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Personalnot ist zu groß

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Region (mr). Die zarten Aufstiegshoffnungen des TV 05/07 Hüttenberg in dr 2. Handball-Bundesliga der Männer sind an der Ostsee baden gegangen. Mit einer 29:32 (14:14)-Niederlage beim HC Empor Rostock mussten die personell gebeutelten Mittelhessen nach zuletzt drei Siegen wieder einmal dem Gegner das Jubeln überlassen.

Was die Heimmannschaft ausgiebig tat, die sich nach zuletzt schwachen Leistungen unter der Woche sich mit einem offenen Brief bei Anhängern und Unterstützern für ihr Auftreten entschuldigt hatte und deshalb den Schulterschluss mit den 3140 Zuschauern in der Stadthalle und den Klassenerhalt feierte.

Die Blau-Weiß-Roten waren dafür umso enttäuschter. »Unser Gemütszustand fühlt sich gerade nicht so gut an. Die theoretische Chance hat wirklich bestanden, diesen Traum noch etwas weiterleben zu dürfen, dass es doch irgendwie reicht, hoch zu gehen. Der Traum ist heute geplatzt«, konnte Trainer Johannes Wohlrab nach Schlusspfiff natürlich die Enttäuschung nicht verbergen.

Diese wich aber schnell dem Stolz auf seine Mannschaft. »Wir haben am drittletzten Spieltag eine Drucksituation und müssen unbedingt gewinnen, um den Aufstieg zu erreichen. Aber nicht, um den Klassenerhalt klar zu machen. Wer hätte das vor dem Saisonstart gedacht? Von daher muss man von den Träumen auch wieder zurück in die Realität kommen. Man muss sich auch in dieser bitteren Niederlage bewusst werden, was man erreicht hat. Das ist einfach überragend.«

Junge Truppe mit viel Moral

Auch der Auftritt in Rostock zeigte wieder die Moral, die in dieser jungen Truppe steckt. Vit Reichl seit Monaten wegen Herzmuskelentzündung ausgefallen, Hendrik Schreiber nach Muskelverletzung ebenso wegen Magen-Darm nicht spielfähig wie Moritz Zörb und Johannes Klein. Somit beide Stammkreisläufer sowie der eingespielte Mittelblock in der Deckung nicht dabei. Zudem Linkshänder Niklas Theiß in der zweiten Halbzeit nicht mehr einsatzfähig (»Niklas hatte nach einem groben Foul große Rückenbeschwerden«, Wohlrab) und Ian Weber und Christian Rompf zeitweise verletzt draußen, so dass Till Bastian Uth aus der Landesliga-Mannschaft und der gerade der Jugend entwachsene Noel Benjamin Höpfner den Kader komplettierten. Umso bedauerlicher, dass sich eine allen Widrigkeiten trotzende Hüttenberger Rumpftruppe, angeführt vom wieder einmal überragenden und zwölfmal erfolgreichen Kapitän Dominik Mappes, nicht mit Zählbarem belohnen konnte.

Die Hüttenberger kämpften sich nach gutem Beginn und Wolhrabs Deckungsumstellung auf 6:0 aus dem 7:11-Rückstand durch Tore von Mappes, Theiß und Kreisläufer Patrick Jockel wieder zum Pausen-14:14. Nach dem Seitenwechsel wollte die Rumpftruppe aus Mittelhessen weiter den Sieg unbedingt.

In der 42. Minute zwang ein Doppelschlag von Dominik Mappes zum TVH-22:19 HC-Trainer Till Wiechers zur Auszeit, die den Spielfluss der Gäste bremste, die zunehmend auch aufgrund schwindender Kräfte nicht mehr zu guten Abschlussmöglichkeiten kamen. Rostock glich schnell wieder aus, doch der TVH wollte das Spiel nicht kippen lassen. Da aber bei Abprallern oder abgefälschten Würfen nun auch noch das Glück kein Mittelhesse mehr war, sollte das 27:26 (53.) von Rechtsaußen Tristan Kirschner die letzte Führung sein. Das finale 29:32 war nicht mehr abzuwenden.

Rostock: Wetzel, Leon Mehler; Wilhelm (4), Steidtmann (7/3), Witte, Ottsen (5), Maximilian Schütze, Dennis Mehler, Völzke (2), Witte (3/2), Asmussen (4), Schmidt (2), Alexander Schütz, Kohnagel (2), Thümmler (1), Pechstein (2).

Hüttenberg: Plaue, Böhne; Höpfner, Schwarz, Kneer, Kirschner (3), Uth, Opitz, Theiß (3), Fujita, Weber (4/1), Rompf (3), Mappes (12), Ribeiro, Hahn (1), Jockel (3).

Schiedsrichter: Klinke/Klinke (Bordesholm). Siebenmeter: 6/5:1/1. Zeitstrafen: 4:10 Minuten. Disqualifikation: Witte (HC, 20.) Zuschauer: 3140.

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