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Keine Experimente

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Wird heute Abend mit Kickers Offenbach den FSV Fernwald im Viertelfinale des Hessenpokals fordern: Paul Milde, hier im Regionalliga-Punktspiel beim TSV Schott Mainz. © Red

Offenbach/Fernwald (op/red). Der Rekordsieger des Fußball-Hessenpokals schickt sich an, erstmals seit 2016 wieder Ansprüche auf den zwölften Sieg in diesem Wettbewerb zu stellen. Zunächst aber geht es für Kickers Offenbach, das in der Siegerliste noch immer klar vor dem seit Jahren sportlich enteilten SV Wehen Wiesbaden (sieben Siege) steht, darum, nach fünf vergeblichen Anläufen wieder mal das Halbfinale des Landespokals zu erreichen.

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Am Mittwochabend (19 Uhr) ist der Tabellenzweite der Fußball-Regionalliga Südwest beim Tabellenachten der Hessenliga-Aufstiegsrunde, dem FSV Fernwald, klarer Favorit.

Aber mit dieser Rolle tat sich der OFC in den vergangenen Jahren speziell im Pokal einige Male sehr schwer. Viermal in Folge scheiterten die Kickers zuletzt im Viertelfinale an Regionalligarivalen. 2020/21 bei Bayern Alzenau (1:2), 2019/20 beim FC Gießen (0:1), 2018/19 gegen Hessen Dreieich (1:2), davor beim TSV Steinbach Haiger (1:2). 2016/17 war schon im Achtelfinale gegen den damaligen Hessenligisten Sportfreunde Seligenstadt (5:6 nach Elfmeterschießen) Schluss.

Diese Saison soll es weiter gehen. »Für uns zählt nur, dass wir weiterkommen«, sagt OFC-Trainer Sreto Ristic. Um das zu schaffen, wird er auf dem Kunstrasen in Fernwald auf Experimente verzichten. »Für den Gegner ist es das Spiel des Jahres. Wir präparieren uns wie für ein Punktspiel und werden die bestmögliche Mannschaft stellen«, stellt Ristic klar. Maximal 1000 Fans sind auf dem Platz an der Oppenröder Straße zugelassen. Es gilt die 3G-Regel und Maskenpflicht.

Am Dienstagmittag versammelte Ristic sein Team erstmals seit dem 2:0 am Sonntag bei Schott Mainz um sich. Der Auftritt, ebenfalls auf Kunstrasen, hat Spuren hinterlassen. Dejan Bozic wird fehlen. Fraglich ist der Einsatz von Linksverteidiger Ronny Marcos (Adduktorenprobleme). »Ich werde nur gesunde Leute auf den Platz lassen«, betont Ristic.

»Dies ist für uns ein Traumlos, ein Traumspiel - ich hoffe nicht, dass es ein Trauma gibt. Wir müssen nur noch zwei Spiele gewinnen, damit wir im Fernsehen gezeigt werden. Ich freue mich wahnsinnig und bekomme schon etwas Gänsehaut, wenn ich daran denke, vor einer solchen Kulisse zu spielen. Von diesen Spielen träumst du als Fußballer - gerade im Amateurbereich«, sprudelt es aus Daniyel Bulut nur so an Vorfreude heraus. Dabei stellt der FSV-Trainer die aktuelle Personalsituation in den Hintergrund, denn immerhin fehlten seiner Elf beim 5:2-Erfolg über den TuS Dietkirchen am Samstag sechs Leistungsträger corona- bzw. verletzungsbedingt.

»Wenn noch weitere Ausfälle dazukommen, wird es schwierig. Aktuell sehe ich uns immer noch stark genug, um auch gegen den OFC zu gewinnen«, sagt Bulut selbstbewusst, der dem favorisierten Regionalligisten Paroli bieten möchte. »Wir haben uns diese Situation erarbeitet. Der Aufwand, den der Verein betreibt, ist enorm. Wir müssen Leidenschaft zeigen, aber im Kopf klar und konzentriert sein. Der OFC bringt Qualität mit und kratzt an der Tür zur dritten Liga. Da muss unsere Defensive stehen. Dennoch werden wir uns nicht 90 Minuten hinten reinstellen, denn dann bekommst du das Gegentor zwangsläufig. Wir müssen immer wieder Nadelstiche zur Entlastung setzen«, so Bulut.

Johannes Hofmann, der aufgrund von Oberschenkelproblemen am vergangenen Samstag geschont wurde, ist eine Option für die Startelf. Ob sich Erdinc Solak, Samuel Sesay, Yannis Grönke, Lucas Burger und Kevin Kaguah, die alle an Corona erkrankt waren, rechtzeitig freitesten können, entscheidet sich kurzfristig.

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