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Schwarzen Freitag abhaken

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Misslungener Restrundenauftakt: Maik Vetter muss das Spielfeld verletzt verlassen. © Imago Sportfotodienst GmbH

Region (jm). Von schwarzen Freitagen wird normalerweise nur bei katastrophalen Börsenereignissen gesprochen. Einen ziemlich dusteren Freitag mussten aber auch die Offenbacher Kickers zum Pflichtspielstart ins Jahr 2022 in der Fußball-Regionalliga Südwest hinnehmen. Vor, während und nach dem 0:1 (0:0) gegen den abstiegsbedrohten FC Rot-Weiß Koblenz gab es eine Vielzahl schlechter Nachrichten für den Aufstiegsaspiranten.

Der negative Höhepunkt war eine Fanattacke auf den Koblenzer Mannschaftsbus (siehe Artikel auf dieser Seite). Ein Überblick in Stichpunkten:

Rafael Garcia coronapositiv

»Mehr als beschissen.« Mit diesen drastischen Worten kommentierte OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik die Vorbereitung auf das erste Pflichtspiel im neuen Jahr. Weil der Linksaußen positiv getestet worden war, mussten sich Mannschaft und Trainer- und Betreuerstab kurzfristig einem Coronatest unterziehen. Immerhin: Bislang wurde kein weiterer Fall erfasst. »Die Impfquote inklusive Booster bei Mannschaft und Betreuerstab beträgt 100 Prozent«, erklärte Sobotzik. Als Vorsichtsmaßnahme ließ Trainer Sreto Ristic isoliert trainieren und gab dann zwei Tage frei. »Wir müssen diesen Feind aus der Kabine halten«, betonte Ristic. Rafael Garcia ist derweil symptomfrei. Nach sechs Tagen kann er mit einem negativen Test wieder am Training teilnehmen.

Maik Vetters Verletzung

Der frühe Ausfall des dienstältesten OFC-Profis war die nächste Hiobsbotschaft. Im Vollsprint hatte er versucht, mit einem langen Schritt an den Ball zu kommen. Dann sackte er zusammen. »Maik geht nicht einfach so vom Platz«, fürchtete Ristic eine schwerere Verletzung an den Adduktoren. Klarheit soll nun eine MRT-Untersuchung bringen.

Fehlende Effizienz im Spiel

»Wir haben ein Spiel verloren, das wir nie hätten verlieren dürfen«, sagte Ristic. Als entscheidendes Manko hatte er die fehlende Effizienz vor dem Tor ausgemacht. Denis Huseinbasic, Dejan Bozic vor und Serkan Firat kurz nach der Pause hatten sehr gute Chancen ausgelassen.

»Wenn du es nicht schaffst, ein Spiel zu gewinnen, dann darfst du es aber nicht verlieren«, meinte Ristic. Er hatte seiner Mannschaft bescheinigt, die Koblenzer Umschaltaktionen weitgehend gut kontrolliert zu haben.

Das Gegentor

Bis zu jener Szene in der 80. Minute, als Tunay Deniz den Ball im Aufbau verlor, Koblenz über Quentin Fouley schnell umschaltete und Nils Fischer OFC-Keeper Stephan Flauder überwand. »Das können wir besser verteidigen«, sagte Ristic. Dass der Ex-Alzenauer anschließend an der kompletten Offenbacher Fantribüne vorbei zum provozierenden Jubellauf ansetzte, ärgerte den OFC-Coach. Für Geschäftsführer Sobotzik ist es ein wiederkehrendes Muster. »Für viele Vereine ist es das Spiel des Jahres, und dann lassen Spieler ihren Emotionen freien Lauf.« Rot-Weiß-Trainer Heiner Backhaus entschuldigte sich auf der Pressekonferenz für Fischers Unsportlichkeit, für die er Gelb gesehen hatte. Ristic war zuvor auch das Koblenzer Zeitspiel und die harte Gangart aufgestoßen. »Es kam für uns sehr viel zusammen. Aber das sind Sachen, die wir als Profis annehmen müssen. Auch das ist Teil der Entwicklung.«

Ristic hat mit seinem Team bewiesen, Rückschläge verarbeiten zu können. »Wir dürfen nicht den Kopf verlieren«, forderte er: »Wir können und müssen es besser machen.« Sobotzik brachte es auf den Punkt: »Wir müssen das abhaken. Die drei Punkte kriegen wir nicht zurück.«

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