Sportwoche unter der Lupe: Corona-Folgen

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Jetzt sind die Auswirkungen der Corona-Krise auch im heimischen Amateurfußball angekommen. Darauf lassen zumindest die jüngsten Entwicklungen im Altherrenbereich schließen. So musste der für vergangenen Samstag geplante Hessencup für Ü40-Mannschaften abgesagt werden. Anfangs wollten sich 19 Teams der sportlichen Herausforderung in Grünberg stellen.

Am Ende wären es nur noch neun gewesen. "Es gab für die vielen Absagen vielfältige und verständliche Gründe. Jetzt sind wir aber an einem Punkt, wo wir die Sinnhaftigkeit nicht mehr sehen, da so sein Turniertag auch für uns ein hoher organisatorischer Aufwand ist. Wir haben daher beschlossen, das Turnier abzusagen", begründete Stephanie Nöthen vom Hessischen Fußball-Verband die Entscheidung. Vorgestern folgte dann die Absage für die Titelkämpfe der Ü50- und Ü60-Mannschaften, die eigentlich heute um den Hessencup hätten spielen sollen. Auch im heimischen Fußballkreis haben die Altherren-Teams große Probleme, nach der langen Zwangspause aus den Startlöchern zu kommen. Zwei von drei Erstrundenpartien im Pokal mussten abgesagt werden. Der SV Phönix Düdelsheim und die SG Fauerbach/Wallernhausen verzichteten freiwillig auf den Einzug in Runde zwei. "Zudem ist der Freundschaftsspielbetrieb nahezu zum Erliegen gekommen", berichtet Manfred Bohl, der für die Oldies zuständige Referent für Freizeit- und Breitensport im Fußballkreis Büdingen. Die Gründe dafür sind vielschichtig - und nicht nur auf den demografischen Wandel zurückzuführen. "In erster Linie fehlt den Altherren der Nachwuchs, weil viele Akteure noch in der ersten oder zweiten Mannschaft ihres Heimatclubs aktiv sind", weiß Bohl. Nach dem Re-Start fehle bei vielen die Bereitschaft, die Doppelbelastung auf sich zu nehmen. Das heißt: Wer sonntags kickt, will nicht zusätzlich donnerstags, freitags oder samstags für die Altherren-Truppe auflaufen. Bohl hofft allerdings auf den Frühling 2022 - und auf den gefühlt fünften Frühling der AH-Fußballer. "Dann wollen wir wieder eine Präsenzveranstaltung abhalten, um das ganze Geschehen wiederzubeleben."Denn eins ist klar: Auch wenn die Altherren-Kicker nicht die Zukunft des Amateurfußballs sind, dürfen sie auf keinen Fall von den heimischen Sportplätzen verschwinden.

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