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Mangel an Stabilität und Konstanz

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Von: red Redaktion

Region. Nach einem Punkt aus den ersten beiden Spielen des Jahres 2022 wiederholt sich ein Phänomen, das Kickers Offenbach seit Jahren vertraut ist: Bei den Fans des Fußball-Regionalligisten ist die Euphorie und Vorfreude auf die Restsaison nach zwei Spielen in Frust und Resignation umgeschlagen.

Es sind bekannte Offenbacher Stimmungsextreme, die keine Grautöne dulden. In Internetforen wird von vielen bereits der Abgesang auf eine Saison angestimmt, in der die Kickers noch 13 Spiele absolvieren müssen und am Mittwoch (19.30 Uhr) mit einem Sieg beim Verbandsligisten FV Biebrich 02 im Hessenpokal ins Viertelfinale einziehen können. Doch es sind wiederkehrende Muster, die den Glauben ans Happy End schwinden lassen.

Die Rückrunde ist bislang ein Spiegelbild der Hinrunde: Zwei Siegen gegen Homburg (1:0) und Elversberg (3:1) folgte der Dämpfer gegen Ulm (0:1). Ein gravierender Unterschied zeigt sich in den Spielen gegen Koblenz und Hoffenheim II. In der Hinrunde holte der OFC vier Zähler (1:1/1:0), in der Rückrunde nur einen gegen diese Teams aus dem Niemandsland der Tabelle. Nun geht es gegen Kassel, im März dann nach Walldorf, gegen Spitzenreiter Mainz 05 II, zu Schott Mainz und gegen Pirmasens. In der Hinrunde holten die Kickers aus diesen fünf Partien nur sieben Punkte. In der Rückrunde dürfte eine solche Ausbeute das vorzeitige Aus im Titelrennen bedeuten. Zum Vergleich: Spitzenreiter Mainz 05 II gewann die letzten drei Spiele zu null. Der Zweite SV Elversberg siegte seit dem 1:3 in Offenbach viermal in Folge. Vor dem 2:0 in Kassel gegen Ulm, Koblenz und Hoffenheim, also jene Gegner, gegen die der OFC einen Zähler holte. Coach Sreto Ristic wiederholt sein Mantra: »Wir müssen bei uns bleiben und weiter hart arbeiten.«

Sreto Ristic ließ auch das Verletzungspech, das den OFC gegen Hoffenheim II in Person von Rafael Garcia (Knieverletzung) erneut getroffen hat, nicht als Ausrede gelten. Zurecht, denn die 15 Spieler, die für die Kickers am Sonntag beim 2:2-Remis zum Einsatz kamen, sollten über genügend Qualität verfügen, um Spiele zu gewinnen. Stattdessen erlaubten sich vor allem Routiniers zu viele Schnitzer. Der gelernte Mittelstürmer Mathias Fetsch, der im offensiven Mittelfeld fremdelte, kam zweimal im Zweikampf zu spät, wandelte am Platzverweis und wurde ausgetauscht. Beim ersten Gegentor fehlte nach einer Hoffenheimer Ballstafette über zehn Stationen und das halbe Spielfeld komplett der Zugriff. Rechtsverteidiger Paul Milde verhinderte die Flanke nicht, in der Mitte kam Ronny Marcos gegen Nick Proschwitz zu spät. Hanebüchen dann die Passivität, die zum 2:2 führte, als zehn Offenbacher hinter dem Ball nicht Robin Szarka und Torschütze Maximilian Zaiser am kurz ausgeführten Freistoß und schlussendlich Zaisers Sonntagsschuss hinderten, der begünstigt von Sturm Antonia hinter Stephan Flauder einschlug. »Man sieht, dass man im Fußball immer neu dazu lernt«, zeigte sich Ristic über derlei Fahrigkeit überrascht und enttäuscht zugleich.

JÖRG MOLL

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