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Punkte in Reichweite

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Handball 3. Liga: Gedern/Nidda kassiert in Düsseldorf 23:25-Niederlage.

Düsseldorf/Nidda (flo). Erhielten die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda für ihren Auftritt in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ein Arbeitszeugnis, so stünde wohl darin: Sie waren stets bemüht. Das, was die Rumpftruppe von Trainer Christian Breiler aufs Parkett brachte, war für die Umstände gewiss in Ordnung. Die Wetterauerinnen kämpften, Punkte waren in Reichweite. Aber schlussendlich fehlten Kraft und Klasse, um sich dafür zu belohnen. Die 23:25 (10:14)-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf war da die logische Folge.

Seine Enttäuschung wollte und konnte Breiler nicht verbergen. »Das ist ärgerlich, mehr als ärgerlich«, haderte der HSG-Coach. Man habe sich das selbst zuzuschreiben. »Wir haben es hinten raus durch unsere eigenen Fehler weggespielt.« In der Tat: 17:16 (41.) führten die Gäste, hielten sich auch beim 20:20 (50.) noch alle Möglichkeiten offen. Und dann? Zwei Ballverluste, ein Fehlwurf - und ein Gegner, der eiskalt zuschlug und mit einfachen Gegenstoßtoren davonzog. Als Fortuna-Rückraumspielerin Anna Bergschneider den 3:0-Lauf mit dem 23:20 (53.) vollendete, war Zählbares für die Breiler-Sieben binnen kürzester Zeit in weite Ferne gerückt. »Davon«, resümierte der Trainer, »haben wir uns nicht mehr erholen können.«

Es wäre nicht das erste Comeback in dieser Begegnung gewesen. Denn bereits im ersten Spielabschnitt hatten sich die Wetterauerinnen, bei denen die gelernte Kreisläuferin Yeruti Krauß auf der linken Außenbahn die verletzte Isabell Schüler ersetzte, eine kleine Hypothek eingehandelt.

So ordentlich sich die Gäste in der Deckung präsentierten, so schwer taten sie sich alles in allem einmal mehr im Angriff. Insbesondere dabei, das Harzleder ins Netz zu bugsieren. Womöglich ist der Chancenwucher, der in den vergangenen Wochen zur Großbaustelle avanciert ist, auch einfach der Ausdruck allgemeiner Verunsicherung. Jedenfalls: »Wir machen uns so das Leben schwer«, monierte Breiler. Der aber einschränkte: »Wir hatten mit vielen Pfostentreffern auch wirklich Wurfpech.« 25 Fehlversuche, davon 16 in der ersten Hälfte, standen letztendlich zu Buche. Darunter zwar viele Fahrkarten der Rückraumhalben aus der zweiten Reihe, aber eben auch einige freie Bälle. Nicht verwunderlich also, dass sich Düsseldorf ab dem 6:6 (14.) zusehends distanzierte und zur Pause mit 14:10 vorne lag.

Ehe die Breiler-Truppe mit viel Verve in den zweiten Durchgang startete. Gegen urplötzlich fahrige Düsseldorferinnen erkämpfte sich die HSG in der Deckung einige Bälle, agierte vorne mit Tempo und Zielstrebigkeit. Der Lohn: Die Wetterauerinnen drehten die Partie in Windeseile. Rückraumakteurin Kristin Amos warf ihre Farben von der Siebenmetermarke aus mit 17:16 (41.) in Führung. Die Gäste vermochten es aber nicht, dieses Niveau zu halten. Vielmehr häuften sich danach wieder Ballverluste und Fehlwürfe. Das ging nur bis zum 20:20 nach 50 Minuten gut. Danach geriet Gedern/Nidda schnurstracks auf die Verliererstraße. »Das war eine ganz andere Leistung als in Nieder-Roden. Aber es waren eben auch einfach zu viele Fehler«, konstatierte der Trainer.

Die Luft im Abstiegskampf wird somit immer dünner. Noch ist die Spielgemeinschaft, die am kommenden Faschings-Wochenende spielfrei ist, Rangsechster. Der 1. FSV Mainz 05 II und der 1. FC Köln haben aber nur einen Zähler weniger auf dem Konto, befinden sich allerdings noch ein (Köln) bzw. zwei (Mainz) Spiele in Rückstand. Auf beide direkte Konkurrenten trifft die Breiler-Truppe in den verbleibenden sechs Partien noch, auch mit dem Vorletzten TuS Königsdorf bekommt es Gedern/Nidda noch zu tun.

Chancen, die Abstiegsrunde doch noch zu vermeiden, sind also weiterhin vorhanden. Aber: Die HSG - das liegt auf der Hand - wird den Glauben an sich selbst wiederfinden müssen.

Einfach dürfte das angesichts der vielen Rückschläge nicht werden.

Fortuna Düsseldorf - HSG Gedern/Nidda 25:23 (14:10). Fortuna Düsseldorf: Happe, Watermeier; Otten (2), Münch (1), Engel (3), Klinnert (2), Bergschneider (4), Söntgen, Herbak (2), Knippert (6), Freude (1), Heinrichs (4/1), Wittwer.

HSG Gedern/Nidda: Petek, Elisath (n.e.), Heß (n.e.); Niebergall (5), Engel (6), Hutin, Wäscher (3), Amos (4/3), Schindler (2/2), Krauß (1), Nau (2), Schäfer.

Schiedsrichter: Gorenflo/Mangold (Mühlenbach/Hornberg) - Zuschauer: 100 - Zeitstrafen: 4:2 Minuten (Otten, Bergschneider/Wäscher) - Siebenmeter: 2/1:5/5 - Spielfilm: 5:3 (10.), 10:7 (20.), 14:10 (30.), 16:17 (41.), 20:20 (50.), 23:20 (53.), 25:23 (60.).

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