Sportwoche unter der Lupe: Hände weg vom Ball

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Irgendwie klingt es absurd: Aber in der Fußballwelt dreht sich seit Jahren vieles ums Handspiel. Hat der Spieler in dieser Aktion seine Körperfläche vergrößert? Muss der Schiedsrichter wirklich einen Elfmeter pfeifen? Es wird viel diskutiert. Fast an jedem Wochenende. Deshalb haben die Regelhüter des Fußballs erneut Änderungen bei der Handspielregel beschlossen, die ab 1.

Juli in allen nationalen Wettbewerben zur neuen Saison gelten - und bereits jetzt bei der Europameisterschaft "getestet" werden. Ein unabsichtliches Handspiel eines Angreifers wird in Zukunft nur noch dann geahndet, wenn der Angreifer unmittelbar nach dem eigenen Handspiel ein Tor erzielt. Kommt es hingegen nur zu einer Torchance oder ein Mitspieler erzielt das Tor, bleibt das unabsichtliche Handspiel des Angreifers ungestraft. Zudem gibt es nur noch zwei Kriterien, um ein strafbares Handspiel eines Verteidigers festzustellen. Ein Spieler führt Hand oder Arm mit einer absichtlichen Bewegung zum Ball. Oder er verfolgt durch seine Körperhaltung die Intention, den Ball aufzuhalten. Der Schiedsrichter solle nun beurteilen, was die Absicht des Spielers ist, ob die Körperhaltung aus einem natürlichen Bewegungsablauf rührt, der Spieler seine Abwehrfläche vergrößert oder er das Risiko in Kauf nimmt, dass der ausgestreckte Arm den Ball berührt. Die Abstützhand oder das Anschießen durch einen Mitspieler sind aus dem Regeltext gestrichen worden, beides zählt nun zur "Intention bei der Bewegung". Das bedeutet mehr Spielraum für die Unparteiischen, die auf Kreisebene in circa zwei Wochen geschult werden. Das teilte Verbandslehrwart Andreas Schröter aus Altenstadt-Höchst am Freitag mit. Für die Kicker bleibt festzuhalten: Wenn sie auf der sicheren Seite sein wollen, gilt weiterhin "Hände weg vom Ball". Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, sollte der "Übeltäter" ganz schell"angeschossen" rufen. Vielleicht sieht es der Schiedsrichter dann genauso. nApropos angeschossen: Sein Eigentor bei Deutschlands 0:1-Europameisterschafts-Auftaktniederlage wird Mats Hummels so schnell nicht vergessen. In der Tat sah es nicht glücklich aus, als der Flankenball von Lucas Hernández an Hummels' Schienbein und von dort ins eigene Netz flog. Dem Dortmunder die Schuld für die Pleite gegen Frankreich in die Schuhe zu schieben, wäre allerdings zu einfach. So sieht es unter anderem auch der ehemalige Grebenhainer Fußballer Tim Mulfinger, der direkt nach dem Spiel von einem Videoteam für "Sport im Osten"befragt wurde. "Das ist alles Käse. Ich komme hierher gefahren, 600 Kilometer nach München. Für eine reine Enttäuschung. Jogi, es hat so keinen Sinn mehr", sagte der 35-Jährige, der vor allem Löws Taktik mit Dreierkette und Joshua Kimmichs Position auf der rechten Seite kritisierte. Mulfinger, der aktuell den Fuldaer Gruppenligisten SG Kressenbach/Ulmbach trainiert, sprach mit seinem emotionalen Statement wohl vielen aus der Seele. Das Video sorgte in den sozialen Medien jedenfalls für großes Aufsehen. Vielleicht hören auch Trainer Löw und seine Spieler auf Mulfinger - und machen es heute gegen Portugal besser. nWährend das große EM-Finale erst am 11. Juli steigt, geht es auf dem Sportgelände des VfB Ober-Schmitten bereits am heutigen Samstag um Titel. Die E-, D- und C-Junioren ermitteln die Kreispokalsieger aus der Saison 2020/21. Das Endspiel der E-Junioren zwischen der JSG Nidda I und der JSG Schotten I beginnt um 10 Uhr. Um circa 11.15 Uhr folgt das Endspiel der D-Junioren zwischen der JSG Seemenbach Tigers I und der JSG Kefenrod I. Den Schlusspunkt bildet die Partie der C-Junioren zwischen der JSG Obere Nidder I und der JSG Seemenbach Tigers I ab 12.45 Uhr. Für alle Fußball-Interessierten eine tolle Gelegenheit, mal wieder Spiele im heimischen Fußballkreis zu verfolgen. Gespielt wird übrigens nach der alten Handregel. Klar ist aber auch: Nach dem Pokalsieg gehören die Hände selbstverständlich an den Pott.

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