1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Oberau landet Coup

Erstellt:

KA_Sport_RLE_372_110422_4c
Enis Gjoshi (hier gegen Rosenhöhe-Keeper Nicolas Manuel Läpple) erzielt das 2:0 für Oberau. © Ralph Lehmberg

Sportfreunde gewinnen gegen SG Rosenhöhe, während Gedern einen Rückschlag im Abstiegskampf einsteckt.

Gedern/Oberau/Nidda (jore). Herber Rückschlag für den FC Alemannia Gedern im Abstiegskampf der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost. Nach zuletzt drei Siegen in Folge quittierte der FCA im »Sechs-Punkte-spiel« gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn Türk Gücü Hanau eine knappe 0:1 (0:1)-Heimniederlage. Erfolgreicher waren gestern Nachmittag die Sportfreunde Oberau, die für eine kleine Überraschung sorgten und gegen den Tabellendritten SG Rosenhöhe einen 4:2 (2:0)-Heimsieg landeten. In einer bis zum Schluss spannungsgeladenen Partie fielen beiden spielentscheidenden Treffer erst in der Nachspielzeit. Eine 0:4-Auswärtsniederlage setzte es für Tabellenschlusslicht SC Viktoria Nidda bei der SG Bruchköbel.

FC Alemannia Gedern - Türk Gücü Hanau 0:1 (0:1). Nach zuletzt drei Siegen in Folge wollte der FCA mit einem weiteren Heimsieg gegen einen unmittelbaren Abstiegsmitkonkurrenten nachlegen und mit dem angestrebten Dreier die Abstiegsplätze vorerst verlassen. Gegenüber dem letzten Auftritt gegen Dörnigheim hatte das Trainerduo Jung/Bechmann eine Veränderung in der Anfangsformation vorgenommen. Für Gianluca Kraus begann Leon Grüning .

Der FCA tat sich zunächst ein wenig schwer und lief schon früh einem Rückstand hinterher. Nach unnötigem Ballverlust im Mittelfeld und langem Ball auf Onur Bulut, ließ dieser sich die Chance nicht nehmen und traf zum frühen 0:1 (4.). In der Folge sahen die 150 Zuschauer ein über weite Strecken ausgeglichenes Spiel, in dem die Platzherren im Spielaufbau zu oft die Bälle verloren. Nach einer Flanke von der rechten Seite hätte Matthias Kurt die Gästeführung ausbauen können, doch strich sein Schuss aus 16 Metern nur am FCA-Gehäuse vorbei (10.). Sechs Minuten später bewahrte FCA-Keeper Jan Schaller seine Farben vor einem höheren Rückstand, als er einen Schuss von Bulut aus spitzem Winkel abwehrte (16.). Matthias Kurt hatte eine weitere gute Möglichkeit für den türkischen Klub, brachte aber aus acht Metern den Ball nicht im Gederner Tor unter (26.). Es dauerte bis zur 39. Minute, ehe sich der FCA die erste klare Torchance herausspielte. Nach Zuspiel von Justin Lohrey verfehlte Tom Emrich nur knapp das Ziel. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff noch eine weitere gute Möglichkeit für den FCA: Nach einer schönen Flanke von Maximilian Vonalt scheiterte Anton Krutenko in aussichtsreicher Position an Gästekeeper Muhammed Burak Tok (43.). Aufgrund eines Chancenplus war die Halbzeitführung für den Gast aus Hanau nicht unverdient.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit erspielte sich der FCA von Beginn an eine Feldüberlegenheit und auch in der Folge Torchancen. Tom Emrich verpasste eine Hereingabe von Marvin Laubach nur knapp (48.). Nur eine Minute später scheiterte Laubach an Gästekeeper Tok, der auch den Nachschuss von Krutenko abwehrte. Emrich fasste sich aus 18 Metern einmal ein Herz, doch strich der Ball knapp über die Hanauer Latte (56.). In der 71. Minute die bis dato beste Möglichkeit für den FCA zum Ausgleich, doch scheiterte Krutenko völlig freistehend am Hanauer Torsteher. Fünf Minuten später forderte der FCA-Anhang nach Foulspiel an Justin Lohrey Strafstoß, doch blieb die Pfeife von Schiedsrichterin Sabine Stadler stumm. Drei Minuten später hätte die Vorentscheidung fallen können, doch traf Bulut bei einem Freistoß nur die Latte (79.). Der eingewechselte Jannik Jung hatte in der Schlussphase noch zwei Möglichkeiten zum Ausgleich, doch blieb es bei der am Ende knappen Heimniederlage des FCA. Aufgrund einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang, hätten die Alemannen am Ende ein Remis verdient gehabt.

FCA Gedern: Schaller - Barschtipan, Grüning (72./Wiesenbach), Heck, Wagner, Krutenko, Laubach (72./Jung), Vonalt, J. Lohrey, Emrich, Volz. Tor: 0:1 (4.) Bulut. Schiedsrichterin: Sabine Stadler. Zuschauer: 150.

Sportfreunde Oberau - SG Rosenhöhe 4:2 (2:0). Die personelle Situation im Lager der Sportfreunde hatte sich auch vor der Partie gegen die SG Rosenhöhe nicht verbessert. Zu den Verletzten gesellte sich auch noch Semir Kurtovic dazu, der aus beruflichen Gründen kurzfristig nicht zur Verfügung stand. Nach zehn Minuten des Abtastens nahm die Partie an Fahrt auf und Torben Becker hatte die erste Chance für die Sportfreunde, doch sein Schuss strich links am Tor vorbei. In der 16. Minute dann auch die erste gefährliche Situation für die Gäste, doch den scharfen Schuss von Robin Weber parierte Keeper Tobias Kling glänzend. Kurz darauf setzte sich Paul Kipper auf der rechten Seite durch und flankte auf Enis Gjoshi. Dessen Schuss wurde dann mit der Hand geblockt und Schiedsrichter Böck entschied folgerichtig auf Strafstoß. Paul Kipper trat an und schob unten links zum 1:0 ein (23.). Kurz darauf war Kipper erneut auf rechts durch. Die Flanke nahm Gjoshi direkt auf und schoss überlegt zum 2:0 ein (25.). Ein Doppelschlag, der sich nach 20 Minuten nicht unbedingt abgezeichnet hatte. Danach gelang es den Sportfreunden immer wieder, durch Konter gefährliche Situationen zu kreieren und auf der anderen Seite die Gäste mit ihren schnellen Angreifern vom eigenen Tor fernzuhalten. Gefährlich wurde es dann nochmal bei einem Freistoß aus 17 Metern, der aber zum Glück für die Gastgeber über die Querlatte strich (43.).

Nach dem Pausentee kam die SG Rosenhöhe mit deutlich mehr Druck zurück auf den Rasen und schnürte die Sportfreunde in deren Hälfte ein. In der 56. und 59. Minute musste Oberaus Keeper Kling sein ganzes Können aufbieten, um den Anschlusstreffer zu verhindern. In der letzten Situation landete der Nachschuss am Pfosten. Nachdem die Sportfreunde diese erste Drangphase überstanden hatten, boten sich auch wieder Chancen für den Gastgeber, doch wurden diese nicht konsequent zu Ende gespielt. In der 78. Minute verkürzte die SG Rosenhöhe dann auf 1:2. Eine Ballstafette landet am Ende bei Jordy Zola, der unhaltbar für Kling ins linke Eck vollstreckte. Und nur fünf Minuten später dann auch noch der Ausgleich durch Robin Weber, der eine Flanke per Kopf einnickte (83.). Wieder eine 2:0-Führung verspielt. Doch am gestrigen Sonntag schlug das Team von Christoph Werner zurück, zeigte Moral und stellte in der siebenminütigen Nachspielzeit noch auf 4:2. Zunächst schloss Torben Becker einen Konter mit einem flachen Schuss unter Keeper Läppla hindurch zum 3:2 ab (90. + 3). Und danach ließ Stefano Amore bei der letzten Aktion des Spiels den Treffer zum 4:2-Endstand folgen (90 + 7). »Ein Sieg des Willens und am Ende auch mit dem Quäntchen Glück, das in den letzten Wochen gefehlt hat«, lautete das Fazit von Oberaus Vereins chef Thomas Haas.

Sportfreunde Oberau: Kling - Weitzel, R. Becker, Röhlig, Kipper, T. Becker, Katzer, Gjoshi, Wagner, van Haaren, Amore. Tore: 1:0 (23./FE) Kipper, 2:0 (25.) Gjoshi, 2:1 (78.) Zola, 2:2 (83.) Weber, 3:2 (90. + 3) T. Becker, 4:2 (90. + 7) Amore. Schiedsrichter: Andreas Böck. Zuschauer: 110.

SG Bruchköbel - SC Viktoria Nidda 4:0 (0:0). Kurioser Spielverlauf am Bruchköbeler Waldsportplatz, denn kurz nach der Halbzeit entschieden drei Treffer innerhalb von drei Minuten ein über weite Strecken recht einseitiges Gruppenligaspiel. »In der ersten Hälfte haben wir noch mit angezogener Handbremse gespielt«, meinte SGB-Sprecher Tobias Müller. Zwei gute Chancen für Leonel Vargas Vicente standen auf seinem Zettel. Nidda hielt ordentlich mit und hätte in der 23. Minute im Anschluss an einen Eckball sogar in Führung gehen können. Die Pausenansprache von Bruchköbels Coach Claus Schäfer verfehlte ihre Wirkung nicht, denn die Heimelf startete deutlich couragierter in den zweiten Abschnitt. In der 50. Minute verwertete Tobias Müller, der Namensvetter des SGB-Pressewarts, eine gute Hereingabe zum erlösenden 1:0. Nidda war nun unsortiert und Arsen Dashyan unterlief zu allem Übel in einer unübersichtlichen Situation im eigenen Strafraum ein Eigentor. Wieder nur eine Zeigerumdrehung später war der stark spielende Milad Ahamdi mit dem 3:0 zur Stelle. Damit war die Partie auch schon entschieden. Mit feiner Einzelleistung sorgte Ahmadi in der 79. Minute noch für den Schlusspunkt.

SC Viktoria Nidda: Popa - Pilch, G. Dashyan (63. Flick), Rafaelyan (54. Yilmaz), Geyer (63. Storz), Scheffler, Rauch, A. Dashyan, Jungmann, Jusufi, Hofmann. Tore: 1:0 Müller (50.), 2:0 Eigentor Dashyan (51.), 3:0 und 4:0 Ahmadi (52./79.). Schiedsrichter: Haustein (Buseck). Zuschauer: 120.

KA_Sport_RLE_361_110422_4c
Oberaus Schlussmann Tobias Kling klärt in höchster Not per Kopf. © Ralph Lehmberg

Auch interessant