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Schalter erfolgreich umgelegt

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Gute Noten verdient sich Rica Wäscher (links) im Trikot ihrer HSG Gedern/Nidda und steigt vor ihrer Kontrahentin Lena Peribonio von der HSG St. Leon/Reilingen hoch zum Wurf. © Ralph Lehmberg

Nidda (flo). Mit viel Leidenschaft zum Heimerfolg: Die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda haben ihr erstes Heimspiel in dieser Saison erfolgreich gestaltet. Gegen die HSG St. Leon/Reilingen setzten sich die Wetterauerinnen trotz eines Vier-Tore-Rückstands mit 24:23 (11:14) durch. Es war der zweite Sieg im zweiten Spiel.

HSG Gedern/Nidda - HSG St. Leon/Reilingen 24:23 (11:14). Als dann die Schlusssirene ertönt war, als der zweite Saisonsieg also unter Dach und Fach war, da stürmten selbst Trainer Christian Breiler, sonst eher ein zurückhaltender Vertreter beim Bejubeln von Siegen, und sein Assistent Oliver Heßler zur Mannschaft, reihten sich in den um den Mittelkreis herum tanzenden Jubelkreis ein. »Dieser Saisonstart mit zwei Siegen nach dieser kurzen Vorbereitungsphase ist traumhaft«, frohlockte der Trainer.

Der sich auch deshalb in besonderem Maße gefreut haben dürfte, weil seine neuformierte Truppe bereits früh angedeutet hat, über Resilienz zu verfügen. Denn gegen St. Leon/Reilingen lief längst nicht alles rund, liefen die Gastgeberinnen lange einem Rückstand hinterher, drehten diesen aber - wie schon beim 30:26-Auftaktsieg bei der TSG Eddersheim - noch in einen doppelten Punktgewinn. Das ist nicht selbstverständlich für eine Mannschaft, die sich nicht nur spielerisch, sondern gewiss auch hierarchisch noch finden muss.

Dass die Breiler-Sieben noch einiges an Arbeit vor sich hat, wurde gegen St. Leon/Reilingen freilich auch deutlich, kommt aber ebenso wenig überraschend. Gerade im ersten Durchgang hatte die HSG nach einer guten Startphase erhebliche Schwierigkeiten, die stellenweise offensiv interpretierte, immer wieder heraustretende 6:0-Deckung der Gäste zu knacken. Weder Neuzugang Eva Schneider noch Kirsten Schindler vermochten es in dieser Phase, das Spiel von Rückraum-Mitte aus entsprechend zu strukturieren. Die etwas unbeholfen daherkommende HSG erlaubte sich viele Ballverluste (zwölf in Hälfte eins), lief folgerichtig in Gegenstöße. Dass Gedern/Nidda zur Pause nicht deutlicher als 11:14 zurücklag, war insbesondere der wurfgewaltigen Rückraumlinken Rica Wäscher, die alle ihre sechs Treffer vor der Pause erzielte, zu verdanken.

Dass nach Wiederbeginn die ersten drei Angriffsaktionen - ein Fehlpass, ein technischer Fehler, ein Fehlwurf - allesamt missrieten und ein 11:15 (32.) auf der Anzeigetafel leuchtete, ließ nicht auf eine Trendwende hindeuten. Ein Trugschluss. Denn: Von einer Minute auf die andere legte die Breiler-Truppe den Schalter um. Vorne war Schneiders 12:15-Anschluss (34.) nach starkem Eins-gegen-Eins ein Aufbruchssignal, hinten wurde die HSG-Abwehr zusehends kompakter und ließ den Gegner kaum noch in die Nahdistanz durchbrechen. Und: »Wir haben aufgehört, technische Fehler zu machen. Deshalb haben wir das Spiel auf unsere Seite gezogen«, befand Breiler.

Trotzdem liefen die Gastgeberinnen bis zum 18:19 (50.) einem Rückstand hinterher. Dann aber schlug Gedern/Nidda zu: Schneiders Rückraum-Rakete zum 20:19 (53.) und Schindlers Durchbruch zum 21:19 (54.) versetzten die Gymnasiumhalle in Ekstase. Diese Führung verteidigte die Spielgemeinschaft. Allerspätestens als Kreisläuferin Nadin Patz 73 Sekunden vor Schluss zum 24:21 einwarf, war die Entscheidung gefallen.

»Die Mannschaft«, lobte Breiler, »kann stolz auf sich sein. Wir haben uns diesen Sieg über die Abwehr erkämpft. Leonie Hutin und Rica Wäscher, die erst zum zweiten Mal zusammengespielt haben, haben das im Innenblock richtig gut gemacht.« Nun hat die HSG Gedern/Nidda ein spielfreies Wochenende vor sich - und somit Zeit, weiter an sämtlichen Abläufen zu arbeiten. »Denn«, so Breiler, »dass wir uns entwickeln müssen und noch nicht alles hundertprozentig passt, wissen alle.« Daran ändert auch ein perfekter Saisonstart nichts, den die Wetterauerinnen am 24. September zuhause gegen den 1. FSV Mainz 05 II selbstredend gerne mit dem nächsten Sieg weiter ausbauen würden.

HSG Gedern/Nidda: Petek (ab 31.), Elisath (bei einem Siebenmeter), Heß; Patz (3), Droll, Schneider (2), Pfaff (2), Oberheim, Hutin (1), Kaiser, Wäscher (6), Niebergall (n.e.), Schindler (9/5), Krauß, Schäfer (1).

HSG St. Leon/Reilingen: Bohneberg, Golla (ab 31.); Baker, Klacar, Auer, Pahl (3), Heck (1), Peribonio (5), Halilovic, Lederer (4), Brecht (2), Marquardt, Miltner, Baumann (2), Rimpf (6).

Schieddsrichter: Abel/Herpolsheimer (Stadeln/Erlangen) - Zuschauer: 300 - Zeitstrafen: 2:6 Minuten (Hutin - Pahl, Heck, Baumann) - Siebenmeter: 5/5:1/1 - Spielfilm: 4:4 (10.), 7:7 (20.), 11:14 (30.), 15:16 (40.), 18:19 (50.), 21:19 (54.), 24:23 (60.).

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Zupackend ist Nicole Baumann (links, St. Leon/Reilingen), doch Gedern/Niddas kämpferische Leonie Hutin bleibt in Ballbesitz und kann noch abspielen. © Ralph Lehmberg

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