zu seinen Vereinen hat Gerhard Schröder, der nach über drei Jahrzehnten die Klassenleitung der Kreisliga B Büdingen I abgibt und ab sofort eine Etage höher für die A-Liga verantwortlich ist. "Es kommt schon ein bisschen Wehmut auf, wenn man nach 31 Jahren und den vielen Erfahrungen und Erlebnissen diese Aufgabe abgibt", blickt der Eschenröder zurück, der ja auch als Pressewart im Kreisfußballausschuss fungiert. Schröder freute sich, dass mit Michael Tonecker aus Oberau und junger Mann nachrückt und nun für die B I-Vereine zuständig ist. Kreisfußballwart Jörg Hinterseher hatte aufgrund einer gestiegenen beruflichen Belastung bekanntlich die Leitung der Kreisoberliga und der B II an Manfred Bohl aus Fauerbach abgegeben. Foto: gpa

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