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Nervenkitzel im Aufstiegsrennen

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Ranstadts Spielertrainer Maciej Wolodczenko (2. von links) und Bastian Aletter von der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim kommen sich im Kreisoberliga-Duell ins Gehege. © Ralph Lehmberg

Überraschungsmannschaften, häufige Wechsel an der Tabellenspitze und ein enges Gedränge im Tabellenkeller: In der Fußball-Kreisoberliga Büdingen mangelte es nicht an Spannung.

Kreis Büdingen (frs). Die engen Konstellationen im Klassement nähren die Vermutung, dass dies bis Saisonende so bleibt - sofern Corona den Fußballern nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

Aufstiegsrennen: Als Herbstmeister verabschiedete sich der KSV Eschenrod in die Winterpause. Vor der Saison wurden die Vogelsberger bereits hoch gehandelt, schließlich wechselten unter anderem gleich drei Akteure aus dem Gruppenligakader der Sportfreunde Oberau zum KSV. Der Saisonstart verlief jedoch holprig, erst im Laufe der Vorrunde nahm das von Frederick Ußner und Pierre-Maurice Jung angeleitete Team Fahrt auf und überholte alle besser gestarteten Konkurrenten. Stolze 13 Spiele blieben die Eschenröder in Serie ungeschlagen, mit der Krönung des 9:1-Kantersiegs bei der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim kurz vor der Winterpause. Lange Zeit sah es so aus, als könne die FSG Ober-Schmitten/Eichelsdorf vornewegmarschieren. Etliche Spieltage führte die Truppe von Spielertrainer Ferdijan Idic die Tabelle an, doch dann folgten einige Ausrutscher. Im Herbst ging die Konstanz flöten, die Niddaer Spielgemeinschaft wurde bis auf Rang sechs durchgereicht. Da auch die stark eingeschätzten Blau-Weißen aus Schotten bisweilen schwächelnden, nehmen zwei Teams die Verfolgung von Spitzenreiter Eschenrod auf, die vor der Runde niemand für eine solche Rolle auf dem Zettel hatte. Der VfB Höchst/Nidder und der SV Ranstadt überzeugten ihre Anhängerschaften mit vielen starken Auftritten. Der SV Ranstadt lauert mit 32 eingefahrenen Punkten nur einen Zähler hinter Platz eins. Das Team des spielstarken Übungsleiters Maciej Wolodczenko gilt als schwer besiegbar. Starke Akzente im Offensivspiel setzte ebenso der VfB Höchst/Nidder. Platz drei mit 31 Punkten ist der verdiente Lohn. Die Knoblauch-Elf hat auf die folgenden Teams des SV Seemental und von Blau-Weiß Schotten immerhin fünf Punkte Vorsprung. Ein ordentlicher Puffer. Das Aufstiegsrennen könnte zum Nervenkitzel werden. Jubeln wird am Ende nur ein Verein, denn aufgrund der Pandemie-Situation hat der Hessische Fußball-Verband in dieser Saison die Aufstiegsrunden zu den Verbandsspielklassen ausgesetzt.

Nur Meister steigt in Gruppenliga auf

Heißt: Nur der Meister der Kreisoberliga Büdingen wird in der kommenden Saison in der Gruppenliga Frankfurt Ost spielen, der Vize geht leer aus und muss auf die sportlich reizvolle und in der Regel finanziell lukrative Aufstiegsrunde verzichten.

Abstiegskampf: Da es um die Büdinger Kreisvereine Sportfreunde Oberau, Alemannia Gedern und Viktoria Nidda in der Gruppenliga nicht gut bestellt ist, droht die Keule des Abstiegs in der Kreisoberliga gleich ein Viertel der teilnehmenden Teams zu erwischen. Steigen alle drei Vereine aus der Gruppenliga ab, so müssen die vier letzten Teams der diesjährigen Kreisoberliga-Saison in der kommenden Runde in der Kreisliga A um Punkte und Tore kämpfen. Am größten ist die Gefahr für Tabellenschlusslicht SG Wolferborn/Michelau/Bindsachsen und den Vorletzten Germania Ortenberg, die beide erst zwei Saisonsiege verbuchen konnten. Nach aktuellem Stand müssten auch die SG Hettersroth/Burgbracht (12 Punkte) und der KSV Aulendiebach (14) absteigen. Die Teams auf den Mittelfeldplätzen sollten sich ihrer Sache jedoch nicht zu sicher sein, denn bei noch 15 ausstehenden Spielen sind die Vorsprünge schnell verspielt. Für alle Teams auf den hinteren Rängen gilt: Mit zwei, drei Siegen am Stück kann sich die Situation schlagartig verbessern. Es spricht für die Ausgeglichenheit der Liga, dass nach Abschluss der Vorrunde noch kein Team im Tabellenkeller aussichtslos abgeschlagen ist.

Torjäger: Marvin Schneider vom SV Phönix Düdelsheim weiß einfach, wo die gegnerischen Tore stehen. Mit 17 Treffern führt der Stürmer sehr souverän die Torschützenliste im Büdinger Oberhaus an. Bereits in der vergangenen Runde war der Düdelsheimer zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs mit zehn erzielten Treffern in der Liste weit vorne. Diesmal möchte Schneider den Torschützenpokal gerne in Empfang nehmen. Die Chancen stehen gut, denn der Dauernheimer Marco Grollmann und Benedikt Wenzel vom VfB Höchst (je elf Treffer) haben bislang sechs Tore weniger markiert. Der letztjährige Führende der Torschützenliste, Mario Riedel (FSG Altenstadt), hat diese Runde immerhin schon acht Mal getroffen.

Trainer: Die Trainerstühle in der Kreisoberliga standen in der Regel auf festen Füßen. Während der Hinrunde gab es lediglich beim SV Seemental einen Wechsel zu vermelden. Der erfahrene Coach Jörg Huwe trat ausgerechnet nach einem 1:0-Sieg gegen seinen Ex-Verein SV Phönix Düdelsheim zurück. Torhüter Dominic Höhl wurde zum Spielertrainer befördert, der gruppenligaerfahrene Marc Kneifl assistierte Höhl fortan. Der erhoffte frische Wind kam mit zeitlicher Verzögerung. Zunächst blieben in neuer Konstellation die gewünschten Resultate aus, ehe ein starker Endspurt den SVS erst aus dem Tabellenkeller und danach bis hinauf auf Platz vier katapultierte. In dieser Woche trat dann Albert Repp aus gesundheitlichen Gründen beim Tabellenneunten SG Nieder-Mockstadt/Stammheim zurück. Der einstige Co-Trainer Mario Russo, der Repp über weite Strecken bereits im Laufe der Hinrunde vertreten hatte, übernimmt die Cheftrainerposition befristet bis zum Saisonende. Für die Saison 2022/23 strebt die Florstädter Spielgemeinschaft eine neue Lösung an. Als erster Kreisoberligist hat indes der VfB Höchst/Nidder in der Trainerfrage für die kommende Runde Klarheit geschaffen: Spielertrainer Christopher Knoblauch soll seine erfolgreiche Arbeit beim Überraschungsdritten ligaunabhängig fortführen.

Ausblick: Interims-Klassenleiter Hartmut Bohl (Fauerrbach) kann zufrieden sein, er geht ohne Nachholspiele ins neue Jahr. Alle Vereine haben ihre 15 Vorrundenpartien absolviert, so dass nach den Regularien des Verbands der aktuelle Stand gewertet werden könnte, falls die Corona-Pandemie erneut einen Saisonabbruch herbeiführen sollte.

Vorrundenspiele komplett absolviert

Nach zwei zuvor schon nicht zu Ende gespielten Runden wäre dies freilich kein Wunschszenario. Weder für die Vereine, noch für die Verbandsfunktionäre. Die Entscheidungen sollen schließlich auf dem grünen Rasen und nicht am »Grünen Tisch« fallen. Planmäßig geht es am ersten März-Wochenende weiter, der letzte Spieltag soll am 11. Juni über die Bühne gehen. Die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte wird ohne die liebgewonnene Abwechslung des Budenzaubers in Angriff genommen. Bereits vor etlichen Wochen hat der Hessische Fußball-Verband wegen Corona die gesamte Hallensaison abgeblasen.

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Mit 17 Treffern führt Marvin Schneider (rechts) vom SV Phönix Düdelsheim souverän die Torschützenliste im Büdinger Oberhaus an. © Achim Senzel
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Beim SV Seemental gibt es nach dem Rücktritt von Jörg Huwe einen Trainerwechsel. © Ralph Lehmberg

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