1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Leidenschaft und Offensivgeist

Erstellt:

Hattersheim/Nidda (flo). Ein Auftakt nach Maß für die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda: Zum Saisonstart in der 3. Liga Süd-West verbuchte die Mannschaft von Trainer Christian Breiler direkt die ersten beiden Punkte. Im Hessenduell bei der TSG Eddersheim setzten sich die Wetterauerinnen mit 30:26 (15:13) durch.

TSG Eddersheim - HSG Gedern/Nidda 26:30 (13:15). Es ist eine Weile her, dass die Ballwerferinnen aus Gedern und Nidda letztmals in der Hattersheimer Sporthalle am Karl-Eckel-Weg gewonnen hatten. Im Dezember 2011 war das, seinerzeit noch in der Oberliga Hessen. In fünf seitherigen Drittliga-Duellen hatte die Breiler-Truppe vier Mal verloren, immerhin einmal einen Zähler mitgenommen. Dieser Bann ist nun gebrochen.

»Das ist ein tolles Ergebnis und wir sind glücklich über diesen Erfolg. Das sollte der Mannschaft Vertrauen in die eigene Stärke geben«, freute sich HSG-Coach Breiler. »Für uns gilt es jetzt, wo wir für den Moment komplett sind, einfach zu arbeiten. Mit einem Sieg im Rücken fällt das selbstverständlich leichter.«

In der Deckung etwa besteht freilich noch Luft nach oben, diese geriet beim Saisonstart noch nicht zum Stabilitätsanker. Ebenso wenig übrigens wie auch beim Gastgeber. »Das Spiel«, meinte auch Breiler, »war eher von den Offensivreihen geprägt.« Wenig verwunderlich war, dass die beiden neuformierten Alt-Rivalen mit einer gewissen Nervosität in die Partie starteten. Diese jedoch bekam die HSG Gedern/Nidda etwas schneller in den Griff, erspielte sich deshalb im Laufe des ersten Durchgangs einen Vorsprung. Rechtsaußen Alicia Pfaff besorgte in der 12. Minute die 7:4-Führung, zur Pause lagen die Gäste mit 15:13 vorne.

Ehe der Breiler-Sieben der Start in den zweiten Abschnitt missriet. Vergebene Chancen und technische Fehler sorgten dafür, dass sich das Blatt ratzfatz wendete. Eddersheim legte einen 5:0-Lauf hin, führte deshalb in der 35. Minute plötzlich mit 18:15. Als die TSG beim 20:17 (40.) noch immer mit drei Treffern Differenz vorne lag, intervenierte Breiler mit einer Auszeit. Und bewies das richtige Gespür: Der HSG-Trainer beorderte Rica Wäscher von der Bank in den Rückraum.

Dort drehte die 26-Jährige nicht nur mächtig auf, sondern auch das Spiel beinahe im Alleingang. Mit fünf Toren in knapp zehneinhalb Minuten hatte Wäscher einen maßgeblichen Anteil daran, dass Gedern/Nidda nach einem 6:0-Zwischenspurt in der 51. Minute mit 23:20 führte. »Rica hat aus allen Lagen getroffen und ihre Wurfqualität genutzt«, lobte der Trainer.

Eddersheim reagierte und nahm die neun Mal erfolgreiche Wäscher in Manndeckung. Aber auch danach fand die Spielgemeinschaft Lösungen im Angriff, erhielt ihren Vorsprung aufrecht. Als dann Rückraumspielerin Kirsten Schindler exakt zwei Minuten vor Schluss von der Siebenmetermarke zur 28:25-Führung einwarf, war der Auswärtserfolg eingetütet.

»Die Mädels haben Leidenschaft reingebracht, wir waren vorne von allen Positionen torgefährlich«, attestierte Breiler. »Woran wir arbeiten müssen, ist unser Abwehrspiel, sowohl das individuelle Verteidigen als auch hinsichtlich der Abwehrtaktik. Aber das braucht Zeit und viele Wiederholungen, um da stärker zu werden.« Auch deshalb ist derzeit wieder einmal Routinier Nadin Patz als Aushilfe an Bord, war gegen Eddersheim sowohl im 6:0-Mittelblock als auch am Kreis zugange.

»Nadin trainiert seit Januar zwei Mal pro Woche mit uns. Sie kommuniziert viel, das gibt der Mannschaft Halt und davon können die jüngeren Spielerinnen lernen«, so Breiler.

Deshalb wird Patz aller Voraussicht nach auch dabei sein, wenn für die HSG Gedern/Nidda am nächsten Samstag (18 Uhr) das erste Heimspiel ansteht: Dann ist die HSG St. Leon/Reilingen in der Gymnasiumhalle Nidda zu Gast.

TSG Eddersheim: Haack, Rhein, Kirchner; Brocke (2), Noetzel, Kaufmann, Gempp (5), Müller (7/4), Rhein (5), Lützkendorf (1), Schaus (1), Wimmer, Schweikart (5), Krapp.

HSG Gedern/Nidda: Petek (ab 52.), Heß; Patz (1), Droll (2), Schneider (3), Pfaff (5), Oberheim, Hutin (1), Kaiser (2), Wäscher (9), Niebergall, Schindler (7/4), Krauß, Schäfer (n.e.).

Schiedsrichter: D. Adam/S. Adam (Hann. Münden/Hofgeismar) - Zuschauer: 315 - Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Brocke, Lützkendorf, Wimmer, Schweikart - Pfaff, Kaiser, Wäscher/2) - Siebenmeter: 9/4:4/4 - Spielfilm: 3:5 (9.), 9:10 (20.), 13:15 (30.), 18:15 (35.), 20:17 (40.), 20:23 (51.), 26:30 (60.).

Auch interessant