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Abdel Ahad Scharbel (rechts) spielt mit dem VfR Hainchen gegen den Abstieg.

Schon vier Wechsel auf der Kommandobrücke

Kreis Büdingen (pem). Die Corona-Krise ist noch nicht vorbei - aber immerhin konnte in der Fußball-Kreisliga A Büdingen die erste Saisonhälfte durchgespielt werden. Nur wenige Spiele fielen wegen Quarantäne-Maßnahmen aus - der FC Rommelhausen sagte zwei Partien ab, der FC Alemannia Gedern eine. Diese Spiele konnten sämtlich nachgeholt werden, und auch das Wetter spielte mit.

Im zweiten und damit letzten Teil des Vorrundenrückblicks beleuchtet der Kreis-Anzeiger die untere Tabellenhälfe.

In der Vorrunde wechselten vier Mannschaften ihre Trainer (VfR Rudingshain, SG Usenborn/Bergheim, VfR Ulfa, SG Nieder-Mockstadt/Stamheim II). Die erste davon war der VfR Rudingshain . Kim Kraus musste Anfang Oktober gehen. Aus den ersten acht Spielen gab es fünf Punkte. Mit Michael Krause, der 17 Jahre lang den SV Bobenhausen trainiert hatte, hatte der VfR bei der Trainersuche den richtigen Riecher. Er brachte wieder Schwung in die Mannschaft. Zwar ging Krauses Debüt gegen Oberau II noch mit 1:5 verloren, doch dann verlor Rudingshain fünf Spiele in Folge nicht mehr. Besonders die Abwehrleistungen konnten gesteigert werden. So kann die Mannschaft auf dem sicheren achten Platz überwintern. Der Weg zum Klassenerhalt ist noch weit in einer Saison, in der fünf Vereine am Ende absteigen. Der VfR kann dabei auf ein eingespieltes, erfahrenes Team mit Stammspielern wie Dennis Fritzges, Martin Ritz, Stefan Welker oder Dominik Strauch setzen.

Auch bei der SG Usenborn/Bergheim gab es schon einen Trainerwechsel. Spielertrainer Sascha Finkernagel musste Anfang Oktober gehen. Die Mannschaft hatte sich eigentlich einiges vorgenommen, nachdem Finkernagels Einstand im Herbst 2020 gut verlaufen war Auch kamen einige erfahrene Neuzugänge wie Torwart Timo Schultheis, Manuel Gummy, Kilian Flemming oder Philipp Leinberger. Im ersten Monat ließ sich die Saison gut an. Doch dann gab es eine Niederlagenserie, deren Tiefpunkt ein 0:9 in Wallernhausen Anfang Oktober war. Der Verein ersetzte Finkernagel bis zum Ende der Winterpause durch Daniel Knebel, der im Sommer als Spieler gekommen war. Unter Knebel holte die Mannschaft noch sieben Punkte in sechs Spielen, genug um auf einem Nichtabstiegsplatz zu überwintern. Der Verein gab kürzlich die Verpflichtung von Mario Anthis bekannt, einem der erfahrensten Trainer im Fußballkreis, der auch in der Kreisliga A schon einige Mannschaften betreute, so etwa den FSV Dauernheim oder die SG Eintracht Ober-Mockstadt. Anthis trainierte zuletzt bis zu seiner Entlassung im September die Sportfreunde Oberau.

Die SG Eintracht Ober-Mockstadt schaffte es ebenfalls noch, oberhalb der Abstiegszone in die Winterpause zu gehen. Dafür musste die Mannschaft von Trainer Ralf Eberhardt hart arbeiten. Die SGE brauchte in der Vorrunde lange, um in Form zu kommen. Den Fehlstart zu Saisonbeginn machte das Team erst gegen Ende wieder wett - zehn Punkte konnten seit Ende Oktober noch gesichert werden. Traditionell setzt Ober-Mockstadt auf sein eingespieltes Team - auf Spieler, die schon seit Jahren für den Verein aktiv sind. Im Abstiegskampf haben die Mockstädter aber auch einen großen Nachteil: Spielplanbedingt haben sie schon neun von 14 Heimspielen absolviert, müssen in der Rückrunde überwiegend auswärts antreten und dort die Punkte für den Klassenerhalt sichern.

Die Abstiegszone

Dahinter beginnt die große Abstiegszone der Liga (bis zu fünf Absteiger sind möglich). Dort hat es in dieser Saison auch den VfR Hainchen reingezogen. Zwar kann die Mannschaft noch auf die Stärke von Stürmer-Veteran Anton Krasniqi (14 Tore) setzen, doch das alleine reicht nicht aus. Andere erfahrene Spieler wie Julian Kunkel oder Daniel Hacker fielen häufig aus. Spiele wie das 3:6 gegen Rainrod, das 4:6 gegen Gedern II oder das 5:5 in Rudingshain sind symptomatisch für den VfR in dieser Saison - der hohe Offensivaufwand wird negiert durch schwache Abwehrleistungen. 47 Gegentore bekam der VfR bisher, der schlechteste Wert in dieser Liga.

Die SG Ulfa/Langd vollzog ebenfalls einen Wechsel auf der Kommandobrücke. Blerton Terzija, der ohnehin zur Winterpause als Spielertrainer aufhören wollte, musste sein Amt Ende Oktober abgeben. Seither haben Tobias Wolf und Manuel Sparwald als Interimstrainer das Kommando. Die Lage bei den Ulfaern sieht düster aus. Zehn Punkte holte die Mannschaft in vier Spielen. Danach verlor sie zehn Partien in Folge. Ein fester Stamm ist kaum zu bilden. Kein Team schoss weniger Tore. Gelang es zu Beginn immerhin noch, die Defensive dichtzuhalten, brachen auch die Abwehrleistungen ein. In der aktuellen Form spricht vieles gegen den Klassenerhalt. Zum Rundenende wird sich die Spielgemeinschaft auflösen. Der VfR Ulfa versucht sein Glück eigenständig im Fußballkreis Büdingen. während sich der SV Langd wohl dem Gießener A-Ligisten SG Utphe/Trais-Horloff/Inheiden anschließt.

Den nachfolgenden Teams erging es nicht viel besser. Ähnlich wie die Ulfaer legte auch die SG Nieder-Mockstadt/Stammheim II noch einen ordentlichen Start hin. Trainer Mario Rucco arbeitete bereits im Vorjahr an einer Verbesserung der Abwehrleistung. Doch schon früh in der Saison musste die SG Spieler mit der ersten Mannschaft austauschen, zum Teil ältere Akteure in die Reserve einbauen. Seit August gelang kein Sieg mehr. Nachdem den Nieder-Mockstädtern zweimal aufgrund der Saisonabbrüche der Abstieg erspart blieb, könnte es nun so kommen. Das wollen Daniel Balzer und Felix Müller allerdings verhindern. Das Duo übernimmt für Rucco, der als Coach ins A-Team aufgerückt ist.

Der S V Blau-Weiß Schotten II befindet sich in einer ähnlichen Situation. Auch der Elf von Spielertrainer Niko Doll hätte der Abstieg gedroht, wenn die vorige Saison nicht abgebrochen worden wäre. Nur sieben Punkte konnten bisher geholt werden. Immerhin: Die Abwehr der Blau-Weißen um Torwart Danny Schäfer und Doll beweist A-Liga-Tauglichkeit. Sechsmal verlor die Mannschaft nur mit 0:1. Den Schottenern fehlt es in erster Linie an Erfahrung, außerdem sind sie sehr harmlos vor dem gegnerischen Tor. Doch zum rettenden Ufer fehlen nur acht Punkte, der Klassenerhalt ist nicht unmöglich.

Das gilt auch noch für Schlusslicht SG Büdingen . Die Büdinger legten von allen Teams den schlechtesten Start hin. Bis Ende Oktober musste die SG auf den ersten und einzigen Sieg warten, legte dann aber gleich eine Mini-Serie mit fünf Punkten hin. Einen Vorteil besitzt Spielertrainer Akin Kirsan gegenüber einigen anderen Abstiegskandidaten. In einem Gefüge aus weitgehend jungen Spielern kann er auf einen relativ festen Stamm setzen. Dies könnte sich noch für die Büdinger im Abstiegskampf auszahlen.

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