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Kirsten Schindler fehlt am Wochenende krankheitsbedingt.

Kräftevergleich mit Spitzenreiter

Gedern/Nidda (flo). Was ist drin beim Primus? Drei Siege in Folge haben die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda zuletzt eingefahren, sich damit eine Position oberhalb der Abstiegsrundenplätze erarbeitet. Das erforderliche Selbstvertrauen sollte also vorhanden sein, um angriffslustig zum Tabellenführer zu reisen: Denn am Samstag (19.30 Uhr, IGS Sporthalle) sind die Wetterauerinnen beim verlustpunktfreien Spitzenreiter SG Mainz-Bretzenheim zu Gast.

3. Liga Frauen: SG Mainz-Bretzenheim - HSG Gedern/Nidda (Samstag, 19.30 Uhr). Corona allerdings hat auch bei der Spielgemeinschaft für ein paar Turbulenzen gesorgt. Nach dem jüngsten 29:19-Heimsieg gegen Königsdorf waren zwei Spielerinnen infiziert. Das hatte zur Folge, dass das Training in der Woche darauf vollends ausgesetzt wurde. »Weil wir ohnehin spielfrei waren, haben wir diesen Cut gemacht. Bisher hatten wir keinen weiteren Fall in der Mannschaft«, sagt Trainer Christian Breiler, der mit seinem Team seit Montag wieder in der Halle zugange war.

Nicht nur, aber auch deshalb tritt Gedern/Nidda in Mainz nicht mit voller Kapelle an. Rechtsaußen Kirsten Schindler fehlt krankheitsbedingt, hinter Rückraumspielerin Rica Wäscher steht aus selbigem Grund ein Fragezeichen. Kreisläuferin Yeruti Krauß fällt indes aufgrund einer Fußquetschung zunächst einmal aus, wird in diesem Kalenderjahr nicht mehr zur Verfügung stehen. Youngster Charlotte Schäfer hat sich im Schulsport verletzt, könnte aber bis morgen wieder fit sein.

Eine perfekte Bilanz

»Trotz aller Nebengeräusche«, betont Breiler, »müssen wir uns aufs Sportliche konzentrieren. Dass Spielerinnen ausfallen, kommt immer vor. Es gilt, das Beste daraus zu machen.«

So oder so: Zu verlieren haben die HSG-Ballwerferinnen gewiss nichts. Zehn Spiele, zehn Siege - das ist die eindrucksvolle Bilanz des Gegners aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. »Wir wollen uns natürlich aber so teuer wie möglich verkaufen«, sagt Breiler. Eine Ausgangslage, die SG-Trainerin Ildiko Barna nur allzu gut bekannt ist: »Jeder jagt uns und niemand hat gegen uns etwas zu verlieren. Damit umzugehen, das muss meine Mannschaft lernen«, weiß die 60-Jährige, die in Hüttenberg lebt und mit Bretzenheim aufsteigen will. Wobei nur hilfreich sein kann, dass die Ungarin eine Aufstiegsexpertin ist: Ihre letzten beiden Clubs - nämlich Koblenz/Weibern und Borussia Dortmund - brachte sie jeweils in die Bundesliga.

Die Grundlage dafür, ihren neuen Verein zumindest in die 2. Liga zu hieven, soll die Deckung sein. Gerade einmal knapp über 20 Gegentore kassiert die SG im Schnitt. »Hinten stehen wir als Team gut, da durchzukommen, ist schwierig. Wenn es im Angriff nicht so gut läuft, können wir das über unsere Abwehr ausbügeln«, freut sich Barna über ihr 6:0-Bollwerk. Keine Frage, dass offensiv also Schwerstarbeit auf die HSG Gedern/Nidda zukommt. Deren Spielweise den Bretzenheimerinnen liegen könnte, weil, wie Barna analysiert, »sie im Rückraum nicht so viele Fernwürfe nehmen, da sehe ich ihre Schwäche«. Noch dazu, da mit Wäscher und Schindler zwei potenzielle Schützinnen ausfallen.

Wie also zum Erfolg kommen? »Wir werden nicht so viel Platz im Eins-gegen-Eins haben. Wir müssen also versuchen, das Spiel in die Breite zu ziehen«, erklärt Breiler. Aber: »Wir müssen uns auch einfach trauen, die Würfe aus der zweiten Reihe zu nehmen. Das haben wir zuletzt schon besser gemacht.« Nahe am Optimum zu agieren, wird gewiss über 60 Minuten vonnöten sein. »Denn sobald man etwas nachlässt, bestraft Bretzenheim das gnadenlos.« Eine Eigenschaft, die ein Spitzenteam eben auszeichnet. Und Barna stellt klar: »Wir wollen auch in diesem Spiel unseren Gegner spüren lassen, dass wir zu Hause nur schwer zu besiegen sind.«

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