Sportwoche unter der Lupe: Auf die Ohren

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Weil der Amateurfußball ruht, können sich die (eigentlich) Aktiven anderen Dingen widmen. Wie Jannik Jung, Spielertrainer des Fußball-Gruppenligisten FC Alemannia Gedern. Der 28-Jährige war vor einigen Tagen zu Gast bei "Steil-Klatsch - der Rhein-Main Fußballtalk". Im 51. Teil dieser Podcast-Serie sprach Jung mit den Moderatoren Metin Yildiz und Maik Rudolf unter anderem über sein Probetraining beim FC Bayern München als Jugendlicher, seine Rekordsaison mit 41-Gruppenliga-Toren für den SC Viktoria Nidda sowie seine aktuelle Aufgabe beim FC Alemannia Gedern.

Während des einstündigen "Hörspiels" meldeten sich auch einige ehemalige Weggefährten per Sprachnachricht zu Wort. Unter anderem berichteten die Ex-Trainer Stephan Belter und Carsten Weber sowie Mitspieler Max Heck und Büdingens Schiedsrichterikone Matthias Kristek über Jungs herausragende Fähigkeiten auf dem Platz und seine gesellige Ader nach den Spielen. Das Thema "3. Halbzeit" zog sich wie ein roter Faden durch die Sendung. Und für Jung gab's was auf die Ohren, weil er in jungen Jahren manchmal mit den Folgen des Alkoholkonsums zu kämpfen hatte. Sei es drum: Kein Fußballer ist perfekt. nNahezu perfekt organisiert sein sollten dieser Tage allerdings die Trainer einer Nachwuchsmannschaft. Sie müssen ihre Einheiten der gerade aktuellen Inzidenz anpassen. Dazu die bereits zweimal veröffentlichen Orientierungshilfen vom Hessischen Fußball-Verband verinnerlichen und genau darauf achten, wie alt der zu trainierende Nachwuchs ist. Schließlich dürfen 14-Jährige nicht das, was 13-Jährige dürfen. Es sein denn, der Inzidenzwert im Kreis liegt fünf Tage in Folge unter 100. Frisch getestet oder geimpft müssen die ehrenamtlichen Übungsleiter natürlich auch sein. Mal sehen, welche Stolpersteine die Politik den Ehrenamtlichen noch in den Weg legt. Dabei müsste es laut Frank Illing, Vorsitzender des Verbandsausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung beim Hessischen Fußball-Verband, genau in die andere Richtung gehen. Er fordert viel mehr Lockerungen für den Nachwuchssport. Auch weil Aerosol-Experten mehrfach bestätigt hätten, dass Kinderfußball unter freiem Himmel völlig unbedenklich sei. Genauso sieht es der 1. FC Erlensee. Da sportbegeisterte Kinder- und Jugendliche zu den großen Verlierern der Corona-Pandemie zählen, gehört der Fußball-Hessenligist zu fünf Vereinen, die mit dem Starten einer Petition den Vereinssport für Jugendliche unter 18 Jahren im Freien ermöglichen wollen. Bis zum 22. Mai sollen online möglichst viele Unterschriften gesammelt werden. Denn: Fehlende Bewegung könne bei Jugendlichen negative körperliche und psychische Folgen hervorrufen, dem wollen die Verantwortlichen der Petition aktiv entgegenwirken. "Die Sportvereine in Deutschland sind sich ihrer großen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und würden diese im Jahr 2021 unter den besonderen Umständen mit Verstand und Vorsicht gerne wieder wahrnehmen können. Sport im Freien ist eine große Hilfe und keine große Gefahr - das hat nicht nur die Gesellschaft für Aerosolforschung am 11. April 2021 in einem offenen Brief erklärt", heißt es in den Ausführungen der fünf Vereine. Wie man sich als Unterzeichner an der Petition beteiligen kann, ist unter anderem auf der Homepage des 1. FC Erlensee (www.fcerlensee.de) nachzulesen. 50 000 Unterzeichner werden benötigt, um eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zu erreichen. Freitagabend waren es 23 000. Weiter so - knapp die Hälfte ist schon geschafft.

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