Sportwoche unter der Lupe: Blau/Weiße Perspektiven

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Der Überraschungsfaktor ist echt herzerwärmend, wenn unterm festlich geschmückten Weihnachtsbaum auch wirklich das Geschenk liegt, das mit dem eigenen Namen beschriftet ist und die lange gehegten Erwartungen erfüllt. Ratzfatz das Geschenkpapier zum großen Knäuel geformt, denn Kenner wissen: Auf den Inhalt kommt es an. Präsente, gönnerhafte Zuwendungen, wohltuende Überweisungen und Sachspenden sind besonders im Amateursport willkommen und zunehmend die Basis für einen gesunden und zukunftsorientierten Meisterschaftsspielbetrieb.

Den Oberbegriff für solche Transaktionen nennt man auf gut Deutsch Sponsoring. Das schlaue Lexikon sagt in nüchternem Ton: Unter Sponsoring versteht man die Förderung von Einzelpersonen, einer Personengruppe, Organisationen oder Veranstaltungen durch eine Einzelperson, eine Organisation oder ein kommerziell orientiertes Unternehmen in Form von Geld-, Sach- und Dienstleistungen mit der Erwartung, eine die eigenen Kommunikations- und Marketingziele unterstützende Gegenleistung zu erhalten. Aha - es soll also Gegenleistungen geben. Logisch: Wenn die Sportler die mit dem Firmenlogo beflockten Leibchen überziehen, hofft der edle Spender, dass die Fans am Rande der Bande das im Eifer des Gefechts registrieren, goutieren und das Unternehmen in guter Erinnerung behalten. Mission erfüllt; Sponsoring lohnend in die Tat umgesetzt. Stellvertretend für die Bemühungen der Vereine in heimischen Gefilden, das Budget aufzubessern und vor allem Nachwuchskräften die Perspektiven zu erhalten, sich ihren Heimatklubs anzuschließen, ohne den Blick auf das bereits bestehende Angebot zu verlieren, sei an dieser Stelle der SV Blau-Weiß Schotten genannt. In der Corona-Zwangspause ohne Zuschauereinnahmen rangiert die Fußball-Mannschaft der Blau-Weißen auf dem vielversprechenden Bronzeplatz der Kreisoberliga Büdingen. "Wir haben unseren Etat in der Vergangenheit zu stark an Veranstaltungen ausgerichtet", erklärte Thorsten Braun als Präsidiumsmitglied der Fußballer vom "Bockzahl". Neben zahlreichen kleineren Sponsoring-Paketen sollen insgesamt vier Premium-Partner zukünftig für eine solide finanzielle Basis sorgen, um den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können, ergänzte der Vorstand Finanzen, Sebastian Koch. Beim 1972 erbauten Vereinsheim gebe es zudem einen erheblichen Investitionsstau, der baldiges Handeln und einen hohen Bedarf an finanziellen Mitteln erfordere.Im Corona-Jahr sei die besondere Problematik mit Veranstaltungen deutlich geworden, so Braun als engagierter Botschafter des Ehrenamts weiter. "Das Moto-Camp der vielen Fans unter unserer Regie zum Schottenring-Grand-Prix oder die Rocknacht in der Festhalle konnten nicht stattfinden. Auch der Gastrobetrieb während unserer Heimspiele war stark eingeschränkt." Ein zentraler Punkt in der Neuausrichtung des Sponsoringkonzeptes seien die anvisierten Premium-Partner, so Thorsten Braun. Umso erfreulicher sei der Einstieg von Hera Papierverarbeitung. "Zu einem Zeitpunkt, an dem andere Firmen die Tür zugemacht haben, sind wir zu einem Abschluss gekommen", betonte Sebastian Koch. In Geschäftsführer Jens Vonderheid habe man nicht nur einen verlässlichen Partner gewonnen, sondern auch einen Unternehmer, der der Sportart Fußball sehr zugeneigt sei. "Gerade in der jetzigen schwierigen Zeit ist es wichtig, dass Firmen Vereine unterstützen", so Vonderheid. Sport habe einen hohen Stellenwert für das gesundheitliche Wohlbefinden, insbesondere auch für junge Menschen. "Und auch das gesellige Beisammensein spielt eine große Rolle." Vonderheid verspricht sich durch das Sponsoring bei dem Schottener Traditionsverein eine Steigerung des Bekanntheitsgrades seiner Firma, die ihren Standort von Ober-Schmitten nach Rainrod verlegt. Thorsten Braun, der sich als Torjäger seines SV Blau-Weiß einen Namen machte, verbreitet trotz der starken Corona-Beschränkungen viel Optimismus für den weiteren Saisonverlauf: "Wir haben den Aufstieg in die Gruppenliga mittelfristig im Visier und würden gerne noch einmal in dieser höheren Klasse spielen." Und dieses Unterfangen soll "wie bei Blau-Weiß üblich, ohne bezahlte Spieler erreicht werden. Wir können auch auf unsere Jugendspieler vertrauen. Da verfügen wir über gute Perspektiven."

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