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Sechs Endspiele für Gedern/Nidda

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Emely Nau (am Ball) knickt im Training um und fehlt am Sonntag. © Ralph Lehmberg

Drittliga-Abstiegsrunde beginnt am Sonntag mit einem Auswärtsauftritt.

Gedern/Nidda (flo). Sechs Endspiele! Sechs Begegnungen, in denen es um alles oder nichts geht, in denen es keine Schönheitspreise zu gewinnen gibt, sondern einzig und allein Punkte zählen. Am Sonntag (16.30 Uhr, Sporthalle Ost) beginnt für die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda die Abstiegsrunde: In Spiel eins müssen die Wetterauerinnen bei der Ibbenbürener Spielvereinigung 08 ran.

3. Liga: Ibbenbürener Spielvereinigung 08 - HSG Gedern/Nidda (Sonntag, 16.30 Uhr). Es ist eine Situation, die es bei der Spielgemeinschaft lange nicht mehr gab: Knallharter Abstiegskampf um den Verbleib in der 3. Liga. Nur zwei von sechs Mannschaften dieser Abstiegsrundengruppe bleiben drin. Die Mannschaft von Trainer Christian Breiler wird sich gewaltig strecken müssen, um den bitteren Gang in die Oberliga abzuwenden. Ebenso wie drei weitere Teams, darunter der erste Gegner Ibbenbüren, haben die Ballwerferinnen aus Gedern und Nidda zum Start 4:4 Punkte auf dem Konto. Der TuS Königsdorf geht mit 6:2, die HSG Lumdatal mit 2:6 Zählern in die Abstiegsrunde. Diese Ausbeute wurde aus der Hauptrunde mitgenommen.

Was spricht für das Breiler-Team? Zugegeben: Die Suche nach Mutmachern gestaltet sich doch etwas mühselig. »Wenn wir unser Potenzial abrufen, wenn wir an unsere Leistungsgrenze kommen, haben wir alle Chancen, die Klasse zu halten«, betont der Trainer. Das ist unstrittig. Die Krux: Eben dieses Potenzial brachten die Wetterauerinnen in dieser Saison eher selten aufs Parkett - und konstant schon mal ganz und gar nicht. Nur ein einziges Mal - im November war das - folgte auf einen Sieg keine Niederlage. Jetzt aber braucht die HSG vor allem eines äußerst dringend: kontinuierlichen Erfolg. »Die Heimspiele«, unterstreicht Breiler, »muss man auf jeden Fall gewinnen. Nur das wird aber nicht reichen, man muss auch auswärts etwas holen. Da muss vieles richtig laufen.«

Es mangelt an Erfahrung

Wohlgemerkt in einer Drucksituation, die so nur wenige HSG-Spielerinnen kennen. Es mangelt ganz sicher an Erfahrung, erprobt im Abstiegskampf ist diese Mannschaft nicht. Die wenigen erfahrenen Kräfte sind weitgehend verletzungsbedingt außen vor, die jungen Akteurinnen müssen es richten. Dies in einer Gemengelage, in der die Begleitumstände - die Nicht-Verfügbarkeit der eigenen Halle, die Diskussion um einen Rückzug - zusätzlicher Ballast sind. »Es wird sich zeigen, wie meine junge Mannschaft damit zurechtkommt«, sagt Breiler. Abstiegskampf, das liegt auf der Hand, findet zumindest in Teilen auch immer auf mentaler Ebene statt. »Die eine oder andere macht sich bestimmt Gedanken, das kann man nicht ganz ausblenden«, mutmaßt der HSG-Coach. Aber: »Wir dürfen uns nicht zu viele Gedanken machen. Wir müssen einfach spielen und konzentriert an unsere Aufgabe herangehen.«Er weiß, dass seine Truppe einiges besser machen muss als über weite Strecken der Rückrunde. Sie muss ihre Abschlussquote auf ein höheres Niveau hieven, sie muss ihre technischen Fehler erheblich reduzieren, sie muss eine aggressive Verteidigung auf die Platte bringen. All das ohne Emely Nau, die mindestens am Sonntag nicht zur Verfügung stehen wird. Die Rechtsaußen hat sich im Training verletzt, knickte um und wird erst einmal ausfallen. Wie lange, darüber müssen noch ausstehende Untersuchungen Aufschluss geben. »Wir werden das auf dieser Position auf mehrere Schultern verteilen«, sagt der Trainer.

Gegner Ibbenbüren übrigens war in seiner Staffel Zehnter geworden, hatte in der Hauptrunde zwölf Punkte geholt. Vier weniger also als die HSG Gedern/Nidda in ihrer Staffel. Die tragenden Säulen der Nordrein-Westfälinnen sind Mittelfrau Theresa Beermann und die Halblinke Hannah Schoppe, die gemeinsam über ein Drittel der Hauptrundentreffer erzielt haben und durch ihre Wurfstärke aus dem Rückraum überzeugen. »Das Videostudium ist das eine, sich wirklich gegenüber zu stehen das andere. Das ist schwer einzuschätzen«, sagt Breiler.

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