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Skepsis, Sorge plus Hoffnungsschimmer

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Peer Kohlstetter vom Hessenligisten TTC unterstützt die Verbandsentscheidung zur Rundenunterbrechung und hofft, mit seinem Team Mitte Februar wieder in den Meisterschaftsspielbetrieb einsteigen zu können. © Achim Senzel

Nidda (ös). Der Hessische Tischtennisverband (HTTV) hat (wie bereits berichtet) den Meisterschaftsreigen aufgrund der aktuellen Corona-Lage in allen Spiel- und Altersklassen bis zum 13. Februar unterbrochen. Allerdings mit einer Ausnahme: Ein Mannschaftskampf kann stattfinden, wenn beide Teams sich einvernehmlich über die Austragung verständigen. Verlegungen sind in allen Spielklassen bis zum 15.

Mai möglich. Die Relegationsspiele werden in allen Spielklassen ausgesetzt.

Mannschaften, die auf einem Relegationsplatz stehen, behalten entweder ihr Startrecht in der Spielklasse oder sind aufstiegs-/abstiegsberechtigt. Kann die Spielzeit am 14. Februar nicht wieder vollumfänglich aufgenommen werden, wird die Hauptrunde auf eine einfache Runde verkürzt. Dann würde nur die Vorrunde als Meisterschaftsreigen gewertet. Dann bereits gespielte Begegnungen der Rückrunde laufen in die TTR-Berechnung ein, werden in der Tabelle jedoch nicht berücksichtigt.

Der Kreis-Anzeiger hat hierzu mit einigen Verbandsfunktionären auf allen Ebenen gesprochen.

Dennis Erbe (HTTV-Vizepräsident): »Es ist schwer bis fast unmöglich momentan eine gute Prognose zu treffen was in wenigen Wochen sein wird. Die Corona-Lage ist leider sehr dynamisch. Als Verband sind wir natürlich auch von den politischen Vorgaben abhängig. Wir möchten in dieser unberechenbaren Situation niemand zwingen zu spielen, aber andererseits auch den Spielwilligen die Möglichkeit weiter offen lassen zu spielen. Es ist möglich, dass in ein paar Wochen die Corona-Lage wieder völlig entspannt ist. In anderen Ländern ging der Anstieg mit Omikron rasant hoch, aber auch wieder sehr schnell runter. Zudem scheint Omikron bei Weitem nicht so gefährlich wie die Vorläufer zu sein. Aktuell sind alle Verbands-Turniere abgesagt. Die Mini-Turniere für neun bis 16 Personen der VR-Cup-Serie sind allerdings möglich und bereits für 2022 gestartet. Die vergleichbare Turnier-Serie für die Jugend, die Juniorcups, sind in Planung. Hier soll noch eine Abstimmung mit den anderen Bundesländern erfolgen. Das Meldefenster für die Mannschaftsmeldung 2022/2023 soll wie gewohnt beibehalten werden. Daher sind Spiele auch nur bis Mitte Mai möglich.«

Henrik Jasper (Wetterauer Kreiswart, TTC Bad Nauheim/Steinfurth): »Momentan bin ich eher skeptisch, ob die Rückrunde im Februar fortgesetzt wird. Auch wenn die Corona-Zahlen bis dahin zurückgehen, könnte es noch länger dauern bis die Krankenhausbelegung wieder zurückgeht. Zwischenzeitlich könnten auch weitere Beschränkungen und Vorgaben durch die Politik erfolgen. Natürlich hoffe ich auch, dass weitergespielt werden kann. Das größte Problem sehe ich nicht darin, ob die Rückrunde annulliert wird und die Vorrunde als Meisterschaft gewertet wird, sondern wie es im Breitensport generell weitergeht.

Die meisten Vereine haben in den letzten zwei Jahren kaum Kinder und Jugendliche dazu gewinnen können. Eher im Gegenteil. Zudem sind ehrenamtliche Helfer und Spieler weniger geworden. Zumal in einer Zeit, in der das Ehrenamt ohnehin nicht sonderlich populär ist. Ob die Vereine diese Lücken wieder füllen können ist fraglich. Allerdings muss ich unseren Wetterauer Vereinen ein sehr großes Kompliment machen. Viele haben mit großem Aufwand in den zwei Jahren alles versucht, um den Breitensport am Leben zu halten. Auch für diese Saison hat organisatorisch alles bestens funktioniert. Das lässt für die Zukunft hoffen.«

Norbert Fritz (Bezirksjugendwart, TTC Nidderau): »Aus meiner Sicht hätte mit 2G plus der Punktspielbetrieb planmäßig weiterlaufen können. Die Schüler werden nun drei- bis fünfmal pro Woche getestet und bei den Erwachsenen sind viele der Eltern und Aktiven bereits geboostert. Dass die Turniere nicht stattfinden ist gut, da zum einen die Organisatoren Probleme haben Helfer zu bekommen und zum anderen auch nicht so viele Teilnehmer mitmachen. Es kann gut sein, dass die Corona-Welle bis Mitte Februar wieder abgeebbt ist und der Spielbetrieb und die Turniere wieder für alle geregelt laufen können. Momentan ist der Organisationsaufwand um alles nach hinten zu verlegen immens. Dennoch bleibe ich optimistisch, dass es weitergeht.«

Peer Kohlstetter (Aktiver des Hessenligisten TTC Höchst/Nidder): »Die aktuelle Entscheidung des HTTV den Rückrundenstart zu verschieben ist aus meiner Sicht richtig. Die Gesundheit der Spieler hat oberste Priorität. Wir machen keine generelle Vereinsentscheidung für alle Mannschaften. Jede Mannschaft soll individuell entscheiden, ob sie spielt oder nicht. Wenn eine Mannschaft entsprechende Voraussetzungen hat zu spielen und dies möchte, dann ist es für uns als Verein in Ordnung. Die Männer-Hessenliga-Mannschaft wird erst wieder ab Mitte Februar spielen, sofern es bis dahin wieder wie gewohnt möglich ist.«

Heiko Wöllner (Kreislehrwart, TV Eichelsdorf): »Unser Vereins-Trainerteam ist mittlerweile komplett geboostert und einige der Nachwuchs-Spieler sind zweifach geimpft. Für maximale gegenseitige Sicherheit ist es für uns selbstverständlich, dass sich alle vor Wettkämpfen und intensiven Trainingseinheiten zusätzlich noch einmal testen. Die Unterbrechung der Runde durch den HTTV kann ich vor allem mit Blick auf den Erwachsenensport verstehen. Durch den Schulstart ist noch unklar, wie sehr sich dies auf die Verbreitung der Omikron-Variante auswirkt. Ausfälle können bei Mannschaften zu großen Wettbewerbsverzerrungen führen. Wir werden mit den Vereinen im Nachwuchsbereich sprechen, ob eine Spielfähigkeit gegeben ist und wir die geplanten Termine nutzen wollen, oder auf die vorgeschlagenen Verlegungstermine ausweichen.«

Holger Thösen (Kreisjugendwart, TV Gedern): »Für alle, die in der Verantwortung stehen, ist es schwer die richtige Entscheidung zu treffen. Es allen recht zu machen geht sowieso nicht. Die Möglichkeit mit 2G plus weiter im gegenseitigen Einvernehmen Punktspiele austragen zu können halte ich für gut.

Ich bin nach wie vor bei aller Vorsicht dafür, die sprichwörtliche Kirche im Dorf zu lassen und keine übertriebene Panik zu erzeugen. Was ist, wenn zukünftig ein neues weitaus gefährlicheres Virus auftritt? Dann könnte vieles unterschätzt werden. Vielmehr wäre ich dafür die sozial wichtigen Berufe endlich zu stärken und attraktiver zu machen. In der Vorbeugung für den Umgang mit Pandemien und der Entwicklung der sozialen Gesellschaftsstrukturen überhaupt müsste der Schwerpunkt liegen aus meiner persönlichen Laiensicht.« FOTOS: ÖS

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Dennis Erbe © Holger Thösen
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Henrik Jasper © Holger Thösen
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Heiko Wöllner © Holger Thösen
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Holger Thösen © Holger Thösen

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