Sportwoche unter der Lupe: Echte Pfeife und Rennspaß

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König Fußball schwingt zwar noch etwas zurückhaltend sein Zepter im Kreis Büdingen, übernimmt langsam aber sicher wieder die Hoheit über das sportliche Geschehen in Wetterau und Vogelsberg. An diesem zweiten Juli-Wochenende ist auf Ebene des Kreises Büdingen allerdings Schmalhans Küchenmeister: Neben den obligatorischen Testspielen lockt nur ein einsames Kreispokal-Viertelfinal-Duell die Fans, wenn der A-Ligist VfR Rudingshain den Kreisoberligisten VfR Wenings auf dem ebenso kleinen wie (auch deshalb) berüchtigten Rasenplatz im Schottener Stadtteil empfängt.

Und das am Sonntag nur, weil der erste Versuch am Donnerstagabend im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel und deshalb morgen pünktlich um 16 Uhr erneut angepfiffen wird. Die Partie des designierten Favoritenschrecks hoch droben in Rudingshain gegen den attraktiven Ex-Gruppenligisten ist für alle Fußball-Interessierten eine Reise wert und eine regionale Einstimmung auf den internationalen Hit am Abend, wenn das Europameisterschaftsfinale im Londoner Wembleystadion zwischen England und Italien über die Bühne geht. Vor dieser Partie scheiden sich allemal die Geister: Welchem Team gönnt man den Titel? Mit dem Einzug ins Endspiel vereint das seit sage und schreibe 33 Spielen ungeschlagene Azzuri-Ensemble das ganze Land hinter sich. Hätte man das vor einem Jährchen am Strand von Rimini zum Besten gegeben, man wäre glatt ausgelacht worden. Basta. Nun ist alles anders. Europameister ist der vierfache Weltmeister nur einmal geworden. Da muss nachgelegt werden, sagen die Italo-Anhänger. Und was ist mit den Engländern? Die greifen nach dem zweiten Titel seit der WM 1966, wo dieses ebenso unsägliche wie umstrittene "Wembley-Tor" gab. Nach 55 Jahren stehen die Jungs von der Insel tatsächlich auf ihrer Insel erstmals im Finale einer EM. Und an dieser Stelle sei mal angemerkt: nach einer Fehlentscheidung des Schiris im Halbfinale gegen Dänemark. Referee Danny Makkelie steht unmittelbar am Strafraum, Englands Raheem Sterling geht mit Tempo in die Box. Dass es zum Kontakt mit einem Dänen kommt, ist zwangsläufig. Der Angreifer sucht aber die Berührung, die er dankend annimmt und strauchelt. Schiri Makkelie hat echte Fouls im Mittelfeld reihenweise ignoriert und dann entscheidend falsch eingegriffen. So sei es - so ist Fußball. Mal sehen, wer im überfüllten Partytempel zu Wembley am Sonntag den Pott in die Höhe hält. nIrsinns-Drehzahlen und kreischender Zweitakter-Lärm, die dem Auditorium am Rande der Bande wie Musik in den Ohren klingt, das ist der Stoff, aus dem ein echtes Mofarennen ist. Kreidler, Hercules, Zündapp - so heißen die Schmieden, in den die Kult-Objekte gefertigt wurden, auf denen die Waghalsigen rasante Überholmanöver auf die Platte legen. Spannende Rennen werden den Motorsportfans in heimischen Gefilden geboten, wenn am Samstag ab 10.20 Uhr der DMV Mofa-Cup Grebenhain/Nieder-Moos auf dem Programm steht. Wie Rennleiter Mike Hilß die Werbetrommel rührt, findet das Spektakel auf dem Kurs nahe des Nieder-Mooser Sees statt. Der sei für Zuschauer und Fans momentan nur über Ober-Moos zu erreichen, wie der Referent Bahnsport im Deutschen Motorsport-Verband Landesgruppe Hessen und Mitglied des MSC Kefenrod erklärt. Als empfehlenswerter Ausflugstipp entpuppt sich der Trip, zunächst echten Motorsport mit den Teams wie den "Affengeilen Mopedfreunden" vom MSC Kefenrod zu genießen, die mit Jonas Luch, Pascal Nies und Christopher Wies an den Start gehen, um dann am Nieder-Mooser See bei einer Erfrischung den Sonnenuntergang wirken zu lassen. Marvin Röder aus Gelnhaar gehört übrigens zum "Werwolf Racing Team", während Martin Bach vom MCC Eckartsborn für das "Wetterauer Racing Team" startet und eine Büdinger Fraktion gar als "Don Promillo Racing Team" firmiert. Foto: ten/Archiv

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