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Schindlers Herz schlägt für die HSG

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Kirsten Schindler (am Ball) bleibt eine weitere Saison bei der HSG Gedern/Nidda. © Ralph Lehmberg

24-Jährige bleibt bei Gedern/Nidda und lehnt Zweitliga-Angebot ab.

Gedern/Nidda (flo). Oberliga? Bloß nicht. Die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda stemmen sich mit aller Macht gegen den Abstieg. Ein wichtiges und aufmunterndes Signal in diesen Tagen: Rückraumspielerin Kirsten Schindler bleibt den Wetterauerinnen erhalten - trotz einer Zweitliga-Offerte.

Morgen Heimspiel in Konradsdorf

Im zweiten Spiel der Abstiegsrunde will sie am Samstag (18 Uhr, Sporthalle Konradsdorf) mit ihrer Mannschaft gegen den Königsborner SV den nächsten Schritt gehen.

Nein, die 24-Jährige hat es sich nicht leicht gemacht. Die Anfrage des Zweitligisten 1. FSV Mainz 05, daraus macht Schindler keinen Hehl, war reizvoll. So reizvoll sogar, dass sie es ernsthaft in Betracht zog, ihren Heimatverein zu verlassen. »Ich habe mich über das Angebot gefreut. Das ist ja auch eine Bestätigung, dass man irgendetwas richtig gemacht hat«, sagt die Master-Studentin. Zweimal war sie bei den Rheinhessinnen, die in Liga zwei noch um den Klassenerhalt kämpfen, im Probetraining, führte Gespräche mit den Verantwortlichen um Trainerin Nikoletta Nagy. »Das hat mir schon gefallen«, sagt Schindler, die gerne noch einmal in der 2. Bundesliga spielen würde. »Ich habe mich gefragt, ob das wirklich eine Option sein könnte, auch eine Chance, mal etwas anderes zu sehen.« Zwischendurch, gesteht sie, sei sie an einem Punkt gewesen, »dass ich es vielleicht wirklich mache«.

Doch Schindlers Herz schlägt eben für die HSG Gedern/Nidda. »Das, was mich hier bindet, hat letztlich überwogen«, legt sie das Resultat eines reiflichen Überlegungsprozesses dar. Was das denn sei, dass sie an die Spielgemeinschaft binde? Es sind, das wird deutlich, viele Facetten. Die Mannschaft etwa. »Wir sind eine coole Truppe und es macht mir sehr viel Spaß mit diesem Team, auch wenn wir nur wenige Erfolgserlebnisse hatten. Ich möchte nicht weggehen von dieser Mannschaft«, sagt Schindler. Oder das Wissen um ihre nicht ganz unerhebliche Rolle im Gesamtgefüge, nämlich die als »Bindeglied zwischen Verein, Sponsoren, Zuschauern und Mannschaft«. Und ebenso das eigene Verantwortungsgefühl: »So eine Entscheidung zu treffen, während bei uns sogar die Ligazugehörigkeit unklar ist, das konnte ich nicht mit mir vereinbaren.«

Zusage auch im Abstiegsfall

Auch wenn in der Abstiegsrunde das Happy End misslingen sollte, wenn es die Handballerinnen von Trainer Christian Breiler also nicht unter die ersten zwei packen und in die Oberliga müssen: Schindler wäre mit an Bord. Natürlich sei dieses Szenario des Abstiegs im Hinterkopf gewesen. »Aber für mich war klar: Wenn ich mitverantwortlich dafür bin, dass wir es nicht schaffen sollten und in die Oberliga absteigen, dann will mich auch der Verantwortung stellen und helfen, dass wir da wieder rauskommen.« Eine Haltung, die aller Ehren wert ist.

So weit jedoch soll es freilich idealerweise gar nicht kommen. Der klare 29:18-Auswärtserfolg bei der Ibbenbürener Spielvereinigung 08 war zum Start der Abstiegsrunde nicht nur überlebenswichtig, sondern auch ein kleines Ausrufezeichen. »Für den Kopf war das total wichtig. Das hat uns allen gezeigt, dass wir es noch können und in diese Klasse gehören. Gerade weil wir über das gesamte Spiel hinweg dominant waren«, befindet die Rückraum- und Außenspielerin. Inwieweit sie denn tatsächlich besorgt sei, dass es nicht für den Klassenerhalt reichen könnte? Die beste HSG-Torjägerin verneint glaubhaft: »Bisher war ich noch nicht an dem Punkt, an dem ich dachte, dass wir nächste Saison in der Oberliga spielen. Ich bin ziemlich optimistisch, dass wir es schaffen können. Es liegt in unserer Hand.« Damit das so bleibt, muss im zweiten Spiel der Abstiegsrunde zwingend notwendig der zweite Sieg her. Ein Ausrutscher gegen den Königsborner SV, der die Reise mit 14 Niederlagen in Serie antritt, ist partout verboten.

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