Sportwoche unter der Lupe: Höhenflüge und Startverbote

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Für die Fans der Frankfurter Eintracht dürfte das vergangene Wochenende nicht nur wegen des tollen Wetters eines der schönsten in diesem Jahr gewesen sein. Noch mehr als die Sonne strahlte das Eintracht-Herz am Samstag, als der hessische Fußball-Bundesligist den FC Bayern München mit 2:1 besiegte. Dieses Hochgefühl hielt zu Wochenbeginn bei der Lektüre der Sportpresse an.

Der Kreis-Anzeiger schrieb: "Überflieger sind nun die Gejagten". Das Fachmagazin "kicker" zeigte auf dem Titelblatt, das normalerweise Münchnern oder Dortmundern vorbehalten ist, jubelnde Frankfurter mit dem Titel: "Magische Eintracht". Und die Bild-Zeitung fragte mit einem Augenzwinkern ganz frech: "Herr Hütter, kann Eintracht sogar Meister werden?" Nach elf Spielen in Folge ohne Niederlage sicherlich keine ganz abwegige Frage.Auch in den sozialen Medien waren die Weltpokalsieger-Besieger in den vergangenen Tagen gefühlt das Thema Nummer eins. Denn: Wenn Frankfurter eines können, dann ist es feiern. Ihre Mannschaft - oder auch sich selbst. So schrieb ein Eintracht-Enthusiast auf Facebook: "Kinder, die in 2021 geboren sind, haben unsere Eintracht noch nicht verlieren sehen." Bis gestern Abend, als die Hessen eine 1:0-Führung aus der Hand gaben und beim SV Werder Bremen mit 1:2 unterlagen. Hoffen wir mal, dass die meisten Säuglinge gegen 22.30 Uhr bereits fest schliefen und nichts davon mitbekamen. Dann können die Adler kommende Woche einfach zum nächsten Höhenflug ansetzen. nHöhenflüge starten würden gerne die heimischen Amateurfußballer. Wie es aussieht, gibt der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier aber keine Starterlaubnis. Mannschaftssport steht nicht ganz oben auf seiner Prioritätenliste, weshalb gravierende Lockerungen in diesem Bereich - Stand jetzt - im März und wohl auch Anfang April nicht vorgesehen sind. "Sollte es wirklich so kommen, wird die Luft natürlich immer dünner. Dann könnten wir wohl noch nicht einmal die Vorrunde beenden", weiß Verbandsfußballwart Jürgen Radeck. Selbst wenn die Zeit für eine Saisonfortsetzung nicht reichen sollte, heißt das nicht automatisch, dass bis zum Ende der Sommerferien kein Ball mehr rollt. Alternativen, zum Beispiel eine Art Ligapokal, gibt es. Ein wenig müssen sich die Amateurfußballer allerdings noch gedulden, bis sie wieder loslegen und abheben dürfen. n Für Lukas Abele hieß es am vergangenen Wochenende: Startverbot statt Höhenflug bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund. Der 1 500-Meter-Lauf fand ohne den Dauernheimer statt, weil er keinen aktuellen PCR-Test vorlegen konnte. "Ich dachte, ein negativer Schnelltest vor Ort würde wie bei den Wettkämpfen zuvor ausreichen, aber das war nicht der Fall - und Ausnahmen konnten nicht zugelassen werden", schilderte Abele die Tatsachenentscheidung des DLV-Arztes, die auf der Ausschreibung und Athleteninformation fußte. "Es war viel los in den letzten Tagen, auch studienbedingt - und da ist mir dieser Lapsus unterlaufen", fuhr Abele im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger fort. Auch wenn diese Erfahrung bitter war, sie wird Abele sicher nicht aus der Bahn werfen. "Ich habe Lukas gesagt, dass so etwas nur einmal im Leben passiert und solche Aktionen natürlich den positiven Effekt haben, dass man in Zukunft ganz genau hinschaut und derartige Fehler sicher nicht noch einmal macht. Damit ist die Sache an sich erledigt, auch wenn es schade ist, denn Rang fünf wäre realistisch gewesen - eventuell sogar noch etwas mehr", sagte Sascha Arndt, Vorsitzender von Abeles Verein SSC Hanau-Rodenbach. Laufen wird Abele bereits am Sonntag wieder - beim virtuellen Halbmarathon in Wallernhausen. Für diesen Start wird übrigens kein negatives Testergebnis benötigt.

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