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Leistungssprünge

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Taylor Vause © Red

Bad Nauheim (mn). Befreit, ja, fast kindlich ausgelassen, erleichtert. Die Szenen nach dem Siegtor am Sonntagabend sprachen für sich. Vor der Fankurve lagen sich die Roten Teufel in den Armen. Mittendrin: Taylor Vause (31), Publikumsliebling mit Langzeitvertrag beim Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim. Mit drei Toren hat der Kanadier statistisch das Spiel entschieden;

vor den Augen von Mutter Joanne und Vater Dean, die wenigstens noch zu einem Erinnerungs-Schnappschuss auf das Eis geholt wurden. Zum ersten Mal sind die Eltern von Taylor Vause derzeit in der Wetterau. »Ich bin sehr stolz drauf zeigen zu können, wie das Publikum uns unterstützt. So etwas kennen die beiden aus Nordamerika nicht«, sagt Vause nach dem 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen den EV Landshut.

Taylor Vause, wer Ihren Torjubel sah, konnte erkennen, welcher Balast nach fünf Niederlagen in Serie abgefallen ist.

Ja, das war wichtig. Wir sind glücklich über die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Natürlich waren auch Fehler dabei, die Landshut Chancen und Tore ermöglicht haben. Aber wir haben wieder das Gefühl gespürt, wie wir spielen müssen, um Erfolg zu haben.

Zuvor gab’s 14 Gegentore in den Spielen in Kaufbeuren und Freiburg, davor das starke Spiel gegen Kassel. Wie sind diese Leistungssprünge zu erklären?

Das ist vieles Kopfsache. Wir waren ja auch in Kaufbeuren und Freiburg nicht jeweils über 60 Minuten schlecht. Wir hatten jeweils ein richtig schlechtes Drittel.

Das Mentale spielt eine große Rolle, da kann man schnell den Fokus verlieren, und ein Fehler führt zum nächsten. Das hat sich aufsummiert, ohne, dass wir das stoppen konnten. Über die Saison hinweg betrachtet, lernen Gewinner-Mannschaften aus ihren Fehlern und finden einen Weg. Jedes Spiel, jede Saison hat Höhen und Tiefen. Hoffentlich lassen wir das nun hinter uns.

Die ersten zehn Minuten gegen Landshut wirkten, als solle erst mal die Null gehalten werden.

Nein. Grundsätzlich gehen wir raus, um Druck auszuüben und den Gegner zu Fehlern zu zwingen. Wir wollen unsere Beine und den Puck gut bewegen. Zuletzt gab’s frühe Gegentore, das gilt es zu verhindern. Das hatten wir in unseren Köpfen. Wichtig ist es, uns gegenseitig zu unterstützen und in die zusammen in die richtige Richtung zu gehen. Wie schnell sich der Kurs ändern kann, haben wir gesehen.

Sie selbst haben in den vergangenen Spielen auffallend wenig gepunktet.

Natürlich, heute war befreiend. Auch das gehört zu den Höhen und Tiefen. In diesen Zeiten ist’s natürlich hart, wenn der Puck nicht reingeht. Die Fokus darf aber nicht auf den individuellen Punkten liegen, sondern auf der richtigen Einstellung - und diese führt wiederum zu Toren und Vorlagen. Manchmal hat man die Chance, kann sie aber nicht nutzen. Man muss sich da durcharbeiten. Das ist auch genau mein Spiel. Wir wussten, dass die negative Serie nicht ewig hält, auch wenn sich das in diesen Momenten so anfühlt.

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